Der Maxsee ist ein 68 Hektar umfassender polymiktischer und polytropher Flachsee südwestlich von Hoppegarten, einem Ortsteil der brandenburgischen Stadt Müncheberg im Landkreis Märkisch-Oderland. Der am Südrand der Märkischen Schweiz gelegene See wird von der Löcknitz durchströmt und in die Spree entwässert. Mit ausgedehnten Bruchwald- und Versumpfungsbereichen, angrenzenden Röhrichten, Hochstaudenfluren, Seggenrieden und mit dem naturnahen Abfluss Mühlenfließ ist der Gewässerbereich im Biotopverbund zwischen Rotem Luch und Löcknitztal als FFH-Gebiet ausgewiesen. Der weitgehend waldbestandene See wird als Bade- und Angelgewässer genutzt.
Lage und Geomorphologie Dem Maxsee nördlich vorgelagert und mit ihm verbunden ist der sogenannte Torfstich Maxsee, der über eine Fläche von rund 30 Hektar verfügt und heute als See ausgeprägt ist. Das Dorf Hoppegarten befindet sich unmittelbar nördlich des Torfstichsees und wird von den hier vereinten Bundesstraßen 1 und 5 passiert. Südlich des Dorfes erreicht der Oberlauf der Löcknitz, auch Hoppegartener Fließ genannt, den (ehemaligen) Torfstich. Der Maxsee ist nahezu vollständig von Wäldern umschlossen, im Westen von der Hinter- und im Osten von der Mittelheide.
mini|hochkant=1.7|links|Lage des Maxsees südlich der Löcknitz-Stöbber-Rinne
Das Gewässer liegt in der Mündung eines östlichen Seitentals der glazialen Schmelzwasserrinne, die sich in den letzten beiden Phasen der Weichsel-Eiszeit zwischen dem von Toteis gefüllten Oderbruch und dem Berliner Urstromtal (heutiges Spreetal) herausgebildet hat und die Barnimplatte von der Lebuser Platte trennt. Diese rund 30 Kilometer lange und zwei bis sechs Kilometer breite Buckower Rinne (auch: Löcknitz-Stöbber-Rinne) entwässert vom Niedermoor- und Quellgebiet Rotes Luch über den Stobber nach Nordosten zur Oder und über Stobberbach/Löcknitz nach Südwesten zur Spree.Claus Dalchow, Joachim Kiesel: (PDF; 2,9 MB). In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge, Hrsg.: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, Kleinmachnow Heft 1/2 2005, , S. 81.LAG Märkische Schweiz e. V.: Naturraum Märkische Schweiz.
Das Seitental, in dem nahe der Mündung der Maxsee liegt, ist von der Rinne durch einen acht bis über zwanzig Meter hogen Hügelrücken getrennt.
Der Maxsee wird trotz des Oberlaufs der Löcknitz (Hoppegartener Fließ) wohl zu einem großen Teil direkt von Grundwasser gespeist.Bitte nachweis für direkten Grundwassereintrag nachliefern! Die nach Westen abfließende Löcknitz erhält nach 1,66 km einen etwas größeren Wassereintrag durch den Stöbberbach, der aus dem Niedermoorgebiet des Roten Luches kommt. Eine ebenso großen Zufluss erhält sie nach weiteren 665 m aus dem Lichtenower Mühlenfließ, das zuvor die vier nördlichen der Grünheider Seen durchströmt hat. Die rund 30 Kilometer lange Löcknitz mäandriert von Kienbaum bis zum Grünheider Ortsteil Fangschleuse frei und hat auf mehr als 20 Kilometern, insbesondere im Naturschutzgebiet Löcknitztal, natürliche Uferstrukturen behalten.Jörg Gelbrecht, Gerhard Ziebarth: Das NSG „Löcknitztal“. … Vom Flakensee ist sie Teil der Bundeswasserstraße Rüdersdorfer Gewässer und mündet in den Dämeritzsee der Spree, sodass sie über die Havel und Elbe in die Nordsee entwässert.Brandenburg-Viewer, Digitale Topographische Karten 1:10.000 (Menu anklicken)
Topographie und Hydrologie Morphometrie und Limnologie Laut Datenerhebung des Instituts für angewandte Gewässerökologie Brandenburg aus dem Jahr 2001 ergeben sich folgende topographische, morphometrische und limnologische Werte für den Maxsee: die maximale Tiefe des Gewässers beträgt vier, die mittlere Tiefe rund zwei Meter. Der von Nordost nach Südwest langgestreckte schmale See hat eine maximale Längsausdehnung von 1560 und eine maximale Breite von 480 Metern und beschreibt im südlichen Bereich einen Bogen nach Westen. Seine Fläche beträgt 68 Hektar. Die theoretische Epilimniontiefe (Zepi), definiert als die erwärmte obere durchmischte Wassersäule mit relativ homogener Temperaturverteilung während der Sommerstagnation, beträgt 5,8 Meter. Der Tiefengradient (F) liegt bei 0,7.
Der Maxsee wird unter Berücksichtigung seiner geringen Tiefe und dem daraus resultierenden Tiefengradienten von < 1,5 hinsichtlich der Durchmischung des Wasserkörpers als polymiktisches Gewässer eingeordnet. Aus den Vegetationsmittelwerten chemischer und trophierelevanter Parameter ergab sich 1993 eine Charakterisierung des Sees als polytroph (Trophiestufe IV). Zu dieser Einstufung trugen insbesondere die mittlere Chlorophyll a-Konzentration von 90 µg/l und die Sichttiefe von 0,3 Meter bei. Die hohe Planktonkonzentration ist auf das große Angebot an Nährstoffen zurückzuführen. Dabei lag die mittlere Gesamtstickstoffkonzentration bei 2,0 mg/l, die Gesamtphosphorkonzentration bei 72,8 µg/l. Mit dem pH-Wert 8,5 wies der See schwach alkalische und mit einer Leitfähigkeit von 369 µS/cm (mikroSiemens je Zentimeter) elektrolytarme Verhältnisse auf. Allerdings reichten die erhobenen Daten laut Angabe des Lehrstuhls für Gewässerschutz an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus nicht aus, um Angaben zur natürlichen Trophie abzuleiten.
Seeabfluss Hydrologische Messungen zeigten, dass der bei Forsthaus Bienenwerder beginnende Oberlauf der Löcknitz durch den Maxsee zum Abfluss der Löcknitz bei Kienbaum geringfügig weniger beiträgt als Stöbberbach und Lichtenower Mühlenfließ. Jedoch ist an der Mündung des Stöbberbaches der Oberlauf länger und an der Mündung des Lichtenower Mühlenfließes die Löcknitz durch fast doppelt so wasserreich. Im Jahresmittel 1979 bis 1994 ergaben sich folgende Beiträge der drei Löcknitz-„Quellen“: mini|Der See im Juli 2010 Löcknitz am Abfluss des Maxsees, Pegel Neue Mühle: 0,15 m³/s Stöbberbach, Pegel Heidekrug: 0,17 m³/s Lichtenower Mühlenfließ, Pegel Abfluss Liebenberger See: 0,17 m³/s.Eva Driescher: Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet … , S. 12.
Der Abfluss des Maxsees, ursprünglich ein natürlicher Bach, wurde um 1950 stark begradigt. Die Löcknitz, in diesem Abschnitt traditionell Mühlenfließ (ohne Zusatzbezeichnung) genannt, ist rund fünf bis acht Meter breit und rund 0,5 Meter tief. Ihre Fließgeschwindigkeit beträgt 5 bis 7 cm/s und es ist fast im gesamten Lauf dicht mit Makrophyten (mit bloßem Auge sichtbare Wasserpflanzen) bewachsen. Wie der See selbst ist auch das gering beschattete Fließgewässer hocheutroph; der Maxsee trägt große Mengen Phytoplankton beziehungsweise planktonbürtiges Seston in den Abfluss ein. Die Seston-Konzentration (Seston definiert als partikuläres organisches Material der Wassersäule) lag im Maxsee 1994 im Tagesmittel bei rund 15 mg/l. Allerdings ist das aus dem See eingetragene Phytoplankton nach 1,8 Kilometer Fließstrecke bereits wirkungsvoll eliminiert. So nahm die Seston-Konzentration 1994 während der Wochen der dichten und vitalen Makrophytenbesiedlung um 89 % ab; in den Monaten vor dem Wachstum der Makrophyten beziehungsweise nach dem Niedergang der Makrophyten während der Hitzeperiode lag der Sestonrückhalt auf dieser Fließstrecke bei rund 50 %.Michael Böhme: Sauerstoffhaushalt, Sestonrückhalt und […], S. 60, 66.
Diese zum großen Teil vom Maxsee verursachten schlechten Bedingungen sind laut Böhme für die Ökologie des Fließes und der Löcknitz kaum tolerierbar. Zur Abhilfe schlug er 1996 unter anderem eine Verminderung der Trophie des Speisewassers und/oder eine Veränderung der (Fluss-)Bettmorphologie vor.Michael Böhme: Sauerstoffhaushalt, Sestonrückhalt und […], S. 66, 68.
Schutzmaßnahmen, Flora und Fauna Fischtreppe und FFH-Gebiet In den 1990er-Jahren wurden an der Löcknitz unterhalb des Maxsees wie auch am Lichtenower Mühlenfließ unterhalb des Liebenberger Sees Fischtreppen gebaut, um den Zugang zu den Seen für wandernde Fischarten wieder passierbar zu machen. 2003 wurde die Fischwanderhilfe vom Mühlenfließ zum Maxsee durch elf Becken auf einer Länge von 160 Metern erweitert, sodass die Fische die Höhendifferenz von einem Meter auf einem Gefälle von 1:160 überwinden können. Seit 1414 war die ökologische Durchgängigkeit am Maxseeabfluss durch den Mühlenstau behindert.Frank Friedrich: (PDF; 5,7 MB) Zudem wurden der Maxsee und Teile seiner Umgebung im Verbund Natura 2000 mit 350 Hektar als FFH-Gebiet ausgewiesen. Die Ausweisung dient der Erhaltung oder Entwicklung der Lebensraumtypen nach Anhang I und der Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie. Charakterisiert wird das Gebiet als polytropher Flachsee mit ausgedehnten Bruchwald- und Versumpfungsbereichen und angrenzende[n] Röhrichte[n], Hochstaudenfluren, Seggenrieder[n]. Zudem wird auf das naturnahe Mühlenfließ im Biotopverbund zwischen Rotem Luch und Löcknitztal hingewiesen. Als Qualität wird betont: Charakteristisches Biotopspektrum der eutrophen Verlandungsserie, sehr gut ausgeprägte feuchte Hochstaudenfluren, Wälder mit wertvollen Orchideenbeständen. Bemerkenswert sei zudem der im Ostteil verlaufende Åszug, der zu den größten und am besten ausgeprägten Åsern in ganz Brandenburg gehöre.Bundesanstalt für Wirtschaft und Ernährung. FFH-Gebiet Maxsee. Standort-Details.
Tiere mini|Die Wälder reichen dicht an den See heran
Im Anhang II der FFH-Richtlinie ist unter den schützenswerten Fischen des Gebietes der laut Roter Liste in Brandenburg stark gefährdete Steinbeißer vermerkt,Gesamtartenliste und Rote Liste der Fische und Neunaugen (Pisces et Cyclostomata) von Berlin: S. 87–S. 91 in Fische in Berlin - Bilanz der Artenvielfalt", herausgegeben vom Fischereiamt Berlin der vorrangig im sandigen Auslaufbereich der Fischtreppe am Maxsee lebt. Im See kommen in Brandenburg zurückgehende Aale und Zander vor. Im Jahr 2004 wurden am Fischaufstieg zum Maxsee zudem folgende Fischarten nachgewiesen: Plötze, Blei, Güster, Gründling, Graskarpfen, Flussbarsch, Schleie, Kaulbarsch, Ukelei, Rotfeder, Hecht und Karpfen. An wirbellosen Tieren führt der Anhang II die Schmale- und Bauchige Windelschnecke an. Dabei gilt die Schmale Windelschnecke in Brandenburg allerdings inzwischen als nicht mehr gefährdet, während die Bauchige Windelschnecke noch als gefährdet (Gefährdungsstufe 3) gelistet ist.Eva Hackenberg, Volker Herdam: (PDF; 236 kB) Bearbeitungsstand Dezember 2003. In: Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere von Berlin. (Enthält auch die Listung für Brandenburg.) An Säugetieren hebt der Anhang II der FFH-Richtlinie das Vorkommen des auch in Brandenburg noch stark gefährdeten Fischotters hervor. Außerdem gibt es am nordwestlichen Ufer deutliche Biberspuren.
Pflanzen Die Erklärung des Sees und seiner Umgebung zum FFH-Gebiet erfolgte vor allem auch wegen der Vorkommen der Sumpf-SchafgarbeBundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Achillea ptarmica. und des Kriechenden Günsels,Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Ajuga reptans. die nach Anhang II als besonders schützenswerte FFH-Art ausgewiesen sind. In Brandenburg sind die beiden krautigen Pflanzen allerdings „nur“ als gefährdet eingestuft.Rüdiger Prasse, Michael Ristow: Liste der wildwachsenden Gefäßpflanzen des Landes Berlin mit Roter Liste. (PDF; 10,2 MB) Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.). Kulturbuch-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-88961-137-0, S. 19. Hinweis: Die Liste Berlins enthält auch die Einstufungen in Brandenburg. An Lebensraumtypen hebt das Bundesamt für Naturschutz folgende schützenswerte Lebensgemeinschaften hervor: natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut- oder Froschbiss-Gesellschaften, Fließgewässer mit flutender Wasservegetation, Steppenrasen, Pfeifengraswiesen, Feuchte Hochstaudenfluren, magere Flachland-Mähwiesen, alte bodensaure Eichenwälder auf Sandböden mit Stieleiche, subkontinentale basenreiche Sandrasen. Teilweise sind großflächige Schilfbestände entwickelt.
Etymologie und Besiedlung Etymologie