Die Chengdu-Kunming-Bahn () ist eine Nord-Süd-Eisenbahnstrecke, die Chengdu und Kunming, die beiden Hauptstädte der südwestchinesischen Provinzen Sichuan und Yunnan, miteinander verbindet. Sie ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Südwestchinas und insgesamt 1100 Kilometer lang. Die weitgehend eingleisige Strecke wurde in den Jahren 1958 bis 1970 erbaut und zwischen 1994 und 2000 durchgehend elektrifiziert.

Strecke Die Cheng-Kun-Bahn führt durch das Gebiet des Hengduan-Gebirges. Die Bahn überquert unter anderem die großen Flüsse Min Jiang, Qingyi Jiang, Dadu He und Jinsha Jiang (Chang Jiang).

Wichtige Stationen auf ihrer Strecke sind Chengdu, Pengshan, Jiajiang, Emei, Ebian, Ganluo, Xide, Xichang, Dechang, Miyi und Panzhihua in der Provinz Sichuan und Yuanmou, Lufeng, Anning und Kunming in der Provinz Yunnan.

Im Norden gibt es die Verbindungen: Bao-Cheng-Bahn 宝成铁路 (Baoji–Chengdu) Cheng-Yu-Bahn 成渝铁路 (Chengdu–Chongqing)

Im Süden gibt es die Verbindungen: Gui-Kun-Bahn 贵昆铁路 (Guiyang–Kunming) Kun-He-Bahn 昆河铁路 (Kunming–Hekou)

Parallel zur bestehenden Strecke wurde ab Oktober 2007 eine 915 Kilometer lange, durchgehend zweigleisige Neubaustrecke in sechs Teilabschnitten gebaut, welche für 160 km/h ausgelegt ist. Der erste Abschnitt Guangtong–Kunming ging im Dezember 2013 in Betrieb und mit dem letzten Abschnitt Emei–Miyi im Dezember 2022 wurde die Strecke fertiggestellt. Es war der letzte fertigzustellende Abschnitt des 3375 Kilometer langen Schnellfahrkorridors Peking–Kunming. Die Reisezeit von Chengdu nach Kunming ist dadurch auf ungefähr sechs Stunden verkürzt worden.

Mit Eröffnung des Neubauabschnittes Panzhihua–Yongren am 6. Januar 2020 wurde der 56 Kilometer lange Abschnitt Huapengzi–Huangguayuan der Altstrecke für den Bau der Wudongde-Talsperre stillgelegt, gleichzeitig wurden die nördlich anschließenden 13 Kilometer bis Lazha unter Denkmalschutz gestellt.

Betrieb Nachdem die Strecke wegen diverser Nachbesserungen zum 1. Januar 1971 endlich in Betrieb genommen wurde, entwickelte sich der Verkehr rasant. Vor allem für das Volk der Yi in deren autonomer Region Liangshan bot die Bahn erstmals die Möglichkeit, regelmäßig die Schule oder Märkte zu besuchen. Es gab durchgehende Personenzüge von Chengdu nach Dukou (ab 1978 Panzhihua), die an jeder Station anhielten. 1978 wurde diese Verbindung nach Geliping verlängert und 1989 in zwei Teillinien mit Trennung in Puxiong gesplittet. Auch später, als von 1995 bis 2018 der Fahrpreis von 2 Yuan stabil gehalten wurde, blieb der Personenverkehr auf der Strecke das Rückgrat der Region. Heute wird der Großteil des Personenverkehres über die Neubaustrecke gefahren, die Altstrecke wird von Regional- und Lokalzügen bedient.

Vorkommnisse Die Bahnstrecke wurde aufgrund der Topographie wiederholt Schauplatz massiver Beschädigungen. Vor allem den geologischen Gegebenheiten entlang des Niuri-Flusstales wurde bei der Trassenfindung nicht genügend Beachtung geschenkt, nach dem Bau kam es in den Abschnitten Niri–Suxiong und Lianghong–Aidai wiederholt zu Murgangkatastrophen. Ausgabe Z1 (im Original chinesisch). Ausländische Experten sagten einst voraus: „Selbst wenn die Eisenbahnstrecke Chengdu–Kunming fertig gebaut wird, wird die Naturgewalt sie innerhalb von 10 Jahren mit Sicherheit in einen Schrotthaufen verwandeln.“Wang Yibiao et al: In: People's Daily. 14. Dezember 2020, abgerufen am 1. August 2026 (chinesisch)

Am frühen Morgen des 9. Juli 1981 wurde die 17 Meter hohe und 110 Meter lange Brücke über die Schlucht der Liziyida, einem Nebenfluss des Dadu He, durch einen Erdrutsch zerstört. Der von Süden kommende Schnellzug Nr. 442 „Toshio Ida“ von Geliping nach Chengdu fuhr um 01:47 Uhr in die Lücke, die Lokomotive, der Gepäckwagen und ein Personenwagen stürzten in den Fluss ab. Der nächstfolgende Waggon entgleiste noch im Tunnel und kippte außerhalb dann um. Bei dem Unglück kamen über 240 Menschen ums Leben (nach anderer Quelle 360) oder wurden vermisst. Darüber hinaus wurden 146 Menschen verletzt. Es dauerte bis zum 24. Juli, um den Bahnverkehr über eine provisorische Brücke wieder aufzunehmen. Anschließend wurde der Streckenabschnitt durch einen Umfahrungstunnel ersetzt, der im Mai 1984 in Betrieb genommen wurde. Der Nainaibao-Tunnel und die provisorische Brücke wurden stillgelegt. National Natural Science Foundation of China. 4. Dezember 2006, abgerufen am 1. August 2026 (im Original chinesisch)

Zwischen Ende Juli und Mitte August 2019 zerstörten mehrere Murenabgänge im Kreis Ganluo zwischen Lianghong und Aidai sowie zwischen Ganluo und Nanergang wiederholt Streckenteile der Cheng-Kun-Bahn. Vom 25. Juli bis zum 15. August erreichte die Niederschlagsmenge an der nächstgelegenen Messstation im Dorf Yanrun in der Gemeinde Xinshiba des Kreises 303 Millimeter, was rund ein Drittel des mittleren Jahresniederschlages von 880 Millimetern beträgt. Durch den anhaltenden Starkregen und die Sonneneinstrahlung wurden die Hanglagen anfällig für Risse und Erdrutsche. In: Sichuan Online. 15. August 2019, abgerufen am 1. August 2026 (chinesisch) Erstmals wurden die Abschnitte am 29. Juli verschüttet, wodurch die Strecke unterbrochen werden musste. Nach Notfallreparaturen konnte der Güterverkehr am 2. August um 9:31 Uhr wieder aufgenommen werden. In: Xinhua News Agency. 2. August 2019, abgerufen am 1. August 2026 (chinesisch). Wenige Tage später, am 4. August gegen 9:40 Uhr, ereignete sich jedoch erneut ein Erdrutsch in großer Höhe rechts oberhalb Streckenkilometer 310 zwischen Lianghong und Aidai. Mehr als 4.000 Kubikmeter Schlamm und Gestein ergossen sich in den Tunnel Zhaibangou Nr. 1 und begruben etwa 1.000 Meter Gleise. Der Schlamm erreichte eine maximale Höhe von 3,50 Metern, wodurch die Strecke erneut unterbrochen werden musste. Nach mehrtägigen Notfallreparaturen konnte der Güterverkehr am 10. August wieder aufgenommen werden. Doch bereits am 14. August um 12:44 Uhr ereignete sich in der Nähe der Tunnel 2 und 3 ein Erdrutsch aus über 190 Metern Höhe. Siebzehn Arbeiter, die noch mit der Reinigung der Gleise am Ausgang des Tunnels 2 beschäftigt waren und dort Schlamm und Hindernisse beseitigten, kamen ums Leben. Der Güterverkehr auf dem betroffenen Streckenabschnitt wurde am 25. Oktober desselben Jahres wieder aufgenommen, der Personenverkehr am 2. Dezember.He Qinhua: In: Beijing News. 30. November 2019, abgerufen am 1. August 2026 (chinesisch). Als Konsequenz aus den wiederkehrenden Schlammlawinen wurde der Abschnitt komplett neu gebaut, das 2,44 Kilometer lange Projekt umfasste den Bau des Yandai-Tunnels, der Laguzi-Brücke und den Wiederaufbau der Aidai-Brücke. Die Bauarbeiten begannen am 7. September 2019 und wurden am 26. April 2020 endgültig abgenommen, sodass seither der Verkehr dort über die neue Trasse rollt.Li Dan: In: Sichuan News Network. 26. April 2020, abgerufen am 1. August 2026 (chinesisch).

Nur vier Monate später ereignete sich am 30. August 2020 in Heixiluogou, Gemeinde Azijue, aufgrund anhaltender Regenfälle eine Sturzflut mit Erdrutsch. Dabei wurde die Eisenbahnbrücke Heixiluo bei Kilometer 295+375 flussaufwärts des Bahnhofs Suxiong zerstört. Die Bahnbehörde brachte betroffene Anwohner mit Gleisbaufahrzeugen in Sicherheit. Es wurde eine die Unglücksstelle umgehende Betonfahrbahn errichtet, um den Bahnverkehr vorübergehend wieder aufzunehmen. Die Strecke wurde am 13. September für Gütertransporte wiedereröffnet und der Personenverkehr am 1. Januar 2021 wieder aufgenommen. In: China News. 29. Dezember 2020, abgerufen am 1. August 2026 (chinesisch). Die Eisenbahnbehörde plant langfristig den Bau eines Tunnels und eines Aquädukts, um die Sicherheit dauerhaft zu gewährleisten.Liu Jingwei und Du Xiaying: China Railway No. 10 Bureau. In: Xinhua News Agency. 8. September 2020, abgerufen am 1. August 2026 (chinesisch).

Unfälle Am 28. April 1971 verlor Personenzug Nr. 4302 zwischen den Bahnhöfen Xiapuxiong und Tiexi die Verbindung zur Druckluftleitung und die Bremsen versagten, was zu einem Frontalzusammenstoß mit dem Güterzug Nr. 9013 führte. Bei dem Unfall starben 26 Menschen und 105 wurden verletzt. 3 Lokomotiven und 14 Güterwagen wurden zerstört, der Zugverkehr war für über 80 Stunden unterbrochen. S. 155 (chinesisch).

Am 24. April 2006 stahlen vier Täter am Bahnhof Shamalada Eisenbahnbedarf. Während des Diebstahls aus einem Güterzug fielen Teile der gestohlenen Baumwollstoffe herunter und verteilten sich auf den Gleisen. Dadurch entgleisten mehr als zehn Waggons eines vorbeifahrenden Güterzuges, der Zugverkehr auf dem Abschnitt war für fast 17 Stunden unterbrochen. Der Vorfall ging später als „4.25 – Schwerer Schaden an Verkehrsanlagen“ in die Geschichte ein.

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Weblinks

Siehe auch Liste chinesischer Eisenbahnstrecken

Einzelnachweise

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