Pomysk Wielki ( Groß Pomeiske; kaschubisch Wiôldżi Pòmësk) ist ein Dorf im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage Das Kirchdorf liegt im östlichen Hinterpommern, in einem Tal einer hügeligen Landschaft, etwa sechs Kilometer nordöstlich der Stadt Bytów, an der Grenze zu Pommerellen. Durch das Dorf fließt der Mühlbach.

Geschichte Im Jahr 1310 schenkte Markgraf Waldemar von Brandenburg dem Kloster Oliva die Ortschaft villa Pomisko (Dorf PomiskMax Perlbach: Die Aeltere Chronik von Oliva. Göttingen 1871, S. 114.) und den See Lupansko (Lupowske).Adolph Friedrich Riedel (Hrsg.): Codex diplomaticus Brandenburgensis. Band 1, Berlin 1843, S. 302.Johann Ludwig Quandt: Die Ostgrenzen Pommerns. In: Baltische Studien, Band 15, 1. Heft, Stettin 1853, S. 205–223, insbesondere S. 221. Am 23. Februar 1330 beurkundete der Ritter Jesko von Schlawe aus dem Geschlecht der Swenzonen, dass sein Lehensmann Srescha auf sein Erbgut Pomysko zu Gunsten des Klosters Oliva verzichtet habe.Altpreußische Monatsschrift, Band 40, 1905, S. 278. Am 18. April 1360 wurden durch Winrich von Kniprode, Hochmeister des Deutschen Ritterordens, dem Olbrecht von der Wattelaw 30 Hufen innerhalb des Gutsbezirks Pomeiske verliehen.Preussenland (herausgegeben von Historische Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung, Stiftung Preussischer Kulturbesitz), Bände 38–40. Am Mittwoch vor Pfingsten 1381 (29. Mai) überließ das Kloster Oliva das Gut Pomeiske, den Lupowsker See und andere Güter dem Deutschen Orden, wofür ihm der Hochmeister Winrich von Kniprode fünfzig Mark ewigen Zins verschrieb.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 25–26 (Google Books).Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preussen. Gotha 1858, S. 72–73.

Im 14. Jahrhundert gab es zwei benachbarte Ortschaften mit dem Namen Pomeiske: zum einen das Rittergut, das im Jahr 1360 vom Deutschen Orden zu deutschem und kulmischem Recht verliehen wurde, später Groß Pomeiske genannt, und zum anderen das dem Kloster Oliva 1381 abgekaufte Bauerndorf, das der Deutsche Orden danach zu deutschem Recht verpachtet, später Klein Pomeiske genannt. Am 8. Oktober 1424 erneuert Hochmeister Paul von Rußdorf dem für das Gebiet von Bütow zuständigen Landrichter Paul Tystyter die inserierte Haupthandfeste seines Guts von 1360.

Zu Zeiten des Deutschen Ordens oblag jedem adligen Gut die Dienstpflicht, ein Reitpferd zu stellen; im Jahr 1438 wird Hans von Pomoiske als einziger unter den Rittern in der Zinstabelle genannt, der zwei Reitpferde zu stellen hat.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow. Band 1, Königsberg 1858, S. 252.Georg Sokollek: Pommern – Im Spiegel seiner über 2000jährigen Geschichte, insbesondere der Länder Lauenburg-Bütow. Bearbeitet von Gunter Sokollek und Michael Sokollek. Eigenverlag Georg Sokollek, Eberbach 1997, S. 300–303. Am 7. Mai 1575 stellt Herzog Barnim für Brosius und dessen Sohn Martin und die Vettern Hans und David Pomoiske einen Lehensbrief auf Groß Pomeiske und Gersdorf aus. 1628 werden Marten, Reinhold und Asmuß zu Groß Pomeiske genannt. Die Besitzer-Familie Pomeiske hieß ursprünglich eigentlich von Hirsch-Pomoyski.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2, Berlin 1854, S. 216. Um 1724 war die Familie Pomeiske im Lande Bütow auf drei unterschiedlichen Wohnplätzen namens Pomeiske ansässig: in Groß Pomeiske, Pomeiske und Klein Pomeiske, darüber hinaus auch noch in Zabinowitz.Jacob Paul von Gundling: Pommerischer Atlas oder Geographische Beschreibung des Hertzogthums Pommern, und des dasigen Adels aus den Landes Urkunden verfertigt. Potsdam 1724, Anhang Der Adel des Königl. Preuß. Pommern, S. 49.

Um 1782 gab es in Groß Pomeiske ein Vorwerk, eine Wassermühle, einen Prediger, einen Küster, neun Bauern, acht Kossäten, einen Gasthof, eine Schmiede, einen Pfarrgehilfen, auf der Feldmark des Dorfs das an dem See Pipin gelegene Vorwerk Helenenhof und zwei Kossätenhöfe, das Vorwerk Stüdzonken an dem See Jarmenz, die aus drei Bauernhöfen bestehende Kolonie Redlitz, die nebst der Kolonie Schulzke an dem See Redlitz liegt, und die beiden Stangooren und Below genannten Bauernhöfe. Besitzer des Dorfs war um diese Zeit der königlich-preußische Generallieutenant und Chef des Dragonerregiments Nr. 9 Nikolaus Alexander von Pomeiske (1717–1785).Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil 2, Band 2, Stettin 1784, S. 1088, Nr. 13.

Zwar hatte General Pomeiske zwei Söhne, doch diese überlebten ihn nicht. Er stiftete durch Testament vom 12. Mai 1785 ein Familienfideikommiss und legte dem jeweiligen Besitzer des Guts Groß Pomeiske die Verbindlichkeit auf, neben seinem eigenen Namen auch den Namen und das Wappen der Familie Pomeiske zu führen.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow. Band 1, Königsberg 1858, S. 122. Nach seinem Tod 1785, der mit dem Erlöschen der Familie Pomeiske verbunden war, fiel sein Besitz an die Familie Lettow-Klenzin. Zuerst wurde der Hauptmann Nicolaus Heinrich v. Lettow, geb. auf Gut Klenzin, gest. am 27. August 1794 Besitzer. Ihm folgte sein Sohn Ewald Georg Alexander Friedrich v. Lettow, gest. am 21. September 1840.Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, S. 101. Danach kam seine Schwester Henriette Caroline Barbara Louise v. Lettow, verehelichte Hauptmann v. Zeromski in den Besitz des Gutes. Gemäß den Bestimmungen des Fideikommisses wurde ihr am 13. Oktober 1841 gestattet, den Namen Pomeiske an ihren Familiennamen anzuhängen.Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preussischen Standeserhöhungen und Gnadenakte. Berlin 1874, S. 110. Als sie am 8. August 1843 starb, stellten zwei entfernte Verwandte Erbansprüche auf das Gut Groß Pomeiske: Carl August v. Lettow auf Hohenborn und Gustav Friedrich v. Lettow, Leutnant im 1. Husarenregiment.Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adels-Lexicon. Zweites Supplement zur ersten und zweiten Ausgabe. Leipzig 1843, S. 65. Das Gut erhielt aber am 26. Januar 1845 Otto Friedrich von Schwerdtner auf Ilkendorf bei Nossen. Dieser erhielt für sich und seine im Besitz des Gutes befindlichen jeweiligen Abkömmlinge das Recht, sich Schwerdtner-Pomeiske nennen und neben dem angestammten Familienwappen das Pomeiskesche Wappen führen zu dürfen.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Leipzig 1864, S. 487.Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Band 2, 3. Ausgabe, Nürnberg 1857, S. 48.

In Groß Pomeiske befand sich bis ins 19. Jahrhundert eines der 109 Patrimonialgerichte des Kreises Lauenburg-Bütow.W. C. Starke: Beiträge zur Kenntnis der bestehenden Gerichtsverfassung und der neuesten Resultate der Justizverwaltung in den Preußischen Staaten. Band 3, 1839, S. 253–254. Im Jahr 1831 erfolgte in Groß Pomeiske die Regulierung des gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisses oder die Bauernbefreiung, 1847 die Gemeinheitsteilung.

Groß Pomeiske gehört zu den Ortschaften der Lande Lauenburg und Bütow, in denen in älterer Zeit auch die kaschubische Sprache stark vertreten war.Alexander Fjodorowitsch Hilferding: Die Überreste der Slaven auf der Südseite des baltischen Meeres. In: Zeitschrift für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft. Band I, Heft 1, Bautzen 1862, S. 81–97, Band I, Heft 4, Bautzen 1864, S. 230–239, und Band II, Heft 2, Bautzen 1864, S. 81–111.Wobeser: Etwas von dem Wohnsitz der Cassuben. In: Anton Friedrich Büschings Wöchentliche Nachrichten. Siebenter Jahrgang, Berlin 1779, Nr. 23, S. 181–183Christian Wilhelm Haken: Etwas von den Pommerschen Cassuben. In: Anton Friedrich Büschings Wöchentliche Nachrichten. Siebenter Jahrgang, Berlin 1779, Nr. 24, S. 189–193 und Nr. 25, S. 197–201. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die kaschubische Sprache in dem Dorf fast ganz verschwunden, während sie in Klein Pomeiske noch von einigen Erwachsenen gesprochen wurde. Bei der Volkszählung von 1905 wurde in Groß Pomeiske noch eine polnischsprachige Minderheit erfasst, doch niemand mehr mit kaschubischer Muttersprache.

Am 1. April 1927 hatte das Gut Groß Pomeiske eine Flächengröße von 1606 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 331 Einwohner.Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 397 (Google Books). Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Groß Pomeiske in die Landgemeinde Groß Pomeiske eingegliedert.Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de)

Im Jahr 1925 standen an allen Wohnplätzen zusammen insgesamt 93 Wohngebäude, und es wurden 779 Einwohner gezählt, die auf 162 Haushaltungen verteilt waren. Die 2456,1 Hektar große Gemeindefläche beherbergte insgesamt acht Wohnorte:

Hauptwohnort war das Kirchdorf Groß Pomeiske. Um 1935 hatte Groß Pomeiske unter anderem zwei Gasthöfe, eine Niederlassung des Spar- und Darlehnskassenvereins, einen Gemischtwarenladen, eine Mühle, eine Schmiede und eine Stellmacherei.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1031 (Google Books).

Bis 1945 bildete Groß Pomeiske eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Die Gemeinde Groß Pomeiske war Sitz des Amtsbezirks Pomeiske. Letzter Fideikommiss-Besitzer des Guts bis 1945 war ein Schwerdtner-Pomeiske.

Vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Groß Pomeiske Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald darauf wurde Groß Pomeiske zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach kamen Polen in das Dorf, von denen die einheimischen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Wohnungen gedrängt wurden. Für Groß Pomeiske wurde die polonisierte Ortsbezeichnung ‚Pomysk Wielki‘ eingeführt. In der Folgezeit wurden die einheimischen Dorfbewohner von der polnischen Verwaltungsbehörde bis auf die polnische Minderheit aus Groß Pomeiske vertrieben.

Der Ort gehört heute zur Gmina Bytów im Powiat Bytowski (Kreis Bütow) in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Am 1. Dezember 2009 erhielt der Ort den zusätzlichen amtlichen kaschubischen Namen Wiôldżi Pòmësk.

Demographie