Straßenbahn MünchenBaureihe R zentriert|rahmenlos|hochkant=1.5|2009: R-Wagen 2121 des Typs 2.2 verlässt die Haltestelle Borstei R 1.1 R 2.2 R 3.3 Nummerierung: 2701–2703 2101–2170 2201–2220 Anzahl: 3 Wagen 70 Wagen 20 Wagen Hersteller: MAN/AEG AEG / Adtranz Adtranz Baujahr(e): 1990–1991 1994–1997 1999–2001 Ausmusterung: 1997 und 1999 2025 (2101–2113) – Spurweite: 1435 mm Länge: 26.800 mm 36.580 mm Breite: 2.300 mm Leergewicht: 29,4 t 30,7 t 40,8 t Achsfolge: (1A)+(A1)+(A1) (1A)+(1A)+(A1) (1A)+(A1)+(1A)+(A1) Leistung: 3×85 kW 3×120 kW 4×120 kW Fahrmotoren: 3 4 Stromübertragung: Oberleitung Sitzplätze: 64 60ab 1998: 59; ab 2001: 57; in R 2.2b: 55 67 Stehplätze: 102 97ab 1998: 99; in R 2.2b: 109 151

Als Baureihe R wird die 14. Generation der Straßenbahn-Triebwagen der Straßenbahn München bezeichnet. Die R-Wagen sind Einrichtungsfahrzeuge und die ersten Niederflurstraßenbahnen der Stadtwerke München (SWM) und der späteren Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG).

Nachdem die SWM beschlossen hatte, für die Straßenbahn Niederflurwagen anzuschaffen, lieferte MAN/AEG 1990/91 die ersten drei dreiteiligen Prototypen der Baureihe R 1.1. Da sich die Züge bewährten, wurde 1992 der Kauf einer Serie von 70 Niederflurwagen der Bauart GT6N des als R 2.2 bezeichneten Typs beschlossen. Die bei AEG gebauten Triebwagen wurden von 1994 bis 1997 ausgeliefert. Die 26,8 Meter langen Fahrzeuge sind für 157 Fahrgäste ausgelegt. Sie verfügen über drei Fahrmotoren mit einer Leistung von je 120 Kilowatt. Um ein höheres Platzangebot auf einigen Linien bieten zu können, bestellte die SWM 1996 eine weitere Serie von 20 vierteiligen um zehn Meter längere Niederflurwagen der Bauart GT8N2. Diese wurden als Baureihe R 3.3 bezeichnet und von 1999 bis 2001 ausgeliefert. Sie sind 36,58 Meter lang und bieten 218 Fahrgästen Platz. Die Fahrzeuge haben vier Fahrmotoren mit einer Leistung von je 120 Kilowatt. Bis auf die R-1.1-Prototypen, alle unmodernisierten R2.2 und einen R 3.3 sind alle Fahrzeuge des Typs R bis heute (Stand: 2025) in München im Einsatz. Die drei Prototypen wurden 1997 abgestellt und verkehrten ab 1999, beziehungsweise ab 2001 bei der Straßenbahn Norrköping in Schweden. Seit 2015 sind in Nörrköping alle Wagen abgestellt.R-Wagen der Straßenbahn München auf strassenbahn-muenchen.de, abgerufen am 28. September 2012.

55 Fahrzeuge des Typs R 2.2 wurden von 2009 bis 2016 modernisiert, dabei erhielten sie auch ein neues Farbdesign. Der Fahrgastraum wurde neu gestaltet und die elektrische Ausstattung modernisiert. Die modernisierten Fahrzeuge werden als Typ R 2.2b bezeichnet.

Typ R 1.1 Geschichte Am 16. Juli 1985 beschloss der Münchner Stadtrat, zwei Straßenbahntriebwagen des Zweirichtungs-Stadtbahntypen N der Nürnberger Verkehrsbetriebe für drei Monate auszuleihen. Der von DUEWAG entwickelte Triebwagen erwies sich allerdings mit nur 100 Plätzen als zu klein. Die SWM setzte die Fahrzeuge von Oktober bis Dezember 1985 auf den Linien 18 und 27 ein, die Triebwagen wurden wegen des höheren Komforts von der Bevölkerung gut angenommen. Aufgrund der veralteten Technik und der geringen Kapazität wurde der Plan zum Kauf einer Serie von DUEWAG wieder verworfen. Der Münchner Stadtrat beschloss am 9. Juli 1986 einstimmig, die Straßenbahn weiterhin als öffentliches Verkehrsmittel zu erhalten. Es wurde in Frage gestellt, ob es sich lohne, den Straßenbahnbetrieb neben der U-Bahn beizubehalten. In den folgenden Jahren wurde der Mangel an modernen Fahrzeugen deutlich. Im Herbst 1986 plante die SWM, die Hochflurfahrzeuge des Typs P um ein Niederflurmittelteil zu erweitern. Diesen Plan zog die SWM kurz darauf wieder zurück, da der Niederfluranteil nur 10 Prozent betragen hätte. Im Januar 1987 schrieb die Stadt München den Bau von Fahrzeugen für die Münchner Straßenbahn offiziell aus. Die Niederflurzüge sollten mit einer Länge von 26 Metern und einer Breite von 2,3 Metern eine höhere Kapazität aufweisen. Die Ausschreibung verlief jedoch erfolglos, weshalb am 12. Januar 1988 die Entwicklung eines neuen Straßenbahntyps beschlossen wurde. Am 5. Juli 1988 wurde der Bau von drei Prototypen von MAN nach dem Vorbild des Bremer Straßenbahntyps GT8N beschlossen. Die Kosten eines Zuges beliefen sich auf 4,6 Millionen Euro. Am 29. November 1990 traf der Triebwagen 2701 im Betriebshof Steinhausen ein. Am 7. Dezember 1990 wurde er der Öffentlichkeit und der Presse präsentiert. Der zweite Prototyp mit der Wagennummer 2702 wurde im März 1991 ausgeliefert. Im Juli 1991 folgte der letzte Triebwagen 2703, der zuvor in der Fußgängerzone Bambergs ausgestellt gewesen war, um dort für den Bau eines Straßenbahnnetzes zu werben.

Die Prototypen kamen während ihrer gesamten Einsatzzeit meist auf der Linie 19 zum Einsatz. Vom 12. Januar bis zum 27. Juni 1994 wurde der Triebwagen 2703 an die Nürnberger Verkehrsbetriebe ausgeliehen. Dort war geplant, Triebwagen derselben Bauart einzusetzen. Der Triebwagen sollte seine Tauglichkeit zum Einsatz auf dem Nürnberger Straßenbahnnetz in diesem Zeitraum unter Beweis stellen. Ein Jahr später, am 28. November 1995 wurde der Triebwagen 2701 wegen Getriebeschadens abgestellt. Die SWM ließ den Triebwagen vom 10. Oktober 1995 bis zum 18. Dezember 1996 umbauen, man erneuerte den Fußboden und das verrostete Radlager. Den Führerstand baute man ebenfalls um und gestaltete ihn ähnlich wie die der Serienwagen des Typs R 2.2. Anfang 1997 verhandelte die SWM über die Rückkauf der Triebwagen zum Herstellerwerk. Sie einigte sich auf den Betrag von 9,6 Millionen D-Mark für den Rückkauf der Triebfahrzeuge. Wegen der hohen Störungsanfälligkeit wurden am 2. März 1997 auch die Prototypen 2702 und 2703 ausgemustert.

Am 6. Mai 1997 wurde der Triebwagen 2703 nach Nürnberg abtransportiert. Die Prototypen 2701 und 2702 verblieben vorerst in München, die Stadt Norrköping zeigte aber für ihr Straßenbahnnetz Interesse an den Fahrzeugen. Am 12. April 1999 gelangten die Triebwagen 2701 und 2702 von München nach Bremen, wo sie wieder aufgearbeitet und per Schiff weiter nach Norrköping transportiert wurden. Erst im Juli 2001 wurde der sich damals in Nürnberg befindliche Triebwagen 2703 dorthin abgegeben. Die Prototypen 2701, 2702 und 2703 waren in Schweden als Typ M98 unter den Wagennummern 22, 23 und 24 im Einsatz. Die drei Wagen wurden von Februar bis Juni 2012 durch die Fahrzeugwerke Miraustraße modernisiert. Der Prototyp 2703 (M98 24) wurde 2012 abgestellt und diente fortan als Ersatzteilspender. 2015 wurden die beiden verbliebenen Wagen M98 22 und 23 abgestellt.GT6N in Norrköping auf strassenbahn-online.de, abgerufen am 23. Juni 2016.

Technik Die Wagenkästen wurden in einer selbsttragenden Stahlleichtbauweise ausgeführt. Die Fahrgestelle waren mit Plastikverschalungen abgedeckt. Die Triebwagen 2701 und 2702 besaßen eine elektronische Ausstattung von Siemens. Die elektronische Ausstattung des Triebwagen 2703 kam von AEG, wobei der Triebwagen als einziger der Prototypen einen elektrischen Hublift besaß. Die Wagen waren mit je drei Drehstrom-Asynchron-Motoren mit einer Leistung von 85 Kilowatt ausgestattet. Die Kraft wurde über eine Kardanwelle übertragen. Ein Triebwagen war 26.800 Millimeter lang und 2.300 Millimeter breit. Das Leergewicht betrug 29,4 Tonnen, es standen 64 Sitzplätze und 102 Stehplätze zur Verfügung. Ein Triebwagen besaß drei Fahrgestelle und die Achsformel (1A)+(A1)+(A1). Der Radreifendurchmesser betrug 680 Millimeter, die Sitze wurden teilweise auf den abgedeckten Radkästen angebracht, da diese in den Innenraum hineinragten. Die Fußbodenhöhe betrug 350 Millimeter, die Einstiegshöhe 300 Millimeter. Der Einstieg war über vier Drehschwenktüren möglich. Als Zugzielanzeiger waren vorne und hinten Rollbandanzeigen montiert, im Fahrzeuginnenraum informierten LCD-Anzeigen über die Liniennummer und die nächste Haltestelle. Die Antriebsausrüstung wurde von einem 16-bit-Rechner gesteuert. Die Steuerung der Leistung sowie die Heizung und die Belüftung befanden sich auf dem Dach. Der 16-bit-Rechner und die restliche Elektronik wurden verteilt im Innenraum des Fahrzeugs untergebracht.Beschreibung der Fahrzeuge des Typs R 2.2 auf tram.org, abgerufen am 22. September 2012.

Typ R 2.2 Geschichte miniatur|Straßenbahntriebwagen 2130 des Typs R 2.2 als Linie 27 in Richtung Schwanseestraße miniatur|Heck des R-Straßenbahnwagens 2166 am Stegener Weg Nachdem die Tauglichkeit der Prototypen des Typs R 1.1 als Ablösung der Baureihe M nachgewiesen war, bestellte die Stadt München diese Bauart in Serie. Es entstanden siebzig Niederflurtriebwagen der Bauart GT6N, die insgesamt 230 Millionen D-Mark kosteten. Der Preis eines einzelnen Fahrzeugs betrug also etwa 3,3 Millionen D-Mark. Am 10. Oktober 1994 erreichte der erste Triebwagen 2101 den Betriebshof Steinhausen, am 11. Oktober 1994 wurde er der Öffentlichkeit und der Presse vorgestellt.

Die ersten Triebwagen wurden auf der Straßenbahnlinie 20 nach Moosach, ab dem 26. März 1995 auch auf der Linie 18 vom Gondrellplatz zum Effnerplatz, eingesetzt. Im Juni 1995 entgleisten in einer Kurve am Maxmonument zwei Straßenbahnzüge, daraufhin wurden die Niederflurbahnen auf der Linie 21 vom Karlsplatz zum Westfriedhof statt auf der Linie 18 eingesetzt. Seit Ende September 1995 verkehren die Straßenbahnzüge auch auf der Linie 25 vom Max-Weber-Platz nach Grünwald bzw. Großhesselohe und seit Oktober 1995 auch auf der Linie 27 vom Petuelring zur Schwanseestraße. Mit der Auslieferung des 35. Triebwagens mit der Fahrzeugnummer 2135 wurden alle Fahrzeuge mit einem fliederfarbenen Boden ausgestattet. Der alte beigefarbene Boden hatte sich als zu schmutzanfällig erwiesen. Seit 1996 werden die R-Wagen auch auf der Linie 17 von Amalienburgstraße zum Effnerplatz und auf der Linie 19 von der Sankt-Veit-Straße zum Pasinger Marienplatz (heute bis Bahnhof Pasing) eingesetzt. Ab dem darauffolgenden Jahr verkehren sie auf allen Münchner Straßenbahnlinien. Am 13. Juni 1997 lieferte AEG den letzten Triebwagen 2170 aus. Die neu gebauten Fahrzeuge ersetzten ältere Fahrzeuge des Typs M/m aus den 1950er und 60er Jahren.

Die Kapazität der R 2.2-Wagen erwies sich vor allem in den Hauptverkehrszeiten als ungenügend. Da sie nur vier Türen hatten, waren oft längere Aufenthaltszeiten an wichtigen Stationen nötig. Deshalb zog die (MVG), die 2001 aus der SWM hervorging, 2008 in Erwägung, einen Teil der Serie R 2.2 um einen vierten Wagenteil verlängern zu lassen.Steigende Fahrgastzahlen: MVG plant Taktverdichtungen – Pressemitteilung der MVG vom 18. März 2008 Diese Möglichkeit wurde jedoch am 2. September 2008 offiziell verworfen, stattdessen wurden nun zur Kapazitätserweiterung der Münchner Straßenbahn zehn zusätzliche Variobahnen der Baureihe S bestellt. Der R-2.2-Wagen 2122 wurde nach einem Unfall am 17. Januar 2003 in Grünwald und der R-2.2-Wagen 2141 nach einem Unfall an der Westendstraße am 14. März 2006 ausgemustert.24 Verletzte bei Tram-Unfall in München. In: Rheinische Post, 14. März 2006.

1998 verkaufte die Stadt München die Nutzungsrechte der R 2.2-Wagen nach dem Cross-Border-Leasing-System an eine amerikanische Investorengruppe. Die Nutzungsrechte kauft die MVG seit 1998 innerhalb von 23 Jahren in monatlichen Raten wieder zurück.

Technik miniatur|Innenraum eines modernisierten R 2.2 miniatur|links|Innenraum eines nicht modernisierten R 2.2