U 46 war ein U-Boot welches im Rahmen eines Kriegsauftrags als MS-(Mobilmachungs)-Typ für die deutsche Kaiserliche Marine gebaut wurde.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 33. Danach war es für kurze Zeit als O 2 (jap. , maru ni sensuikan) in der Kaiserlich Japanischen Marine aktiv.
Bau und Indienststellung Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, welches als Hochseeboot für die ozeanische Verwendung in einem Amtsentwurf konzipiert wurde. Der Auftrag zum Bau dieses U-Bootes wurde am 4. August 1914 an die Kaiserlichen Werft in Danzig erteilt. Der Stapellauf erfolgte am 18. Mai 1915. Die Indienststellung am 17. Dezember 1915 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Leo Hillebrand (* 1885), der seit 1905 in der Kaiserlichen Marine diente. Kurz vor dem Krieg hatte er zwei Jahre beim Ostasiengeschwader in Asien verbracht.
Technik Das U-Boot war 65 m lang, 6,2 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,74 m sowie eine Verdrängung von 725 Tonnen über und 940 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 36 Mann, wovon vier Offiziere waren. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren zwei Sechs-Zylinder-Viertakt Dieselmotoren S 6 V 41/42 von MAN mit zusammen 1.471 kW (2.000 PS). Zur Unterwasserfahrt kamen zwei SSW-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit 880 kW (1.200 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 15,2 kn (über Wasser) bzw. 9,7 kn (unter Wasser) möglich. Der Aktionsradius betrug bis zu 11400 NM bei 8 kn Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn wurden 51 NM erreicht bei einer maximalen Tauchtiefe von 50 Meter. Die sechs mitgeführten Torpedos konnten über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden, ebenso war ein 8,8-cm-Schnellfeuergeschütz eingebaut, welches später um ein weiteres Geschütz derselben Bauart ergänzt wurde. Ab 1916/17 wurden diese beiden Geschütze durch ein 10,5-cm-Schnellfeuergeschütz ersetzt.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 36.
Einsätze und Verbleib U 46 führte während des Ersten Weltkriegs elf, nach anderen Quellen 14, Feindfahrten im östlichen Nordatlantik und in der Barentssee durch. Dabei wurden insgesamt 51 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 139.105 BRT versenkt.
Am 20. Mai 1917 versenkte U 46 die britische U-Boot-Falle Lady Patricia im Atlantik, wobei der Kommandant und der Leitende Ingenieur gefangen genommen wurden.
Das größte von U 46 versenkte Schiff war der Passagierdampfer Andania der Cunard Line mit 13.405 BRT. Das Schiff wurde am 27. Januar 1918 auf seiner Fahrt von Liverpool nach New York versenkt. Dabei starben sieben Besatzungsmitglieder.Eintrag der Andania in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 10. Januar 2025.
Im Mai 1917 führe die Royal Navy angesichts der spektakulären Versenkungserfolge der deutschen U-Boote gegen Alleinfahrer das Konvoisystem ein, das vorher nur für Truppenschiffe und auf der Flandernroute bestand. Im Mai 1918 nahm U 46 zusammen mit einem Dutzend deutscher U-Boote am ersten geplanten Unterwasserangriff auf einen Konvoi teil, der die Wolfsrudeltaktik des Zweiten Weltkriegs vorwegnahm. Der Angriff im Gebiet der Westansteuerung war erfolglos.John Terraine: Business in Great Waters. The U-Boat Wars, 1916–1945. Wordsworth, Ware 1999, S. 121.
Am 26. November 1918 wurde U 46 an das Japanische Kaiserreich ausgeliefert. Dort war es von 1920 bis April 1921 in der Kaiserlich Japanischen Marine aktiv – ähnlich wie U 55 (O 3) und U 125 (O 1). 1922 erfolgte der Abbruch des Bootes in Kure.
Kommandanten + Kommandanten von U 46 Dienstgrad Name von bis Oberleutnant zur See Leo Hillebrand 17. Dezember 1915 6. Dezember 1917 Kapitänleutnant Alfred Saalwächter 7. Dezember 1917 15. Januar 1918 Kapitänleutnant Leo Hillebrand 16. Januar 1918 11. November 1918
Versenkte Schiffe (Auswahl) Die folgende Liste enthält Schiffe mit einer Tonnage von mehr als 1000 Bruttoregistertonnen.Versenkungsliste von U 46 auf uboat.net englisch, abgerufen am 9. Januar 2025.
Weblinks
Einzelnachweise Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7
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