mini|Dorfplatz Bissersheim ist eine Ortsgemeinde im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim, die der Verbandsgemeinde Leiningerland angehört. Der Ort liegt etwa 16 km nordwestlich von Ludwigshafen am Rhein am Rand der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar.

Geographie und Geologie Lage Bissersheim liegt auf Höhe nahe dem nördlichen Ende der Deutschen Weinstraße und am Westrand des Oberrheingrabens am Haardtrand sowie in dessen Subgebiet Unterhaardt; im Norden geht er in das Rheinhessische Tafel- und Hügelland über. Westlich erhebt sich die HaardtGeologisch auch zum Leininger Sporn gehörig. Die vorgelagerten Weinberge der ehemaligen Region Unterhaardt zählen seit den 1970er Jahren zur neuen Weinbauregion Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße. Zur lokalen Geologie siehe Verbandsgemeinde Leiningerland. als Ostrand des Pfälzerwalds, im Osten erstreckt sich die 35 km breite Oberrheinische Tiefebene. Zur Gemeinde gehören zusätzlich die Wohnplätze Bruchmühle und Blockhaus 1.

Erhebungen und Gewässer Durch den Ort fließt in östlicher Richtung der Eckbach, der regional auch die Eck genannt wird und bei Worms in den Rhein mündet. Ein Teil des Orlenberg befindet sich auf der Gemarkung von Bissersheim.

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 774 erstmals als Bizzirichesheim urkundlich erwähnt. Später, im Jahr 872, hatten dann der rheinfränkische Herzog Nanthar und seine Frau ihre hiesigen Besitzungen dem von ihnen gestifteten Kloster Münsterdreisen geschenkt. König Konrad III. bestätigte 1144 diese Stiftung.Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des Gerichts-Bezirkes von Frankenthal im königl. Bayer. Rheinkreise, Neidhard, 1836, S. 329 (Google Books). Im Mittelalter hatte das Templerhaus Kirchheim in dem Ort Besitztümer.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Bissersheim in den Kanton Grünstadt eingegliedert und unterstand der Mairie Groskarelnbach. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen.

Von 1816 an gehörte das evangelische Pfarrdorf Bissersheim zum Königreich Bayern und war weiterhin Teil des Kantons Grünstadt im Rheinkreis. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Frankenthal an; aus diesem ging das Bezirksamt Frankenthal hervor. Im Jahr 1840 hatte der Ort 60 Häuser und 378 Einwohner, darunter 43 Juden. Er war Sitz eines Bürgermeisteramts.Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form. Verlag Georg Franz, München 1840, S. 158 (Google Books).

Ab 1939 war Bissersheim Bestandteil des Landkreises Frankenthal (Pfalz). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde er Bestandteil der ebenfalls neu geschaffenen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, ehe diese 2018 in der Verbandsgemeinde Leiningerland aufging.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahl von Bissersheim hat sich folgendermaßen entwickelt, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten. Jahr Einwohner 1815 352 1835 355 1871 345 1905 315 1939 330 1950 411 Jahr Einwohner 1961 410 1970 355 1987 421 1997 478 2005 458

Religion In Bissersheim gab es einst eine jüdische Gemeinde. Deren Mitglieder wurden in Grünstadt begraben.

Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Bissersheim besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Bürgermeister Kerstin Ort-Bausbacher wurde am 12. Februar 2024 Ortsbürgermeisterin von Bissersheim. Bei der Direktwahl am 28. Januar 2024 war sie mit einem Stimmenanteil von 53,4 % gewählt worden. Bereits wenige Monate später, bei der allgemeinen Kommunalwahl am 9. Juni 2024, wurde sie mit 73,9 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten in ihrem Amt bestätigt.

Ort-Bausbachers Vorgänger Elmar Reichert hatte das Amt 2019 nach seiner Wahl durch den damaligen Gemeinderat übernommen und wurde damit Nachfolger von Heinrich Krauß, der nicht mehr für dieses Amt kandidiert hatte (jetzt Gemeinderatsmitglied). Ende Oktober 2023 legte Reichert das Ehrenamt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig nieder.

Wappen

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|hochkant|Pfarrkirche

Kulturdenkmäler Außer der protestantischen Kirche, der Haidmühle und einem Wingerthaus, das als Trullo errichtet wurde, stehen elf weitere Objekte in Bissersheim unter Denkmalschutz.

Natur Im Gemeindegebiet existierten früher drei Naturdenkmale, deren Rechtsschutzverordnung in allen Fällen mittlerweile aufgehoben wurde, darunter die Luitpoldlinde.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich Anfang April findet an einem Sonntag der Stabaus statt. Die Bissersheimer Weinkerwe fand bis 2008 jedes Jahr am zweiten Augustwochenende statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

mini|Sinnspruch für Wein

Wirtschaft Die Gemeinde ist ein Winzerort im Weinbaugebiet Pfalz und blickt auf eine lange Weinbautradition zurück. Die Weinlagen sind Goldberg (48,77 ha),Bissersheimer Goldberg – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 20. Februar 2024 Held (74,01 ha),Bissersheimer Held – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 20. Februar 2024 Orlenberg (31,45 ha)Bissersheimer Orlenberg – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 20. Februar 2024 und Steig (65,61 ha).Bissersheimer Steig – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 20. Februar 2024 Alle Lagen gehören zur Großlage Kirchheimer Schwarzerde.

Verkehr Mitten durch Bissersheim verläuft die Landesstraße 520, die den Ort mit Kirchheim an der Weinstraße und mit Großkarlbach verbindet.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Abraham Kuhn (1838–1900), Medizinprofessor an der Universität Straßburg

Personen, die mit Bissersheim verbunden sind Eva von Leiningen-Westerburg (1481–1543), Gräfin von Leiningen, ab 1523 Herrscherin über Bissersheim Heinrich Adolf Horn aus Bissersheim, 1792/93 Mitglied des Rheinisch-Deutschen NationalkonventsHeinrich Scheel: Die Mainzer Republik. Band 2: Protokolle des Rheinisch-deutschen Nationalkonvents mit Quellen zu seiner Vorgeschichte (= Schriften des Zentralinstituts für Geschichte. Band 43). Akademie-Verlag, Berlin 1981, S. 371, 417, 426, 445, 499, 503, 515. Eva Wendel (* 1. August 1975), 1998/99 Pfälzische Weinkönigin

Literatur

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Weblinks

Ortsgemeinde Bissersheim auf den Seiten der Verbandsgemeinde Leiningerland

Einzelnachweise

Anmerkungen

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