mini|hochkant|André Wilms (2011) André Wilms (* 29. April 1947 in Straßburg; † 9. Februar 2022 in ParisAndré Wilms ist tot. In: Spiegel Online, 10. Februar 2022, abgerufen am 10. Februar 2022.) war ein französischer Schauspieler und Theaterregisseur.
Leben Nach einer Berufsausbildung als Stuckateur erhielt er eine Anstellung als Bühnenmaschinist am Théatre Sorano in Toulouse. 1975 hatte er eine Audition bei Klaus Michael Grüber, der ihm in seiner umstrittenen und vieldiskutierten Bearbeitung von Goethes Faust (Faust Salpêtrière), die Grüber in Frankreich berühmt machte, eine Rolle gab. In der Folge stand er als Schauspieler in Inszenierungen deutscher und französischer Regisseure auf der Bühne. Ab Ende der 1980er Jahre war er als Theater- und Opernregisseur tätig und inszenierte u. a. Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg, Die Philosophie im Boudoir des Marquis de Sade, Die Kleinbürgerhochzeit von Bertolt Brecht oder die Die Bakchen des Euripides.André Wilms, Premiere, abgerufen am 20. Oktober 2022
Seit den 1970er-Jahren war Wilms regelmäßig im französischen Kino besetzt. Internationale Bekanntheit erlangte er 2011 mit dem preisgekrönten Film Le Havre von Aki Kaurismäki, in dem er die Hauptrolle eines schrulligen Schuhputzers verkörperte. Er erhielt für seine Darstellung eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis. 1992 war er bereits mit ebendiesem Preis in der Kategorie Bester Nebendarsteller ausgezeichnet worden.Pandora Filmverleih: filmstarts.de abgerufen am 18. Mai 2012. Wilms arbeitete auch bei anderen Filmen mit dem finnischen Regisseur Kaurismäki zusammen. Gelegentlich wirkte Wilms auch an deutschsprachigen Filmproduktionen mit, darunter Flucht aus Pommern (1983), Hitlerjunge Salomon (1990) und Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (2019).
André Wilms starb im Alter von 74 Jahren. Er ruht auf dem Pariser Cimetière de Montmartre (15. Division).
Theater Inszenierungen (Auswahl) 1988: La Conférence des oiseaux, Kammeroper von Michaël Levinas; Festival International de Montpellier 1990: Herzog Blaubarts Burg, Oper von Béla Bartók; Festival International de Montpellier 1993: Le Château des Carpathes, Oper von Philippe Hersant; erste szenische Aufführung, Opéra de MontpellierLe Château des Carpathes (1989/1991) Issue.com, abgerufen am 20. Oktober 2022 1999: La Philosophie dans le boudoir von Marquis de Sade; München, Marstall 1999: Pulsion (Der Drang) von Franz Xaver Kroetz; Théâtre de la Colline, ParisPulsion, Bühnenbilder von Klaus Grünberg, abgerufen am 20. Oktober 2022 2000: Die Kleinbürgerhochzeit von Bertolt Brecht; Cuvilliés-Theater München 2001: Das Leben der Bohème von Henri Murger und Aki Kaurismaki; Schauspiel Frankfurt 2001: Histoires de famille von Biljana Srbljanović; Théâtre national populaire – Villeurbanne, Théâtre national de la Colline 2002: Die Bakchen von Euripides; Comédie-Française 2004: Die Zofen von Jean Genet; Stadttheater Frankfurt 2006: Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill; mit dem Ensemble Modern, Stadttheater FrankfurtAndré Wilms, Dreigroschenoper Mimecentrum Berlin, abgerufen am 20. Oktober 2022
Filmografie (Auswahl) 1970: Der Übergang über den Ebro 1975: Hauptlehrer Hofer 1981: Der inszenierte Mord (Il faut tuer Birgitt Haas), Regie: Laurent Heynemann 1982: Flucht aus Pommern 1988: Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluß (La vie est un long fleuve tranquille) 1988: Die Vorleserin (La lectrice) 1988: Nächtliche Sehnsucht – Hemmungslos (Drôle d’endroit pour une rencontre) 1989: Die Verlobung des Monsieur Hire (Monsieur Hire) 1990: Aventure de Catherine C. 1990: Hitlerjunge Salomon 1990: Tante Danielle (Tatie Danielle) 1992: Das Leben der Bohème (Boheemielämää) 1992: Schuldlos schuldig (Coupable d’innocence ou Quand la raison dort) 1994: Die Hölle (L’Enfer) 1994: Die Leningrad Cowboys treffen Moses (Leningrad Cowboys Meet Moses) 1997: Geheime Gefährten (Compagnons secrets) 1999: Juha 2000: Scardanelli 2002: Ein Teil des Himmels (Une part du ciel) 2003: Pakt der Druiden (Brocéliande) 2004: La Confiance règne 2009: Ricky – Wunder geschehen (Ricky) 2009: Lehrjahre der Macht (L’école du pouvoir) 2010: Spurlos (Sans laisser de traces) 2011: Le Havre 2011: Americano 2013: Ein Schloss in Italien (Un château en Italie) 2014: Über-Ich und Du 2014: Pause 2014: Er liebt mich, er liebt mich nicht – Toujours l’amour (Tu veux ou tu veux pas) 2016: Marie Curie 2016: Ein Jude als Exempel (Un juif pour l’exemple) 2017: Eine bretonische Liebe (Ôtez-moi d’un doute) 2017: Hannah 2019: Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein 2019: Mémorable (Kurzfilm, Stimme im Original) 2020: Das Salz der Tränen (Le sel des larmes) 2021: Führerschein und nichts wie weg (La bonne conduite) 2022: Maigret
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Träger des Europäischen Filmpreises Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann