Weinsheim ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Prüm an.
Geographie Weinsheim liegt in der Westeifel, am Nordwestrand der Prümer Kalkmulde.
Die Gemeinde gliedert sich in vier Ortsteile (Einwohner Stand 2014): Ortsteil Einwohner Gondelsheim 223 Hermespand 177 Weinsheim 532 Willwerath 158 Zum Ortsteil Gondelsheim gehören auch ein Teil des Weilers Siedlung Schwirzheim-Gondelsheim und die Wohnplätze Bahnhof Gondelsheim sowie Jagdhaus, zu Hermespand die Wohnplätze Bahnhof Willwerath und Jagd- und Bauernhaus Hubertusblick und zu Weinsheim der Weiler Brühlborn.
Die Gemeinde liegt in der West-Eifel und ist von mehreren kleineren Städten und Dörfern umgeben. Zu den nächstgelegenen größeren Städten zählen Prüm (ca. 10 km nordwestlich), Bitburg (ca. 25 km nordwestlich), Gerolstein (ca. 25 km nordöstlich), Schleiden (ca. 30 km südwestlich) und Kall (ca. 35 km südwestlich). Wichtige nahegelegene Orte und Ortsteile von Weinsheim sind Gondelsheim, Hermespand und Willwerath.
Geschichte Nordöstlich von Weinsheim liegt auf einer Anhöhe ein von Wasserläufen geschützter Ringwall von 150 mal 75 Metern Ausdehnung, der wahrscheinlich vorgeschichtlichen Ursprungs ist.
Weinsheim wurde 1335 erstmals urkundlich erwähnt, als Hartart von Schönecken seinen Hof zu „Winzheim“ dem Kurfürsten Balduin zu Trier zum Lehen auftrug. Nach einer weiteren Beurkundung des Orts 1343 als „Winsheim“ erschien der Name „Wyntzem“ im Jahr 1570.
Weinsheim gehörte zu dieser Zeit zum Kurfürstentum Trier und war schon seit dem 14. Jahrhundert mit Gondelsheim zu einer Meierei (Landgut bzw. Verwaltungsbereich) zusammengeschlossen. 1720 wurden die Besitzverhältnisse in Weinsheim in einem sogenannten Lagerbuch erfasst.
Nach dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen 1794 wurde die Region im Saardepartement zusammengeschlossen und nach dem Wiener Kongress gehörte der Ort seit 1815 dem Kreis Prüm an.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs stand das Dorf bis 1919 unter amerikanischer Besatzung. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges besetzten 1945 zunächst amerikanische Truppen den stark zerstörten Ort, anschließend gehörte Weinsheim zur französischen Besatzungszone und seit 1946 zu dem damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.
Eingemeindung Am 1. Januar 1971 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Gondelsheim (damals 140 Einwohner), Hermespand (114 Einwohner), Weinsheim (295 Einwohner) und Willwerath (92 Einwohner) in Form einer Neubildung zu einer neuen Gemeinde zusammengeschlossen, deren Name Gondelsheim per Losentscheid bestimmt wurde. Am 1. Mai 1980 wurde die Ortsgemeinde in Weinsheim umbenannt.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Weinsheim bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten. Jahr Einwohner 1815 389 1835 587 1871 632 1905 624 1939 698 1950 711 1961 678 Jahr Einwohner 1970 653 1987 815 1997 1.017 2005 1.028 2011 1.012 2017 1.016
Politik
Bürgermeister Klaus Keil wurde am 9. Juni 2024 zum Ortsbürgermeister von Weinsheim gewählt.
Keils Vorgänger Peter Meyer übte das Amt von 1999 bis 2024 aus. Meyers Vorgänger Georg Kläsges hatte das Amt von 1974 bis 1999 ausgeübt.
Wirtschaft Weinsheim ist ein regional bedeutender Industriestandort. Hier produziert im örtlichen Industriegebiet der Fertighaushersteller Streif GmbH. Weitere ortsansässige Unternehmen sind das Prüm Türenwerk und das Magnesium-Druckgusswerk der Andreas Stihl AG mit etwa 750 Mitarbeitern und einer Fläche von über 28.000 m²forstpraxis.de vom 8. April 2019, Neue Produktionslogistik bei STIHL, abgerufen am 12. Januar 2021. sowie ein Werk der Westeifel Werke.
Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Pfarrkirche Die katholische Pfarrkirche St. Willibrord wurde um 1330 erstmals erwähnt. Nach einer Erneuerung des Turms 1703 wurde 1706 auch das Kirchenschiff neu gebaut. Die Ausstattung stammt aus der Erbauungszeit, darunter ein steinernes Abendmahlsrelief. Die ehemalige Wallfahrtskirche St. Fides im Ortsteil Gondelsheim ist in ihrer Ausbauform des 16. Jahrhunderts weitgehend erhalten. Das Netzgewölbe des spätgotischen Baudenkmals musste nach Kriegszerstörung wiederhergestellt werden, was in vereinfachter Form geschah. mini|St. Willibrord, Altar (1706)Der Ehrenfriedhof in Gondelsheim ist letzte Ruhestätte für rund 460 gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Weinsheim
Weblinks
Ortsgemeinde Weinsheim auf den Seiten der Verbandsgemeinde Prüm
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 1335