Der Große Preis von Deutschland 1953 (offiziell XVI Großer Preis von Deutschland) fand am 2. August auf dem Nürburgring in Nürburg statt und war das siebte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1953.

Bericht

Hintergrund Vor dem Start stand die Titelverteidigung von Alberto Ascari fast schon fest. Er hatte bis dahin 33,5 von den 36 laut Reglement in der Saison möglichen Punkten erreicht. Lediglich Mike Hawthorn und Juan Manuel Fangio hatten noch eine Minimalchance auf den Titel, sollten sie alle noch ausgestehenden Rennen gewinnen und dabei die schnellste Runde fahren, Ascari jedoch maximal einen Punkt (und Fangio keine Punkte) erzielen, so wären Hawthorn auf 35 bzw. Fangio auf 34 Punkte gekommen und hätten ihn noch übertreffen können.

José Froilán González hatte sich bei einem Sportwagenrennen in Lissabon eine Woche zuvor verletzt und fiel für den Rest der Saison aus. Er stand zwar noch auf der Nennliste, das Maserati-Team trat aber nur mit drei Fahrern (Fangio, Onofre Marimón und Felice Bonetto) an. Ferrari war mit seinen Stammpiloten Ascari, Giuseppe Farina, Luigi Villoresi und Hawthorn vertreten. Neben den Werksteams von Connaught (Prinz Bira, Roy Salvadori, Kenneth McAlpine) und Gordini (Maurice Trintignant, Jean Behra, Harry Schell) füllten noch zahlreiche, vor allem deutsche Privatfahrer das Feld. Insgesamt gingen 34 Nennungen ein, was aber angesichts der Länge der Strecke kein Problem darstellte.

Der Große Preis von Deutschland 1953 war das einzige Rennen in der Geschichte der Automobilweltmeisterschaft, an dem das Staatliche Rennkollektiv der DDR teilnahm.

Mit Ascari (dreimal) trat ein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Im Training erreichte einzig Ascari eine Rundenzeit unter zehn Minuten und sicherte sich damit die Pole-Position vor Fangio, Farina und Hawthorn. Trintignant konnte je einen Maserati und Ferrari hinter sich lassen und belegte den fünften Startplatz in der zweiten Reihe. Seine Zeit war aber schon 22 Sekunden länger als die von Ascari. Wolfgang Seidel im Veritas, benötigte fast drei Minuten mehr als Ascari.

Rennen Den Start gewann Fangio, doch Ascari konnte ihn noch im Verlauf der ersten Runde überholen und diese mit einem Vorsprung von zehn Sekunden auf das Verfolgerfeld beenden. Der an zweiter Stelle liegende Fangio wurde von Hawthorn angegriffen. Die beiden lieferten sich in der Folge ein Duell, bei dem mal der eine, mal der andere vorn lag, am Ende einer Runde jedoch immer Hawthorn.

Das Rennen schien sich zu einer in der Vergangenheit häufig gesehenen Alleinfahrt von Ascari zu entwickeln, bis er aus der fünften Runde auf nur drei Rädern die Box ansteuerte. Ein Rad hatte er verloren. Da er auf den drei Rädern auch nicht gut bremsen konnte, kam er erst hinter seiner Box zum Stehen. Das Zurückschieben und die Reparatur kosteten ihn vier Minuten. Jetzt lag Hawthorn vorn, Fangio immer noch dicht dahinter. Durch das Duell der beiden konnte Farina zu ihnen aufschließen und beide im Verlauf der achten Runde überholen. Fangio gelang es in dieser Runde außerdem, an Hawthorn vorbeizugehen. Diese Reihenfolge blieb bis ins Ziel unverändert. Es war Farinas fünfter und letzter Sieg in einem Weltmeisterschaftslauf. Ascari konnte nach seiner Reparatur wieder vier Plätze gutmachen, aber sein Wagen lag nach der Reparatur schlecht, und so tauschte er ihn am Ende der neunten Runde gegen den Wagen Villoresis. Mit diesem Wagen fuhr er die schnellste Runde (9:56,0 Minuten), doch in der 15. Runde musste er ihn mit Motorschaden an der Box abstellen. Dennoch konnte er am Ende des Rennens die Titelverteidigung feiern, denn keiner seiner verbleibenden Rivalen hatte das Rennen gewonnen.Soweit nicht anders angegeben basierend auf: Lang, Mike; Grand Prix 1950–1965; Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 S. 62 f. (ISBN 0-85429-276-4) (englisch)

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 2 3 4 5 Maserati A6GCM Maserati 2.0 L6 6 7 8 9 Gordini T16 (1952) Gordini 2.0 L6 10 11 12 Connaught A Lea-Francis 2.0 L4 14 Connaught A Lea-Francis 2.0 L4 15 16 Emmanuel de Graffenried 17 Maserati A6GCM Maserati 2.0 L6 18 Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 19 Cooper T24 Alta 1.5 Ecurie Rosier 20 Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 Hans Stuck 21 AFM-50 Bristol 2.0 L6 Wolfgang Seidel 22 Veritas RS BMW 2.0 L6 Willi Heeks 23 Veritas Meteor Veritas 2.0 L6 Theo Helfrich 24 Veritas RS BMW 2.0 L6 Oswald Karch 26 Veritas RS BMW 2.0 L6 Helmut Niedermayr 28 AFM-50 BMW 2.0 L6 Ernst Loof 30 Veritas Meteor Veritas 2.0 L6 Erwin Bauer 31 Veritas BMW 2.0 L6 Hans Herrmann 32 Veritas Meteor Veritas 2.0 L6 34 Ferrari 500 Ferrari 2.0 35 EMW R1 BMW 2.0 L6 Dora Greifzu 36 BMW Greifzu BMW 2.0 L6 Ernst Klodwig 37 BMW-Eigenbau BMW 2.0 L6 Equipe Anglaise 38 Cooper T23 Bristol 2.0 L6 39 Rodney Nuckey 40 Cooper T23 Bristol 2.0 L6 Karl-Günther Bechem 41 AFM-50 Sport BMW 2.0 L6

Klassifikation Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Startreihe1 9:59,8 min1 R2 10:03,7 min1 RM3 10:04,1 min1 LM4 10:12,6 min1 L5 10:21,7 min2 R6 10:22,8 min2 M7 10:40,8 min2 L8 10:41,0 min3 R9 10:45,5 min3 RM10 10:46,6 min3 LM11 10:46,6 min3 L12 10:48,3 min4 R13 10:57,5 min4 M14 10:59,8 min4 L15 11:02,1 min5 R16 11:07,3 min5 RM17 11:08,7 min5 LM18 11:18,0 min5 L19 11:18,9 min6 R20 11:22,1 min6 M21 11:23,4 min6 L22 11:27,4 min7 R23 11:37,2 min7 RM24 11:40,8 min7 LM25 11:45,5 min7 L26 11:49,5 min8 R27 11:53,1 min8 M28 11:56,3 min8 L29 11:59,3 min9 R30 12:13,3 min9 RM31 12:16,8 min9 LM32 12:24,6 min9 L33 keine Zeit10 R34 keine Zeit10 M35 keine Zeit

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Start Schnellste Runde 1 18 3:02:25,0 h 3 2 18 + 1:04,0 min 2 3 18 + 1:43,6 min 4 4 18 + 8:48,6 min 7 5 17 + 1 Runde 11 6 17 + 1 Runde 12 7 17 + 1 Runde 198 9 + 1 Runde1 8 9 17 + 1 Runde 14 10 17 + 1 Runde 22 11 16 + 2 Runden 20 12 16 + 2 Runden 28 13 16 + 2 Runden 16 14 16 + 2 Runden 26 15 15 + 3 Runden 32 16 14 + 4 Runden 29– 10DNF6 5 9:56,0 min (12.) – 15 DNF 17 – 13 DNF 8 – 12 DNF 24 – 12 DNF 25 – 10 DNF 34 – 8 DNF 18 – 7 DNF 9 – 6 DNF 10 – 6 DNF 15 – 3 DNF 21 – 3 DNF 27 – 2 DNF 30 – 1 DNF 5 – 1 DNF 13 – 1 DNF 33 – 0 DNF 23 – – 0 DNF 31 –DNS – – – –

WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählten nur die vier besten Ergebnisse aus acht Rennen. Zahlen in Klammern sind Streichresultate.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 33,5 (37,5) 2 Ferrari 20 3 Maserati 19 4 Ferrari 18 (20) 5 Maserati 13,5 (14,5) 6 Ferrari 13 7 Kurtis Kraft 9 8 Maserati 7 9 Kurtis Kraft 6 10 Maserati 5 11 Maserati 4 12 Maserati 2 13 Kurtis Kraft 2 14 Kurtis Kraft 2 15 Kurtis Kraft 2 16 Gordini 2 17 Kurtis Kraft 1,5 18 Kurtis Kraft 1,5 19 Gordini 0 20 Ferrari 0 21 Gordini 0 22 Cooper 0 23 H.W.M. 0 24 Connaught 0 25 Cooper / Connaught 0 26 Cooper 0 27 Cooper 0 28 Ferrari 0 29 Gordini 0 30 Cooper 0 31 Connaught / Maserati 0 32 Veritas 0 33 Cooper 0 34 H.W.M. 0 35 Connaught 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 36 H.W.M. 0 37 OSCA 0 38 Cooper 0 39 Veritas 0 40 Connaught 0 41 BMW 0 42 BMW 0 43 Veritas 0 – Gordini 0 – Gordini 0 – Cooper 0 – Simca-Gordini 0 – Gordini 0 – Connaught 0 – H.W.M. 0 – Simca-Gordini 0 – Veritas 0 – OSCA 0 – Cooper 0 – Connaught 0 – H.W.M. 0 – Connaught 0 – H.W.M. 0 – Cooper 0 – Cooper 0 – E.M.W. 0 – Veritas 0 – Veritas 0 – A.F.M. 0 – Ferrari 0 – A.F.M. 0 – Veritas 0 – A.F.M. 0 – Veritas 0

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Einzelnachweise

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