Das Amtsgericht Laubach war von 1879 bis 1968 ein hessisches Gericht mit Sitz in Laubach.

Geschichte Gründung Zum 1. Oktober 1879 wurde das Amtsgericht Laubach gegründet. §§ 1, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197 f. Anlass war das Gerichtsverfassungsgesetz von 1877, das die Gerichtsverfassung im Deutschen Reich vereinheitlichte und nun auch im Großherzogtum Hessen umgesetzt wurde. Funktional ersetzte es das gleichzeitig aufgelöste Landgericht Laubach. Das neue Amtsgericht wurde dem Bezirk des ebenfalls neu errichteten Landgerichtes Gießen zugeordnet.

Weitere Entwicklung Zum 1. Januar 1882 wurde der Sprengel um den zuvor zum Amtsgericht Hungen zählenden Ort Villingen und die zuvor zum Amtsgericht Lich gehörenden Orte Ettingshausen und Münster erweitert.Bekanntmachung, die Bildung der Amtsgerichtsbezirke Hungen, Lich, Laubach, Grünberg, Homberg, Alsfeld, Vilbel und Friedberg betreffend vom 24. Dezember 1881. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 27 vom 24. Dezember 1881, S. 203 f.

Altenhain wurde am 15. Mai 1908 vom Bezirk des Amtsgerichtes Ulrichstein übernommen.

Infolge der Auflösung des Amtsgerichtes Hungen am 1. Juni 1934 wurde von dort Nonnenroth eingegliedert.

Am 1. November 1949 erhielt das Amtsgericht Laubach den Bezirk der amtsgerichtlichen Zweigstelle Ulrichstein.Staats-Anzeiger für das Land Hessen. Jahrg. 1949, Nr. 42, Pkt. 731, S. 440 Digitalisat

Ende Zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts. Die Gemeinde Altenhain wurde dem Amtsgericht Alsfeld, die restlichen Gemeinden des Sprengels dem Amtsgericht Gießen zugeschlagen.

Bezirk Gemeinde Herkunft Zugang Abgang Verbleib Altenhain Amtsgericht Ulrichstein 1908 1968 Amtsgericht Alsfeld Ettingshausen Amtsgericht Lich 1882 1968 Amtsgericht Gießen Freienseen Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Gonterskirchen Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Klein-Eichen Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Lardenbach Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Laubach Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Münster Amtsgericht Lich 1882 1968 Amtsgericht Gießen Nonnenroth Amtsgericht Hungen 1934 1968 Amtsgericht Gießen Röthges Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Ruppertsburg Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Stockhäuserhof Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen Villingen Amtsgericht Hungen 1882 1968 Amtsgericht Gießen Wetterfeld Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen

Gerichtsgebäude miniatur|Ehemaliges Amtsgericht von Laubach (2012)

Das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes befindet sich in der Friedrichstraße 19. Es wurde 1907 gebaut. Architekt war Bauinspektor Berth vom Hochbauamt Alsfeld. Heute ist das Gebäude ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.denkxweb: Gießen – Laubach – Friedrichstraße 19 – Ehemaliges Amtsgericht – Flur: 1 – Flurstück: 955/6. Nach der Nutzung als Gericht diente es bis 2012 als Alten- und Pflegeheim.. In: Gießener Allgemeine. 7. Februar 2012. (abgerufen am 18. Mai 2012) Seit Frühjahr 2013 wird das Gebäude als Wohnheim für Flüchtlinge genutzt.. In: Gießener Allgemeine. 14. Februar 2013. (abgerufen am 6. Mai 2013)

Literatur Karlheinz Lang; Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Friedrichstraße 19, Ehemaliges Amtsgericht, in: Kulturdenkmäler in Hessen. Landkreis Gießen I. Hungen, Laubach, Lich, Reiskirchen (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). Theiss Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2178-7, S. 231.

Weblinks

Einzelnachweise

Laubach Kategorie:Kulturdenkmal in Laubach Kategorie:Organisation (Landkreis Gießen) Kategorie:Geschichte (Landkreis Gießen) Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1968