Arsinöl (oder Arsin-Öl), gelegentlich abgekürzt als A-Öl, ist eine hochgiftige Mischung aus Organoarsenverbindungen. Es zählt zu den sogenannten Blaukreuzkampfstoffen.

Arsinöl wurde bereits im Ersten Weltkrieg eingesetzt, aber in großen Mengen erst während des Zweiten Weltkrieges von einem Kampfstoffwerk in Löderburg bei Staßfurt produziert.Blätter für deutsche und internationale Politik, Band 24. Pahl-Rugenstein Verlag, 1979 (), S. 1273. Genutzt wurde es zur Senkung des Gefrierpunktes von Schwefellost.

Die Mischung bestand aus 50 % Phenylarsindichlorid, 35 % Diphenylarsinchlorid, 5 % Arsen(III)-chlorid und 5 % Triphenylarsin.Dieter Martinetz: Vom Giftpfeil zum Chemiewaffenverbot: Zur Geschichte der chemischen Kampfmittel. 1996 (), S. 147.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lagerten in Deutschland noch etwa 7500 tTim Schäfer: Geheim!: "Zwangsarbeit am Sachsenberg : Kriegsschwefel NI-365": zur Geschichte von Zwangsarbeit in Rüstungsprojekten der Wifo und IG Farben-Industrie bei Salza/Nordhausen (Thüringen) und der Rechtslage am Kohnstein bei Niedersachswerfen. 2004 (), S. 79. Arsinöl, die von den Alliierten zumindest teilweise in der Ostsee, der Nordsee und der Biskaya versenkt wurden.Jürgen Altmann, Ute Bernhardt, Kathryn Nixdorff, Dieter Wöhrle: Naturwissenschaft – Rüstung – Frieden: Basiswissen für die Friedensforschung. (), S. 217. Nach der Verbrennung von arsinölhaltigen Kampfstoffen wurde vereinzelt über eine Verschmutzung des Bodens durch Arsenverbindungen berichtet.Joachim Specht: Die Erblast von Kapen, oder, Die Puddingfabrik im Oranienbaumer Forst. First Minute Taschenbuchverlag, 2007 (), S. 97.

Weblinks Dioxin-Kontaminationen durch die Vernichtung des flüssigen Kampfmittels »Schwefel-Lost« und arsenhaltiger Kampfstoffe und Rückstände in den ehemaligen Lagerstätten. Deutscher Bundestag: Drucksache 13/2733 vom 24. Oktober 1995 (abgerufen am 6. Oktober 2010)

Einzelnachweise

Kategorie:Stoffgemisch Arsinol Kategorie:Chemische Waffe Kategorie:Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 19 Kategorie:Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 72 Kategorie:Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 75