Olympische Spiele 1980Medaillenspiegel LeichtathletikPl.Land20x20px|Gold20x20px|Silber20x20px|BronzeTotal1 15 14 12412 11 8 10293rand|18px Großbritannien 4 2 4104rand|18px Italien 3 – 145 2 4 176 2 – 247 1 2 148 – 2 –2 – 2 –210 – 1 12 – 1 1212rand|18px Australien – 1 –1rand|18px Niederlande – 1 –1 – 1 –115 – – 2216 – – 11rand|18px Frankreich – – 11Gesamt383937114Stabhochsprung Männer: 2 Bronzemedaillen vergeben Bei den XXII. Olympischen Spielen 1980 in Moskau fanden 38 Wettkämpfe – davon 24 für Männer und 14 für Frauen – in der Leichtathletik statt. Austragungsort war das Zentrale Leninstadion, auch als Luschniki-Stadion bezeichnet.
Teilnehmer und Boykott Auch bei zahlreichen früheren Austragungen Olympischer Spiele hatte es immer wieder Nationen gegeben, die durch ihre Teilnahmeverweigerung Zeichen hatten setzen wollen. Bei diesen Spielen in Moskau allerdings nahm der Boykott ein in dieser Form vorher nie erlebtes Ausmaß an. Ausführliche Informationen dazu finden sich im allgemeinen Teil zu den Olympischen Spielen 1980.
Wie in vielen anderen Sportarten auch führte der Boykott, dazu, dass zahlreiche Favoriten und Weltklasseathleten nicht am Start waren. Besonders fehlten natürlich die Leichtathleten aus den Vereinigten Staaten. Auch Sportler aus der Bundesrepublik Deutschland waren in Moskau nicht dabei. Bemerkbar macht sich in den Ergebnisübersichten auch der Umstand, dass einige Nationen nicht unter ihrer Nationalflagge, sondern unter neutraler IOC-Flagge. Das erscheint für diese Länder etwas ungewohnt.
Stadion mini|hochkant=1.9| Das Zentrale Leninstadion, auch als Luschniki-Stadion bezeichnet, war bereits 1956 erbaut worden und diente der Nutzung sehr verschiedener Sportarten wie Fußball, Leichtathletik, Eishockey u. a. Für die 1980er Spiele wurde die Sportanlage umgebaut und modernisiert, um den gewachsenen Ansprüchen gerecht zu werden. Wie inzwischen üblich standen acht Bahnen zur Verfügung, sodass acht Teilnehmer an den Endläufen teilnehmen konnten. Dies wurde auch in den Wurfdisziplinen sowie im Weit- und Dreisprung für die letzten drei Finaldurchgänge wieder so praktiziert.Sportstätten der Olympia 1980 in Moskau: Fremdlinge aus der Vergangenheit, Russia Beyond, Geschichte, rbth.com, 25. März 2015, abgerufen am 5. November 2021
Messtechnik Der Einsatz elektronischer Messinstrumentarien war inzwischen Standard, und zwar sowohl bei den Zeiten der Läufer als auch den erzielten Weiten im Springen und Werfen. Die Lauf- und Gehzeiten wurden außer bei Streckenlängen von mehr als zehn Kilometern offiziell in Hundertstelsekunden ausgegeben. Im Diskus-, Hammer- und Speerwurf wurde die erzielte Weite wie bisher auf gerade Zentimeter gerundet. In den Rekord- und Bestenlisten hatte sich die Beschränkung auf rein elektronisch ermittelte Werte, die mit zwei Nachkommastellen angegeben wurden, durchgesetzt. Das wirkte sich sehr positiv auf ein vorher gewisses Durcheinander in den Sprintstrecken aus.
Wettbewerbe Im Wettbewerbsangebot gab es zwei Änderungen: das bei den Olympischen Spielen 1976 gestrichene 50-km-Gehen wurde wieder ins Programm aufgenommen. Damit gab es hier in Moskau wie seit 1948 zwei Gehstrecken, die wie üblich auf der Straße ausgetragen wurden. Allerdings blieb das Gehen weiterhin nur den Männern vorbehalten. Die zweite Änderung betraf den Fünfkampf der Frauen. Dort wurde der 200-Meter-Lauf durch den 800-Meter-Lauf ersetzt, um den Vielseitigkeitscharakter für diesen Mehrkampf noch mehr zu betonen.
Bei den Frauendisziplinen standen noch zahlreiche weitere Ergänzungen für die Zukunft an. Ihr längster Laufwettbewerb war nach wie vor der 1500-Meter-Lauf. Das sollte sich ab 1984 ändern. Von da an kamen nach und nach zusätzliche längere Strecken ins olympische Programm und auch bei den Sprüngen, Würfen, im Gehen und im Mehrkampf sollte es später eine sukzessive Angleichung an den Wettkampfkatalog der Männer geben.
Sportliche Erfolge Das Leistungsniveau war bei diesen Olympischen Spielen war durch das boykottbedingte Fehlen zahlreicher Topathleten deutlich beeinträchtigt. Dennoch wurden in sechs Disziplinen immerhin sechs Weltrekorde aufgestellt. In weiteren fünfzehn Disziplinen wurde der olympische Rekord 49 Mal verbessert.
Weltrekorde im Einzelnen: Hochsprung, Männer: 2,36 m – Gerd Wessig (DDR), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,78 m – Władysław Kozakiewicz (Polen), Finale Hammerwurf, Männer: 81,80 m – Jurij Sedych (Sowjetunion), Finale 800-Meter-Lauf, Frauen: 1:55,43 min – Nadija Olisarenko (Sowjetunion), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen: 41,60 s – DDR (Romy Müller, Bärbel Wöckel, Ingrid Auerswald, Marlies Göhr), Finale Fünfkampf, Frauen: 5083 P (1981er Wertung: 5213 P) – Nadija Tkatschenko (Sowjetunion), Finale Olympische Rekorde im Einzelnen: 20-km-Gehen, Männer: 1:23:35,5 h – Maurizio Damilano (Italien) 50-km-Gehen, Männer: 3:49:22 h – Hartwig Gauder (DDR) Hochsprung Männer: 2,27 m – Gerd Wessig (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,27 m – Jacek Wszoła (Polen), Finale Hochsprung Männer: 2,27 m – Henry Lauterbach (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,27 m – Jörg Freimuth (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,29 m – Jacek Wszoła (Polen), Finale Hochsprung Männer: 2,29 m – Jörg Freimuth (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,29 m – Henry Lauterbach (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,29 m – Gerd Wessig (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,31 m – Gerd Wessig (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,31 m – Jacek Wszoła (Polen), Finale Hochsprung Männer: 2,31 m – Jörg Freimuth (DDR), Finale Hochsprung Männer: 2,33 m – Gerd Wessig (DDR), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,50 m (egalisiert) – Władysław Kozakiewicz (Polen), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,50 m (egalisiert) – Jean-Michel Bellot (Frankreich), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,55 m – Konstantin Wolkow (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,55 m – Tadeusz Ślusarski (Polen), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,55 m – Philippe Houvion (Frankreich), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,55 m – Mariusz Klimczyk (Polen), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,60 m – Władysław Kozakiewicz (Polen), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,60 m – Jean-Michel Bellot (Frankreich), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,65 m – Władysław Kozakiewicz (Polen), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,65 m – Konstantin Wolkow (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,65 m – Tadeusz Ślusarski (Polen), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,65 m – Philippe Houvion (Frankreich), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,70 m – Władysław Kozakiewicz (Polen), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,75 m – Władysław Kozakiewicz (Polen), Finale Kugelstoßen, Männer: 21,35 m – Wolodymyr Kysseljow (Sowjetunion), Finale Hammerwurf, Männer: 78,22 m – Jurij Sedych (Sowjetunion), Qualifikation 200-Meter-Lauf, Frauen: 22,26 s – Natalja Botschina (Sowjetunion), Viertelfinale bei einem Rückenwind von 0,88 m/s 200-Meter-Lauf, Frauen: 22,03 s – Bärbel Wöckel (DDR), Finale, bei einem Rückenwind von 1,46 m/s 400-Meter-Lauf, Frauen: 48,88 s – Marita Koch (DDR), Finale 1500-Meter-Lauf, Frauen: 3:59,2 min – Tatjana Kasankina (Sowjetunion), Vorlauf 1500-Meter-Lauf, Frauen: 3:56,56 min – Tatjana Kasankina (Sowjetunion), Finale 100-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 12,56 s – Wera Komissowa (Sowjetunion), Finale Hochsprung Frauen: 1,94 m – Sara Simeoni (Italien), Finale Hochsprung Frauen: 1,94 m – Urszula Kielan (Polen), Finale Hochsprung Frauen: 1,94 m – Jutta Kirst (DDR), Finale Hochsprung Frauen: 1,97 m – Sara Simeoni (Italien), Finale Weitsprung, Frauen: 6,96 m – Tetjana Skatschko (Sowjetunion), Finale Weitsprung, Frauen: 7,01 m – Tetjana Skatschko (Sowjetunion), Finale Weitsprung, Frauen: 7,04 m – Brigitte Wujak (DDR), Finale Weitsprung, Frauen: 7,06 s – Tatjana Kolpakowa (Sowjetunion), Finale Kugelstoßen, Frauen: 22,41 m – Ilona Slupianek (DDR), Finale Diskuswurf, Frauen: 69,76 m – Evelin Jahl (DDR), Finale Diskuswurf, Frauen: 69,96 m – Evelin Jahl (DDR), Finale Speerwurf, Frauen: 66,66 m – Ute Richter (DDR), Qualifikation Speerwurf, Frauen: 68,40 m – María Caridad Colón (Kuba), Finale
Die mit Ausnahme von 1972 und 1976 bei allen Spielen erfolgreichste Nation USA war nicht dabei. So präsentierte sich Gastgeber Sowjetunion mit fünfzehn Leichtathletikolympiasiegen als erfolgreichstes Land. Die DDR konnte elf Olympiasiege verbuchen und belegte damit Rang zwei dieser Wertung. Alle anderen Nationen folgten weit abgeschlagen. Großbritannien gewann vier Goldmedaillen, Italien drei und die Sportler aus Polen sowie Äthiopien hatten je zwei Olympiasieger vorzuweisen. Für alle weiteren Nationen gab es in der Leichtathletik höchstens eine Goldmedaille.
Drei Sportler errangen zwei Goldmedaillen in der Leichtathletik bei diesen Spielen: Miruts Yifter (Äthiopien) – 5000-Meter-/10.000-Meter-Lauf Bärbel Wöckel (DDR) – 200-Meter-Lauf/4-mal-100-Meter-Staffel mit Weltrekord über 4-mal 100 Meter Wiktor Markin (Sowjetunion) – 400-Meter-Lauf/4-mal-400-Meter-Staffel Jeweils eine Gold- und eine Silbermedaille gab es für folgende fünf Athleten: Sebastian Coe (Großbritannien) – Gold: 1500-Meter-Lauf/Silber: 800-Meter-Lauf Allan Wells (Großbritannien) – Gold: 100-Meter-Lauf/Silber: 200-Meter-Lauf. Er erreichte darüber hinaus Platz vier mit der britischen 4-mal-100-Meter-Staffel. Marita Koch (DDR) – Gold: 400-Meter-Lauf/Silber: 4-mal-400-Meter-Staffel Marlies Göhr (DDR) – Gold: 4-mal-100-Meter-Staffel/Silber: 100-Meter-Lauf Wera Komissowa (Sowjetunion) – Gold: 100-Meter-Hürdenlauf/Silber: 4-mal-100-Meter-Staffel Drei weitere Leichtathleten errangen jeweils eine Gold- und eine Bronzemedaille: Nadija Olisarenko (Sowjetunion) – Gold: 800-Meter-Lauf/Bronze: 1500-Meter-Lauf Steve Ovett (Großbritannien) – Gold: 800-Meter-Lauf/Bronze: 1500-Meter-Lauf Ingrid Auerswald (DDR) – Gold: 4-mal-100-Meter-Staffel/Bronze: 100-Meter-Lauf Darüber hinaus ist folgende Leistung besonders hervorzuheben: Der sowjetische Dreispringer Wiktor Sanejew fügte seinen drei Goldmedaillen von 1968, 1972 und 1976 noch eine silberne im Dreisprung hinzu. Folgende hier siegreiche Leichtathleten hatten bereits bei früher ausgetragenen Olympischen Spielen Goldmedaillen errungen: Bärbel Wöckel (DDR) – 100-Meter-Lauf/4-mal-400-Meter-Staffel, Wiederholung Ihrer Siege von 1976 (damals als Bärbel Eckert), damit jetzt vierfache Olympiasiegerin Tatjana Kasankina (Sowjetunion) – 1500-Meter-Lauf, Wiederholung ihres Siegs von 1976, darüber hinaus 1976 Siegerin über 800 Meter damit jetzt dreifache Olympiasiegerin Waldemar Cierpinski (DDR) – Marathonlauf, Wiederholung seines Siegs von 1976, damit jetzt zweifacher Olympiasieger. Vor ihm war es nur dem Äthiopier Abebe Bikila gelungen, einen Sieg in diesem längsten Laufwettbewerb zu wiederholen. Er hatte die Rennen 1960 und 1964 für sich entscheiden können. Jurij Sjedych (Sowjetunion) – Hammerwurf, Wiederholung seines Siegs von 1976, damit jetzt zweifacher Olympiasieger Evelin Jahl (DDR) – Diskuswurf, Wiederholung Ihres Siegs von 1976 (damals als Evelin Schlaak), damit jetzt zweifache Olympiasiegerin Marlies Göhr (DDR) – 4-mal-400-Meter-Staffel, Wiederholung Ihres Siegs von 1976, damit jetzt zweifache Olympiasiegerin
Resultate Männer 100 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Allan Wells 10,25 2 Silvio Leonard 10,25 3 Petar Petrow 10,39 4 Alexandr Aksinin 10,42 5 Osvaldo Lara 10,43 6 Wladimir Murawjow 10,44 7 Marian Woronin 10,46 8 Hermann Panzo 10,49 Finale am 25. Juli
Wind: +1,11 m/s
Anmerkung:Zur Windangabe gibt es Unstimmigkeiten. In einer Quelle wird angemerkt, dass hier nicht korrekt abgelesen worden sei und der tatsächlich Wind eher bei −1,2 m/s gelegen habe.Olympedia, Athletics at the 1980 Summer Olympics, 100 metres, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 5. November 2021
200 m mini|hochkant=1.9|
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Pietro Mennea 20,19 2 Allan Wells 20,21 3 Donald Quarrie 20,29 4 Silvio Leonard 20,30 5 Bernhard Hoff 20,50 6 Leszek Dunecki 20,68 7 Marian Woronin 20,81 8 Osvaldo Lara 21,19 Finale am 28. Juli
Wind: +0,88 m/s