miniatur|Flagge der Interbrigaden Das Tschapajew-Bataillon (spanisch Chapáyev-, englisch Chapayev-Battalion) war ein multinationales Bataillon der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg.
Es wurde nach dem russischen Bürgerkriegshelden Tschapajew benannt. Das Tschapajew-Bataillon wird auch als das 21-Nationen-Bataillon bezeichnet. Das Bataillon bestand bis zur offiziellen Auflösung im 5. August 1937 aus Brigadisten, die aus 21 Nationen stammten, von denen die Mehrheit aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, aus Ländern der früheren Donau-Monarchie sowie aus Polen stammten.Patrik von zur Mühlen: Spanien war ihre Hoffnung. Die deutsche Linke im Spanischen Bürgerkrieg 1936 bis 1939, (PDF-Datei; 9,7 MB), Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, Verlag Neue Gesellschaft GmbH, 1983, ISBN 3-87831-375-6, Seite 226
Die Aufstellung des Tschapajew-Bataillons erfolgte im November 1936 in Albacete, dem zentralen Stützpunkt und Ausbildungslager der Internationalen Brigaden. Das Bataillon wurde Teil der XIII. Internationalen Brigade mit dem Louise-Michel-Bataillon, dem Henri-Vuillemin-Bataillon, dem spanischen Juan-Marco-Bataillon, einer internationalen Artilleriegruppe sowie einer Panzerformation.Hanns Maaßen: Die Söhne des Tschapajew, Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung, Berlin 1960, (a) Seite 223, (b) Seite 56, (c) Seite 166, (d,e) Seite 70, (f) Seite 69 und 74, (g) Seite 69 bis 78, (h) Seite 81 bis 136, (i) Seite 137, (j) Seite 137, 142, 214 und 353, (k) Seite 136 bis 185, (l) Seite 272 bis 290, (m) Seite 357 bis 367, (n) Seite 378, (o) Seite 401,402,405 und 410, (p) Seite 411 Kommandeur im Rang eines Majors war der Schweizer Otto Brunner, Adjutant des Bataillons war Alwin Günther (Pseudonym Julius Lackner) und Kriegskommissar war Edwald Munschke. Das Bataillon erlitt bei Kämpfen um Teruel im Dezember 1936 Verluste von ca. 50 Prozent.Angela Berg: Die Internationalen Brigaden in Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939, Verlag Klartext, Essen, 2005, ISBN 3-89861-418-2 Des Weiteren erlitt das Tschapajew-Bataillon nach Kämpfen in Südspanien bei der Schlacht von Brunete im Juli 1937 Verluste von ca. 75 %, worauf das Tschapajew-Bataillon mit der XIII. Internationalen Brigade aufhörte zu existieren. Die verbliebenen Brigadisten wurden größtenteils der XI. Internationalen Brigade oder dem Dąbrowski-Bataillon zugeteilt.
Geschichte Die Aufstellung des Tschapajew-Bataillons erfolgte am 18. November 1936 in Albacete, dem zentralen Stützpunkt und dem Ausbildungslager der Internationalen Brigaden. Das Bataillon erhielt die Nummer No 8.
Die internationalen Freiwilligen wurden nach der militärischen Ausbildung bevorzugt Bataillonen mit gleicher Sprache zugewiesen. Das Tschapajew-Bataillon bestand allerdings aus einundzwanzig Sprachgruppen. Die Eingruppierung der Brigadisten in das Tschapajew-Bataillon erfolgte derart, dass nach Möglichkeit kein Brigadist mit mehr als einer zusätzlichen Sprache fertig werden musste. Als Übersetzer zwischen den Gruppierungen wurden sprachgewandte Brigadisten bestimmt. Einer dieser Übersetzer war der rumänische Student Sigmond Leibowitsch, der ein halbes Dutzend Sprachen mehr oder weniger gut beherrschte. Die Kommandosprache wurde, entsprechend den stärksten Sprachgruppen des Bataillons, mit Deutsch und Polnisch festgelegt.
Laut einer Liste dienten im Tschapajew-Bataillon 201 Industriearbeiter, 68 Landarbeiter, 36 Seeleute, 13 Bauern, 25 Angestellte, 7 Beamte, 7 Handwerker und 8 Intellektuelle.Hugh Thomas: Der spanische Bürgerkrieg, Verlag Ullstein, 1967, Seite 304 Das Tschapajew-Bataillon unterstand dem Oberbefehl der XIII. Internationalen Brigade. Stabschef der XIII. Internationalen Brigade wurde Albert Schreiner (Pseudonym Albert Schindler). Der Kommandeur der XIII. Internationalen Brigade wurde Wilhelm Zaisser, besser bekannt als General Gomez.Gomez – kein Spanier, abgerufen am 2. Januar 2014 Stellvertretender Kommandeur des Bataillons wurde der polnische Hauptmann Stasiakowski.
Bei der Formierung hatte die XIII. Internationale Brigade die folgende Gliederung:
Louise-Michel-Bataillon (französisch) Tschapajew-Bataillon (vornehmlich deutsch und polnisch) Henri-Vuillemin-Bataillon (französisch) Juan-Marco-Bataillon (spanisch)
Levante Direkt nach der Formierung des Bataillons erhielt es den Marschbefehl zur Küstensicherung in die Levante. Das Bataillon reiste per Eisenbahn von Albacete nach Valencia. Der Grund für den Marschbefehl zur Küstensicherung war, dass größere Truppentransporte von Italien aus nach Spanien durchgeführt wurden, so dass die Gefahr einer Landeoperation von italienischen Schwarzhemden-Divisionen an der Mittelmeerküste zwischen Castellón de la Plana und der Ebromündung bestand. Nach einer Woche der Stationierung in der Kaserne des XIV. Marine-Infanterieregimentes in der Nähe von Valencia teilte der Stabschef Albert Schreiner den Brigadisten des Tschapajew-Bataillons mit, dass die XIII. Internationale Brigade mit dem Louise-Michel-Bataillon, dem Henri-Vuillemin-Bataillon, dem spanischen Juan-Marco-Bataillon und einer internationalen Artilleriegruppe durch eine PanzerformationHanns Maaßen: Brigada Internacional ist unser Ehrenname …, Röderberg-Verlag GmbH, Frankfurt/Main 1976, ISBN 3-87682-515-6, (a) Seite 223, (b) Seite 448 verstärkt wird und das Bataillon den Auftrag erhalten hatte, die Panzerformation, die auf einem Güterzug an der Bahnstrecke von Valencia nach Castellón de la Plana verladen war, zu bewachen. Bereits nach einer Woche der Bewachung der Panzerformation wurde das Tschapajew-Bataillon durch das Henri-Vuillemin-Bataillon abgelöst. Am nächsten Tag erhielt die XIII. Internationale Brigade mit dem Tschapajew-Bataillon im Dezember 1936 den Abmarschbefehl zur Teruelfront.
Entlastungsoffensive von Teruel Im Rahmen der Kämpfe um Madrid beschloss die republikanische Regierung eine Entlastungoffensive bei Teruel. Ziel dieser Entlastungoffensive war die Eroberung von Teruel über das Tal des Flusses Alfambra. Gehalten wurde der Frontabschnitt, einige Kilometer vor Teruel, durch die anarchistischen Kolonne Ledesma, die von Pancho Villahermosa befehligt wurde. Kennzeichen dieses Frontabschnittes war, dass er noch nicht militarisiert war und zudem die Front bei Villalba Bajader sich seit fünf Monaten nicht verändert hatte.
Am 26. Dezember 1936, kurz nach Ankunft des Tschapajew-Bataillons im Tal des Flusses Alfambra, erhielt die XIII. Internationale Brigade mit der Panzerformation sowie der Kolonne Ledesma den Befehl zum Angriff auf die Bahnlinie von Teruel nach Caminreal über Concud. Das Bataillon erhielt den Befehl, in den Morgenstunden des 27. Dezember 1936 über den Monte Viego und den Monte Saliga auf die Bahnstrecke zwischen Teruel und Concud vorzurücken. Nach der Eroberung des Monte Viego rückte das Bataillon bis zur Hauptstraße nach Teruel vor, die schnurgerade in die Stadt führte. Gegen Mittag gelang es Einheiten des Tschapajew-Bataillons unter anderem, den Friedhof von Teruel einzunehmen. Aufgrund des nächtlichen Artilleriebeschusses zog sich das Tschapajew-Bataillon in eine Auffangstellung im Bereich der Hauptstraße zurück. Bei diesen Kämpfen verstarb unter anderem der Kompanieführer der ersten Kompanie Casimir, worauf Gustel die Leitung der ersten Kompanie übernahm. Am nächsten Morgen erfolgte ein erneuter Angriff auf Teruel, der mit Panzern vorgetragen wurde, der aber gleichwohl von den faschistischen Truppen abgewiesen werden konnte. Wegen des Scheiterns des Angriffes wurde der stellvertretende Kommandeur des Tschapajew-Bataillons, der polnische Hauptmann Stasiakowski, seines Kommandos enthoben und des Verrates angeklagt. Aufgrund der akuten Flankenbedrohung durch eine faschistische Stellung auf dem Monte Cementerio versuchten die republikanischen Einheiten über mehrere Tage vergeblich, das Plateau zu erobern. Selbst mit der Unterstützung des Henri-Vuillemin-Bataillons und des Louise-Michel-Bataillons gelang es dem Tschapajew-Bataillon nicht, die Stellungen auf dem Monte Cementerio einzunehmen. Bei der Verlegung der XIII. Internationalen Brigade an die Mittelmeerküste sollten die Stellungen der Brigade von der Kolonne Ledesma besetzt werden, die sich aber weigerte diese Stellungen zu übernehmen. Die Kolonne zog es vor, Stellungen zu beziehen, die besser zu verteidigen waren. Somit wurde ein Geländegewinn von fünf Kilometern preisgegeben.
Kämpfe um die Küstenstraße am Golf von Almería Ende Januar 1937 erreichte das Bataillon die Nachricht, dass italienische Truppen in dem bereits von den Nationalisten gehaltenen Cádiz anlandeten und von Westen her kommend auf Málaga vorrückten. Aus diesem Grund erhielt das Bataillon am 27. Januar 1937 den Abmarschbefehl zur Málagafront. Das Bataillon fuhr mit Lastwagen von Tortajado nach Requena. Dort wurde das Bataillon aufgestockt, da während der vierwöchigen Kämpfe um Teruel die Verluste des Bataillons 250 bis 300 Brigadisten betrugen, wobei die erste Kompanie des Tschapajew-Bataillons am schwersten betroffen war. Von deren 120 Brigadisten waren nur noch 37 einsatzfähig. Nach der Aufstockung in Requena bestand das Bataillon zur Mehrheit aus Brigadisten ohne Kampferfahrung. Des Weiteren erfolgte die Eingruppierung des spanischen Otumba-Bataillons in die XIII. Internationale Brigade.
Nach der Neugruppierung hatte die XIII. Internationale Brigade die folgende Gliederung:
Tschapajew-Bataillon (vornehmlich deutsch und polnisch) Henri-Vuillemin-Bataillon (französisch) Juan-Marco-Bataillon (spanisch) Otumba-Bataillons (spanisch)
Nach der Weiterfahrt von Requena über Alicante, Murcia und Huércal-Overa erreichte das Bataillon in der Nacht den Golf von Almería. Weiter ging es zur Malagafront über die Küstenstraße nach Motril. Auf halber Strecke von Alermia nach Motril, in Adra, beschloss der Bataillonsstab, zur Sicherung der Küstenstraße die Anhöhen von Adra zu besetzen. Anschließend erfuhr das Bataillon aber, dass Albuñol durch die spanische VI. Brigade gehalten wurde, so dass die Bataillonsleitung sich dazu entschloss, in den Morgenstunden über die Küstenstraße weiter vorzustoßen. Aufgrund der Zerstörung der Flussbrücke von La Rábita bestand für das Bataillon aber keine Möglichkeit mehr, per Lastwagen weiter vorzustoßen, so dass das Bataillon gezwungen war weiter zu Fuß vorzurücken. Nach der Besetzung eines strategischen Höhenzuges vor La Rábita, der die ganze Küstenstraße bis Castell de Ferro beherrschte, erfuhr die Bataillonsleitung durch nächtliche Patrouillen, dass die Ortschaft Castell de Ferro sowie die Höhenzuge entlang der Küstenstraße gleichfalls noch nicht von den faschistischen Truppen besetzt waren, worauf das Bataillon den Ort Castell de Ferro am nächsten Tag besetzte. Zur Sicherung der Küstenstraße wurde eine Riegelstellung vor Castell de Ferro an der Straße nach Motril errichtet. Verstärkt wurde die Riegelstellung der XIII. Internationale Brigade durch zweihundert Spanier, so durch eine Marineeinheit, die mit einem Schiffsgeschütz anrückte sowie asturische Dynamiteros. Nach der Abwehr eines italienischen Panzerspähtrupps beschloss die Bataillonsleitung einen Angriff auf Calahonda. Durch das überraschende Vorrücken des Bataillons gelang es, ohne eigene Verluste die Ortschaft Calahonda zu erobern. Am späten Nachmittag des gleichen Tages versuchten die Italiener ihrerseits, die Ortschaft zurückzuerobern. Nach dem gescheiterten Angriff der italienischen Schwarzhemden stabilisierte sich die Front in diesem Bereich, so dass das Bataillon nach einer Woche im März 1937 den Abmarschbefehl erhielt.
Kämpfe in der Sierra Nevada