mini|Niederhümmerich, Luftaufnahme (2018) mini|Oberhümmerich, Luftaufnahme (2018) Hümmerich ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach an.

Geographie Der Ort liegt im Naturpark Rhein-Westerwald rund 10 km nördlich von Rengsdorf. Die nächstgelegenen Orte sind Krunkel im Norden sowie Willroth im Osten, die beide zum Landkreis Altenkirchen gehören. Es wird zwischen den Ortsteilen Ober- (etwa ) und Niederhümmerich () unterschieden. Nach Westen fällt das Gemeindegebiet mit dem Hümmericher Bach ins Tal des Dasbach ab, wo es im äußeren Südwesten mit seinen tiefsten Bodenpunkt erreicht. Zu Hümmerich gehören die Wohnplätze Hümmericher Mühle und Karlshof.

Geschichte Das älteste Zeugnis für eine Besiedlung in der Gegend von Hümmerich wurde 1935 in Oberhümmerich gefunden, ein spitznackiges Steinbeil aus Feuerstein (Flint) und stammt aus der jüngeren Steinzeit etwa 3000 bis 1600 v. Chr.

Man schätzt, dass Hümmerich Ende des 9. Jahrhunderts aus einem einzelnen Hof entstand. In einer Urkunde des Erzbischofs von Trier aus dem Jahre 857 wird der „Weiße Stein“ als Grenzmarke genannt. In dieser Urkunde wird der Zehntbezirk der zum St. Kastorstift in Koblenz gehörenden Rengsdorfer Kirche abgegrenzt.

Bei Hümmerich verlief lange Jahre die Grenze zwischen der Grafschaft Wied und dem Kurfürstentum Trier. Es wurden mehrere Grenzsteine mit der Jahreszahl 1788 aufgefunden.

Bereits im Mittelalter wurde hier Bergbau betrieben und Erz abgebaut, wie heute noch vorhandene trichterförmige Vertiefungen, so genannte Pingenfelder erkennen lassen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde hier noch einmal in geringem Umfang Brauneisenstein abgebaut.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Hümmerich

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hümmerich, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 108 1835 172 1871 250 1905 271 1939 226 1950 265 1961 263 Jahr Einwohner 1970 299 1987 526 2005 759 2011 785 2017 768 2022 810

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Hümmerich besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Olaf Reinhäckel wurde am 1. August 2024 Ortsbürgermeister von Hümmerich. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Ortsbürgermeisterkandidat zur Wahl stand, übte er zunächst als Erster Beigeordnete die Amtsgeschäfte aus. Er wurde dann bei der zweiten Sitzung des Ortsgemeinderats einstimmig zum Ortsbürgermeister gewählt.

Sein Vorgänger war Achim Schmidt, der das Amt 10 Jahre innehatte. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 86,23 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden, bei der Wahl 2024 trat er nicht erneut als Ortsbürgermeister an. Vorgänger von Achim Schmidt war Edwin Roth, der das Amt 15 Jahre ausübte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die um 1700 gepflanzte Hümmericher „Dicke Eiche“ (Quercus petraea) am Ortseingang an der Landesstraße 270 als Bestandteil vom Ortswappen ist als offizielles Naturdenkmal des Landes Rheinland-Pfalz registriert (Nr. ND-7138-441).

Verkehr Hümmerich liegt an der Landesstraße 270, über diese ist die B 256, die von Neuwied nach Altenkirchen führt, zu erreichen. Die nächste Autobahnanschlussstelle (36) ist Neuwied an der A 3. Nächstgelegener ICE-Bahnhof ist Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Tourismus Nach dem ersten Platz im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 1969/1970 erhielt Hümmerich 1970 das Prädikat „Staatlich anerkannter Luftkurort“, das jedoch 2015 im Staatsanzeiger für Rheinland-Pfalz aufgehoben wurde.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Hümmerich

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neuwied