Ammersbek ist eine Gemeinde am Rande Hamburgs im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein. Sie ist Teil der Metropolregion Hamburg.
Geografie Geografische Lage Das Gemeindegebiet von Ammersbek erstreckt sich am gleichnamigen Bachlauf nordöstlich vom Hamburger Stadtteil Bergstedt. Naturräumlich liegt es im östlichen Bereich der Landschaft Hamburger Ring (Haupteinheit Nr. 695), eines der südholsteinischen Geestgebiete. Die weiteren Bachläufe Bredenbek, Hunnau, Bunsbach, Moorbek und Lottbek fließen ebenfalls im Gemeindegebiet. Die Bredenbek wird von dem Bredenbeker Teich gespeist und mündet auf Hamburger Gebiet in die Alster. Die in Ahrensburg entstehende Hunnau und der aus Bargteheide kommende Bunsbach vereinigen sich nördlich der Lübecker Landstraße, auf halbem Wege zwischen Hoisbüttel und Rehagen/Schäferdresch zu der Ammersbek, die auf Hamburger Gebiet in die Alster mündet. Die Moorbek bildet im größten Teil ihres Verlaufs die Grenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein (entsprechend Ahrensburg) und vereinigt sich, kurz nachdem sie das Gebiet von Ammersbek erreicht hat, mit dem Deepenreihengraben zur Lottbek. Diese fließt zunächst durch den Lottbeker Stauteich, dann durch den Ammersbeker Ortsteil Lottbek und mündet schließlich auf Hamburger Gebiet in das Rückhaltebecken Hörndiek. Dort vereinigt sie sich mit der Bredenbek. Die Lottbek ist namensgebend für den Ortsteil Lottbek.Digitaler Atlas Nord
Nachbargemeinden Die Gemeinde Ammersbek grenzt im Westen im Bereich seines Ortsteils Lottbek an Hamburg-Bergstedt und Hamburg-Volksdorf, im Norden an die Gemeinde Jersbek, im Osten an die Gemeinde Delingsdorf und im Süden an die Gemeinde Ahrensburg.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus fünf Ortsteilen, im westlichen Gemeindegebiet Lottbek und Hoisbüttel und im östlichen Teil Daheim/Heimgarten, Bünningstedt und Rehagen/Schäferdresch.Grafik der Ortsteile der Gemeinde Ammersbek, Gemeinde Ammersbek, Rathaus / Politik.
Geologie mini|Der Schüberg in der Gemeinde Ammersbek Der Schüberg ist mit 63 Meter Höhe ein steil aufragender Spitzkegelberg und zusammen mit dem Bocksberg (63 Meter hoch) südlich des Bredenbeker Teiches Teil einer Stauchmoräne, die in der Weichsel-Kaltzeit entstanden ist. Wegen seiner geologischen und ökologischen Bedeutung wurde er vom Kreis Stormarn 1987 als Geschützter Landschaftsbestandteil nach § 18 Landesnaturschutzgesetz ausgewiesen.Schüberg, Stormarn Lexikon.Landschaftsschutzgebiete im Kreis Stormarn, Geoportal Stormarn. Auch im Wappen der Gemeinde Ammersbek ist der Schüberg dargestellt.
Naturschutzgebiete in und um Ammersbek NameGeschützt seitGebietGrenzend anAmmersbek-Niederung2002AmmersbekHamburg, JersbekHeidkoppelmoor und Umgebung1995AmmersbekHamburgDuvenwischen2019HamburgAmmersbekHansdorfer Brook1987JersbekAmmersbek, HamburgDuvenstedter Brook1958HamburgAmmersbek, Jersbek, TangstedtWohldorfer Wald1980HamburgAmmersbek
Im Bereich des Ortsteils Rehagen befindet sich eine Ansammlung an Naturschutzgebieten, welche sich über Teile von Ammersbek, Jersbek und Hamburg verteilen.
Eine Gruppe zusammenliegender Einzelgrundstücke in der Gemarkung Hoisbüttel stehen seit 1995 unter Naturschutz. Sie bilden das Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor und Umgebung. Es umfasst Flurstücke einer natürlichen Senke mit angrenzenden Feuchtgrünlandflächen, die vielen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten. Außerdem stehen auch die umgebenden Wiesen-, Wald- und Weideflächen unter Schutz.
Geschichte Die Gemeinde entstand am 1. Januar 1978 durch den Zusammenschluss von Bünningstedt und Hoisbüttel, die zuvor vom Amt Bünningstedt verwaltet wurden.
Bis 2021 bestand in Ammersbek das Haus am Schüberg, ein Tagungs- und Bildungszentrum des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Hamburg-Ost.
Lottbek Bereits im 14. Jahrhundert gab es ein Dorf Lottbek, welches am gleichnamigen Bach Lottbek, einem Zufluss der Bredenbek, lag (vgl. Lottbek). Das Dorf, das sich seit 1437 im Besitz Hamburgs befand, fiel im 15. Jahrhundert wüst, vermutlich aufgrund einer Pestepidemie. In der Folgezeit gab es Streitigkeiten zwischen Hamburg und dem Gut Hoisbüttel um die Nutzung der Flächen.Alf Schreyer, Lottbek – ein untergegangenes Dorf zwischen Hamburg und Ammersbek, in: Stormarner Hefte 15, Festschrift Alf Schreyer, Karl Wachholz Verlag Neumünster, ISBN 3-529-07120-X, 1990.
Mit der Inbetriebnahme der Kleinbahnstrecke zwischen Volksdorf und Wohldorf mit dem Haltepunkt Lottbek im Jahr 1907 begann die Entwicklung des Hoisbüttler Ortsteiles Lottbek. Nach dem Ausbau der Hamburger U-Bahn-Linie U1 bis zu der damaligen Hamburger Exklave Ohlstedt, der Walddörferbahn mit der U-Bahn-Haltestelle Hoisbüttel in den Jahren zwischen 1919 und 1927 und dem zweigleisigen Ausbau der gesamten Strecke nach Ohlstedt im Jahr 1954, entwickelte sich das Dorf Lottbek zu einer dichteren Ansiedlung. Inzwischen ist dieser Ortsteil um den U-Bahnhof Hoisbüttel herum in der Gemeinde Ammersbek am dichtesten besiedelt.
Um Plänen für eine Erweiterung der Siedlungsfläche in den baurechtlichen Außenbereich und der Bebauung der letzten Naherholungs- und Grünflächen dieses Ortsteils entgegenzuwirken, hatte sich 2008 die Bürgerinitiative Lebenswertes Lottbek (BILL) gebildet. Ihre naturschutzorientierten Mitglieder gründeten kurz darauf die NABU-Gruppe Ammersbek, deren Ziel der Schutz und Pflege von Umwelt und Natur mit besonderer Berücksichtigung der freilebenden Vogelwelt sowie die Förderung naturverbundener Landschaftspflege ist, und die seit 2010 das Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor und Umgebung betreut und dessen Entwicklung wissenschaftlich begleitet.Bürgerinitiative „Lebenswertes Lottbek (BILL)“, NABU-Ortsgruppe Ammersbek.
Bünningstedt Bünningstedt wurde erstmals 1314 urkundlich erwähnt. 1442 kaufte das Zisterzienserinnen-Kloster Reinbek das Dorf, das es 1567 zusammen mit der Klostervogtei Woldenhorn an die Familie Rantzau verkaufte. Diese gliederte es in das Adlige Gut Ahrensburg ein. 1765 wurde Bünningstedt verkoppelt, die Leibeigenschaft wurde 1788 aufgehoben. Nach Einführung der preußischen Kommunalverfassung kam der Ort 1889 zum Amtsbezirk Ahrensburg und 1931 zum Amtsbezirk Bergstedt. Als dieser 1937 infolge des Groß-Hamburg-Gesetzes aufgelöst wurde, ging Bünningstedt zu Ahrensburg zurück.
In den 1930er Jahren begann der Ort sich vom Bauerndorf zur Hamburger Vorstadt zu wandeln. Die Siedlungen Daheim und Heimgarten entstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Amtsbezirk in das Amt Ahrensburg umgewandelt, aus dem Bünningstedt aber bereits 1951 ausschied und mit Hoisbüttel das Amt Bünningstedt bildete. In der Folgezeit entstanden die Siedlungen Rehagen, Schäferdresch und Bramkamp, die sich aus Wohnstätten für Heimatvertriebene und ausgebombte Hamburger entwickelten.
Im Sommer 1989 trafen sich auf Anregung von Doris Cordes-Vollert neun Künstler auf dem Schüberg, um miteinander über das Verhältnis Kunst-Natur-Mensch nachzudenken und zu arbeiten. Das Ergebnis wurde unter dem Titel Nunatak Projekt Schüberg: Die Natur sprechen lassen auf Einladung der Kulturstiftung Stormarn (heute Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn) auf dem Schüberg und im Dorfgemeinschaftshaus „Pferdestall“ gezeigt.Projekt: Schüberg. „Die Natur sprechen lassen“, (Ausstellungskatalog) Hamburg 1989, S. 90–110.
Im Jahr 1992 traf sich auf dem Schüberg und im Haus am Schüberg ebenfalls unter der Leitung von Doris Cordes-Vollert eine Künstlergruppe aus Norddeutschland mit Künstlern aus Japan und Südkorea zu einem Internationalen Natur-Kunst-Symposion mit dem Titel Kunst zur Natur, mit der Natur, in der Natur.
Hoisbüttel mini|Gedenkstein auf dem Schüberg zu Ehren der Gräfin Hedwig von Schmettau (* 24. März 1792; † 2. September 1858) Hoisbüttel wurde erstmals 1262 urkundlich genannt. 1370 befand sich das Dorf im Besitz der Familie Rantzau. 1396 ging das Dorf in den Besitz des Knappen Bruneke von Alversloe über, der 1437 das halbe Dorf an Hamburg verpfändete, das eines der hamburgischen Walddörfer bildete. Zwischen 1600 und 1810 wechselte das adelige Gut Hoisbüttel wohl fünfzehnmal den Besitzer. Mit der Übernahme des Gutes durch den Grafen Peter Friedrich Adolph von Schmettau und die Gräfin Hedwig von Schmettau (1792–1858) im Jahr 1810 verbesserten sich die Verhältnisse zwischen den Gutsbesitzern und der Bevölkerung grundlegend. Bis 1857 blieb das Gut im Besitz der Schmettau. Aus Dankbarkeit gegenüber der Gräfin setzte Gemeinde 1867 auf dem Schüberg ihr zu Ehren einen Gedenkstein.Hoisbüttel. In: GenWiki Topographie Holstein 1841/A-H/323.Topographie von Bergstedt und Umgebung. Henning Oldekop, 2. Band, Kiel 1908, Verlag Walter G. Mühlau.
Seit Ende des 17. Jahrhunderts ist im holsteinischen Teil eine Schule nachgewiesen. Die Verkoppelung fand dort 1792 statt. 1803 kam auch die hamburgische Dorfhälfte zu Holstein und gehörte – wie auch das Gut – zum alten landesherrlichen Amt Tremsbüttel. Beide Dorfteile blieben jedoch verwaltungsmäßig bis 1926 selbständig. Seit der Gründung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Jahr 1867 gehören beide Teile von Hoisbüttel zum Kreis Stormarn. Sie kamen mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 zum Amtsbezirk Bergstedt. Als dieser aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes 1937 aufgelöst wurde, kam die nunmehr wiedervereinigte Landgemeinde zum Amtsbezirk Ahrensburg. 1951 schied Hoisbüttel aus dem Amt Ahrensburg aus und bildete mit Bünningstedt das Amt Bünningstedt, aus dem 1978 die Gemeinde Ammersbek entstand.
Einwohnerentwicklung Einwohnerentwicklung vor dem Zusammenschluss von Bünningstedt und Hoisbüttel:Volks- und Berufszählung vom 29. Oktober 1946 in den vier Besatzungszonen und Groß-Berlin, DEUTSCHES GEMEINDEVERZEICHNIS, DUNCKER & HUMBLOT / BERLIN-MÜNCHEN.Geschichte Hoisbüttel, Hoisbütteler Tennisförderverein. Jahr Bünningstedt Hoisbüttel 1850 325 1900 455 1925 336 1933 316 588 1939 1004 741 1946 2096 1469 1950 1651 1978 3386 4351
Einwohnerentwicklung der Gemeinde Ammersbek ab 2000Zeitreihe für Ammersbek. In: region.statistik-nord.de. Abgerufen am 8. Oktober 2022.
Jahr Anzahl Jahr Anzahl 2000 9015 2001 9155 2002 9141 2003 9178 2004 9167 2005 9249 2006 9135 2007 9301 2008 9313 2009 9335 2010 9386 2011 9722 2012 9722 2013 9704 2014 9669 2015 9721 2016 9750 2017 9745 2018 9825 2019 9848 2020 9870 2021 9905
Einwohnerstand nach Altersgruppen am 31. Dezember 2021Regionaldaten für Ammersbek. Altersgruppe Anzahl Anteil in % 0–17 Jahre 1673 16,9 18–24 Jahre 603 6,1 25–29 Jahre 356 3,6 30–49 Jahre 2284 23,1 50–64 Jahre 2540 25,6 65 Jahre und älter 2449 24,7
Konfessionsstatistik Gemäß Zensus 2022 waren 27,1 % der Einwohner evangelisch, 4,5 % römisch-katholisch und 68,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Religion, Zensus 2022.
Politik/Verwaltung Gemeindevertretung
Die Gemeindevertretung ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Ammersbek. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Kommunalwahl fand am 14. Mai 2023 statt. Diese führte bei einer Wahlbeteiligung von 48,7 % zu nebenstehender Zusammensetzung der Gemeindevertretung.
Bürgervorsteher ist Heiko Steenhagen (CDU).
Bürgermeister Bürgermeister von Ammersbek ist Horst Ansén (SPD). Bei der Wahl vom 8. November 2020 wurde er mit 83,6 % der Stimmen als einziger Kandidat zum dritten Mal zum Bürgermeister gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 28,5 %.
Bei der Bürgermeisterwahl am 7. Juni 2026 wurde Jan-Christian Heth als neuer Bürgermeister gewählt. Er erhielt 56,17 Prozent der Stimmen und konnte sich somit gegen seine Kontrahentin durchsetzen. Heth ist parteilos und wurde bei seiner Kandidatur von CDU, SPD und Grünen unterstützt.
Wappen Blasonierung: „In Silber unter zwei nebeneinander stehenden, giebelständigen roten Häusern auf einem grünen Hügel, der mit einem goldenen Hufeisen belegt ist, drei grüne Bäume.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Gemeindepartnerschaften Montoir-de-Bretagne, Frankreich, seit 1986