mini|Simonsmühle (links) und Nordstetten Simonsmühle ist ein Gemeindeteil des Marktes Gnotzheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern). Simonsmühle liegt in der Gemarkung Gnotzheim.
Lage Die Einöde befindet sich nördlich von Gnotzheim am Wurmbach, hier auch Gnotzheimer Mühlgraben genannt. Nordwestlich bzw. nordöstlich liegen die Gunzenhausener Gemeindeteile Nordstetten und Steinacker. Zur einstigen Mühle zweigt von der Bundesstraße 466 in Richtung Westen ein Fahrweg ab, der weiter nach Nordstetten bzw. zum Gnotzheimer Gemeindeteil Weilerau führt.
Ortsnamendeutung Der Ortsnamenforscher Robert Schuh deutet den Namen als „Mühle eines Simon“, wobei er einen Mühlenbesitzer dieses Namens nicht nachweisen konnte.Schuh, S. 270
Geschichte Die Mühle ist erstmals in einem um 1370 entstandenen oettingschen Beleg genannt, wo es heißt, dass Abgaben von der „Nider mül“ an das oettingsche Amt Spielberg zu leisten sind (in Unterscheidung zur Obermühle, der „Rangmühle“). Das nach 1657 angelegte Salbuch des oettingschen Amtes Spielberg nennt die Mühle von Hans Nider, der als „Vnter Müller“ bezeichnet wird. 1719 und 1739 wird sie als „Nordstettenermühl“ bezeichnet; Nordstetten liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Mühle. 1764 hauste der Müller Simon Huber auf der MühleStAN Amtsgericht Heidenheim 235/12. Bis 1802 bewirtschaftet der Müller Johannes BrandStAN LG ä.O. Heidenheim Grundakten Weilerau Nr. 10 die Simonsmühle. 1807 ist wiederum von der „Untern Mühl“ die Rede, auf der Xaver Meyer sitzt. Für 1808 heißt es, dass Caspar Pfuff aus FilchenhardStAN LG ä.O. Heidenheim Grundakten Weilerau Nr. 10 die Simonsmühle innehat, auf der vorher Xaver Meyer gesessen sei. 1823 verkauft Xaver Meyer die Mühle an Müllermeister Anton Bauer aus Herblingen bei Fremdingen.StAN LG ä.O. Heidenheim Grundakten Weilerau Nr. 10 1833 wird unter der Weilerau-Hausnummer 10 die „Simons- oder Untermühl“ aufgeführt.Dieser Abschnitt nach Schuh, S. 269f.
Am Ende des Heiligen Römischen Reichs hieß es, dass die Untertanenfamilie auf der Mühle dem Oberamt und Hochgericht Spielberg unterstand und zur katholischen Pfarrei Gnotzheim gehörte.Historischer Atlas, S. 162 1806 kam die Mühle zum Königreich Bayern und wurde dort 1808 dem Steuerdistrikt Gnotzheim im Landgericht Heidenheim zugeschlagen, dem noch Gnotzheim selbst, Spielberg, Weilerau und die Letzleinsmühle angehörten. Dieser Steuerdistrikt wurde 1811 in die Ruralgemeinde Gnotzheim umgewandelt.Historischer Atlas, S. 233
1832 hieß es von der Mühle, dass sie zwei Mahlgänge und einen Lohgang (Gerbgang) besaß.Repertorium des topographischen Atlasblattes Dinkelsbühl, 1832
1842 wurde Gnotzheim mit den beiden Mühlen und Weilerau unter Abgang von Spielberg eine selbständige Ruralgemeinde.Historischer Atlas, S. 233, 239 Daran änderte auch die Gebietsreform in Bayern nichts – außer dass Spielberg am 1. April 1971 wieder zu Gnotzheim kam und die Gemeinde Gnotzheim und mit ihr die Simonsmühle seit dem 1. Juli 1972 im vergrößerten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt.
Heute besteht der Ort aus den beiden Anwesen Simonsmühle 1 und Simonsmühle 2.
Einwohnerzahlen 1818: 2 Einwohner 1824: 4 Einwohner, 1 Anwesen 1829: 2 Einwohner 1855: Müllermeister Anton BauerCentralbl. d. landwirtschaftl. Vereins in Bayern 45 (1855), S. 174 1861: 3 Einwohner, 3 Gebäude 1950: 4 Einwohner, 1 Anwesen 1961: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude 1987: 7 Einwohner 30. Juni 2011: 9 Einwohner
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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