Die Sandgrube im Jagen 86 (umgangssprachlich: Kiesgrube) ist ein Naturschutzgebiet mit einer Größe von etwa 13 Hektar im Berliner Grunewald. Es entstand aus einer ehemaligen Kiesgrube, die von 1966 bis 1983 industriell genutzt wurde. Heute befinden sich dort über 300 Farn- und Blütenpflanzen, Wespen und Wildbienen, 16 Brutvogelarten, sieben Amphibienarten und 188 Schmetterlingsarten.
Geschichte In den 17 Jahren ihrer industriellen Nutzung wurden insgesamt rund 3,5 Millionen Kubikmeter Feinsand aus einer in der Weichsel-Kaltzeit entstandenen Teltowplatte für Bauzwecke abgebaut. Dadurch entstand eine offene Fläche von rund 18 Hektar und einer Tiefe von bis zu 25 Metern.Ausflugstipps – Auf Försters Wegen: Durchs Herz des Grunewaldes-Kiesgrube, Dahlemer Feld und die Düne. Bei: berlin.de; abgerufen am 23. Mai 2012.
Naturschutzgebiet Nachdem der Abbau des Bausandes eingestellt war, bemühten sich Naturschützer um das Gebiet. 1992 wurden insgesamt 13 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Da der Grundwasserspiegel in dieser Region recht hoch ist, entstanden durch die bis zu 25 Meter tiefe Grube Flachgewässer und feuchte Weidenbrüche. Im überwiegend trockenen Teil der Grubensohle findet man vegetationslose Sandflächen sowie Trocken- und Magerrasen. In den nährstoffarmen Gewässern findet man zahlreiche Amphibienarten, die hier laichen.NSG Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes. Bei: berlin.de; abgerufen am 23. Mai 2012. In den vergangenen Jahren wurde durch gezielte Pflegemaßnahmen wie die Rodung die fortschreitende Bewaldung der Hänge reduziert. Damit sollen u. a. die südexponierten Hänge offen gehalten werden. Zusätzlich wurden Zäune installiert, damit sich bodennistende Bienen- und Wespenarten ungestört entwickeln können und das Gelände aber gleichzeitig für Besucher offen gehalten werden kann.
Der Zugang zum Naturschutzgebiet erfolgt über den Schildhornweg hinaus über drei befestigte Zugänge. Im Norden und Süden der Sandgrube wurden Rampen installiert; an der nordöstlichen Ecke befindet sich eine Treppe mit 134 Stufen. Insgesamt drei Schautafeln informieren den Besucher über die Kiesgrube, das Feuchtgebiet und die Wärme liebende Fauna.
Weblinks
Flyer Die Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes. (PDF; 5,5 MB) berlin.de; abgerufen am 23. Mai 2012. Verordnung über das Naturschutzgebiet Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes im Bezirk Wilmersdorf von Berlin vom 28. Februar 1992. (PDF; 179 kB) berlin.de; abgerufen am 23. Mai 2012. Karte des Naturschutzgebiets. (PDF; 450 kB) berlin.de; abgerufen am 23. Mai 2012.
Einzelnachweise
Kategorie:Naturschutzgebiet in Berlin Kategorie:Ehemaliger Tagebau Kategorie:Berlin-Grunewald Kategorie:Technikgeschichte (Berlin) Kategorie:Schutzgebietsgründung 1992