Kurt Arthur Hermann Jung (* 13. Juni 1923 in Gießen; † 22. Oktober 1990 in Agadir,Melderegisterauskunft der Freien und Hansestadt Hamburg Marokko) war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher.
Leben Kurt Jung absolvierte seine Berufsausbildung 1941/42 an der Hochschule für Theater in Frankfurt am Main, wo er bis 1942 auf der Bühne des Schauspielhauses stand. Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung nahm er 1945 am Stadttheater Esslingen seine schauspielerische Tätigkeit wieder auf. Weitere Bühnenstationen waren das Neue Theater Stuttgart bis 1947, das Stadttheater Göttingen bis 1948, das Bremer Künstlertheater bis 1949, die Hamburger Kammerspiele bis 1950, das dortige Thalia Theater bis 1954 sowie das Düsseldorfer Schauspielhaus bis 1955. Danach kehrte er zum Ensemble des Thalia Theaters Hamburg zurück. Er verkörperte zahlreiche bekannte Bühnenrollen wie den Orest in Goethes Iphigenie auf Tauris und den Biff in Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden. Zuletzt sah man Kurt A. Jung auf der Bühne des Hamburger Ernst-Deutsch-Theaters, wo er in der Spielzeit 1988/89 neben Friedrich Schütter in der Titelrolle den Diener Shunderson in der Curt-Goetz-Komödie Dr. med. Hiob Praetorius spielte.
Mit dem Thalia-Theater war Jung in der Rolle des Grafen Bellievre in einer Inszenierung Boy Goberts mit dem Stück Maria Stuart von Friedrich Schiller von Mai bis Juni 1976 auf einer fünfwöchigen Gastspielreise durch die damalige Sowjetunion und Polen mit Auftritten in Leningrad, Riga, Wilna, Moskau und Warschau.Gastspiele in der UdSSR und Polen 1976, herausgegeben vom Hamburger Thalia-Theater 1978
1947 gab Jung in Liebe 47, Wolfgang Liebeneiners Adaption von Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür, sein Spielfilmdebüt. Es folgten zahlreiche Auftritte in Spielfilmen und Fernsehproduktionen. Jung spielte in den Edgar-Wallace-Verfilmungen Die toten Augen von London und Das Rätsel der roten Orchidee, in Friedrich Dürrenmatts Shakespeare-Adaption König Johann mit Hans Korte in der Titelrolle, neben Hans Albers in Das Herz von St. Pauli und neben Peter Alexander in Géza von Cziffras Filmkomödie Salem Aleikum. Zudem übernahm er Gastrollen in verschiedenen Fernsehserien wie Großstadtrevier (die beiden Folgen wurden erst nach seinem Tod gesendet), Hamburg Transit und Polizeifunk ruft. Durchgehende Rollen hatte Jung in der fünfteiligen Verfilmung von Hans Falladas Roman Bauern, Bonzen und Bomben sowie in den Vorabendserien Hoftheater und Sommer in Lesmona. Außerdem gehörte er zum Ensemble von Peter Frankenfelds Hörfunksendung Peters Bastelstunde und wirkte auch bei der späteren Ausstrahlung der Bastelstunde im Fernsehen mit. Darüber hinaus war er gemeinsam mit Anaid Iplicjian Gastgeber des deutschen Vorentscheids zum Grand Prix Eurovision de la Chanson am 20. Januar 1958.
Daneben arbeitete Jung auch umfangreich als Sprecher für Hörspiel und Synchron. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme unter anderem Michael Gough in Verbrechen ohne Schuld, Ferdy Mayne in Endstation Harem, Gérard Oury in In den Krallen der Gangster und George Pastell in Tiger Bay.
Filmografie (Auswahl) 1949: Liebe 47 1950: Der Schatten des Herrn Monitor 1950: Mädchen mit Beziehungen 1950: Des Lebens Überfluß 1950: Lockende Gefahr 1951: Das gestohlene Jahr 1951: Engel im Abendkleid 1951: Die verschleierte Maja 1952: Die Diebin von Bagdad 1953: Blume von Hawaii 1953: Keine Angst vor großen Tieren 1954: Der Klax 1954: Sie 1954: Geld aus der Luft 1955: Mamitschka 1955: Der kleine Napoleon 1956: Zu Befehl, Frau Feldwebel! 1957: Lemkes sel. Witwe 1957: Das Herz von St. Pauli 1958: Der Maulkorb 1958: Das Mädchen mit den Katzenaugen 1959: Frau im besten Mannesalter 1959: Bobby Dodd greift ein 1959: Der blaue Nachtfalter 1959: Salem Aleikum 1961: Die toten Augen von London 1961: Geliebte Hochstaplerin 1961: ...und wer küßt mich? 1961: Bei Pichler stimmt die Kasse nicht 1962: Das Rätsel der roten Orchidee 1963: Stalingrad 1963: Wassa Schelesnowa 1963: Die erste Lehre / Willy 1964: Frau Luna 1964: Show hin – Schau her 1964: Das Kriminalgericht – Der Fall Calmette 1965: Auf hoher See 1965: Der Fall Hau 1966: Der Richter von London 1966: Intercontinental Express – Des Rätsels Lösung 1967: Ein Fall für Titus Bunge – Lucy dreht ein Ding 1967: Keine Angst vor Kolibris 1967: Bei uns daheim 1968: Der eiserne Henry 1969: Troilus und Cressida 1970: Polizeifunk ruft – Leuchtspuren 1970: Maximilian von Mexiko 1971: König Johann 1971: Hänsel und Gretel 1972: Nicht Lob – noch Furcht. Graf Galen, Bischof von Münster 1973: Wer einmal in das Posthorn stößt 1973: Eine Frau bleibt eine Frau 1973: Bauern, Bonzen und Bomben 1973: Gabriel 1973: Peters Bastelstunde 1974: Hamburg Transit – Awuku 1974: Im Auftrag von Madame – Wackelkontakt 1975: Hoftheater 1976: Aus nichtigem Anlaß 1988: Sommer in Lesmona 1991: Großstadtrevier – Tod auf Raten 1992: Großstadtrevier – Die lieben Alten
Hörspiele (Auswahl) 1947: Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick (Schutzmann) – Regie: Alfred Vohrer (SDR) 1947: Erich Kästner: Das lebenslängliche Kind (Baron Rähnitz) – Regie: Alfred Vohrer (SDR) 1947: Fred Wiesen: Die Geheimen (Wärter) – Regie: Alfred Vohrer (SDR) 1950: Götter, Gräber und Gelehrte (2. Teil: Die Goldene Mauer) 1950: Hundert Kronen (Illusion) 1951: Am Ende der Straße 1953: Das Schiff Esperanza 1954: Meine Frau wohnt nebenan 1954: Der Passagier vom 1. November (1. Teil: Stadt im Nebel) 1954: Kein Lorbeer für Augusto 1954: Caro 1955: Die gestohlene Muse 1955: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Verdacht genügt) 1955: Pipapo – Die Geschichte eines Drehbuchs 1956: Das Flandrische Weihnachtsspiel 1957: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Dschungelmord) 1957: Der Mann, der nicht schlafen konnte (3 Folgen) 1958: Der Seelenberater 1959: Der Doktor und die Teufel (2. Teil) 1959: Mord im Nebel 1959: Die Räuber von Kardemomme 1960: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Die Quoten für das dritte Rennen) 1960: Der geheimnisvolle Spruch 1960: Das Buch und der Pfiff 1961: Prinz Eisenfraß, der rächende Ritter 1962: Der Blaumilchkanal 1962: Das glückhafte Schiff von Dorkum 1963: Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen 1963: Alchimons Apfel 1963: Die Ordonier und die Arnitarier 1963: Der Entartete 1963: Das Wespennest 1964: Monolog 1967: Der Bräutigam 1968: Ferien in Florida 1969: „O“ 1971: Verbindliche Auskunft 1977: Arthur Arthur
Literatur Who’s Who in the Arts and Literature, Bd. 2: Applied Arts and Music, Karl Strute und Theodor Doelken (Hrsgg.), 3. Auflage, Zürich: red series 1983, S. 332. Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, .
Weblinks
Verzeichnis der Hörspiele mit Kurt A. Jung in der ARD-Hörspieldatenbank
Einzelnachweise
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