{| class="wikitable float-right infobox" ! colspan="2" bgcolor="#9FBFFF"| Lichtspiel / Kinemathek Bern |- | colspan="2" style="text-align:center" bgcolor="#FFFFFF" align="center" | miniatur|Die ehemalige Ryff Fabrik mit dem Lichtspiel im Dachstock |- ! colspan="2" bgcolor="#9FBFFF" | Standort |- bgcolor="#FFFFFF" | Staat: || Schweiz |- bgcolor="#FFFFFF" | Ort: || Bern |- bgcolor="#FFFFFF" | Adresse: || Sandrainstrasse 3 |- bgcolor="#FFFFFF" | Koordinaten: || |- ! colspan="2" bgcolor="#9FBFFF" | Daten |- bgcolor="#FFFFFF" | Verwendung: || Museum, Kinemathek |- bgcolor="#FFFFFF" | Bauzeit Gebäude: || ca. 1890 |- bgcolor="#FFFFFF" | Gründung Lichtspiel: || 2000

Das Lichtspiel / Kinemathek Bern ist eine Kinemathek in Bern.

Im Frühsommer 2000 übernahm der Verein Lichtspiel die Nutzung der bedrohten kinematographischen Sammlung des 1998 verstorbenen Berner Kinotechnikers Walter A. Ritschard. Darauf aufbauend entstand eine Kinemathek, ein Kino und Museum. Seit 2006 ist das Lichtspiel Mitglied der Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF).

Geschichte Sammlung Walter Ritschard Der Berner Kinotechniker Walter A. Ritschard (1922–1998) hinterliess eine immense und vor allem unsortierte Sammlung an historisch wertvollem Material zur Geschichte der Kinematographie: Der Nachlass von Ritschard umfasst neben über 100 Projektoren auch 500 Filmrollen sowie zahlreiches fachspezifisches Papiermaterial und bildet die Basis der ursprünglichen Sammlungen des Lichtspiels.

Aufbau einer Kinemathek Das Lichtspiel sieht seine Aufgabe darin, Filme und anderes kinematographisches Material vor dem Zerfall, der Vernichtung und dem Vergessen zu retten. Materialien werden aufgearbeitet, fachgerecht konserviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Kinemathek Lichtspiel erweiterte ihren nach wie vor zentralen regionalen Fokus schnell und erlangte nationale und auch internationale Ausstrahlung als eine der grössten privaten Kinomaterialsammlungen Europas.

Am 9. September 2012 konnten unter Mitwirkung zahlreicher Freiwilliger ein grosser Teil der historischen Projektoren von Hand an den neuen Standort in die ehemalige Strickwarenfabrik Ryff im Berner Marzili-Quartier gezügelt werden. Am neuen Standort an der Sandrainstrasse wurde das Lichtspiel ein Teil des Filmhauses Bern, einem Standort verschiedener Berner Filmschaffenden. Es wurde und dadurch noch mehr eine Schnittstelle zwischen Filmpraxis und Museum.

Kontinuierlich wurden weitere Vermittlungs- und Kursangebote entwickelt, etwa zu Ton im Film, zu technischen Aspekten von Film, zu Konservierungspraktiken zum Beispiel im Rahmen des Home Movie Days, sowie neue Programmideen.

Programm mini|Vorführsaal und Filmprojektoren (2012) Zentral für das Lichtspiel-Programm sind Kooperationen mit anderen Kinos (etwa dem Berner Kino Rex für die gemeinsame Filmgeschichte im Kinoformat), Institutionen (etwa Museumsnacht Bern), Vereinen (z. B. Tramverein Bern) und Einzelpersonen. Zusätzlich zu eher regionalen Programmen ist das Lichtspiel über Tagungen und Symposien (etwa in Zusammenarbeit mit der FIAF) national und international an fachlichen Diskussionszusammenhängen aktiv beteiligt (z. B. Tagung Inédit 2025).

Seit der Eröffnung des Lichtspiels werden jeden Sonntagabend – ohne jeglichen Unterbruch – zwei Filmrollen mit kurzen Filmen aus dem Archiv zusammengestellt und ermöglichen einen Einblick in die Filmsammlung der Kinemathek. Im Sommer 2025 wurde die 1300ste Vorstellung erreicht.Willkommen bei mmBE – Lichtspiel / Kinemathek Bern, Lichtspiel – Kino zum Anfassen, in: mmBE, Rundbrief Nr. 101 – Oktober 2025 (PDF) Im Weiteren finden thematische Filmzyklen und Retrospektiven statt. Im Zuge der Integration ins Filmhaus Bern zeigt das Lichtspiel unter dem Titel „Berner Rolle“ regelmässig Filme von regionalen Filmkünstlern.

Archiv- und Sammlungstätigkeit mini|Ein Teil der Sammlung von Kleinprojektoren Die Sammlungen setzen sich aus diversen Depositen von Filmemachern sowie privaten Sammlungsbeständen und zahlreichen Nachlässen unterschiedlichster Persönlichkeiten zusammen.

Das Filmarchiv umfasst zurzeit ca. 30'000 Filmrollen (Stand 2026).

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf regionalen Amateur-, Dokumentar- und Unterrichtsfilmen. Ausserdem befindet sich eine grosse Auswahl an Scopitones und Zeichentrickfilmen im Kühlraum.

Schwerpunktmässig kümmert sich das Lichtspiel in seinen Aktivitäten um Film auf analogem Trägermaterial und um die entsprechenden historischen Vorführbedingungen. Das Lichtspiel hat einen Fokus auf regionales und auf Amateurfilmschaffen in seiner historischen Dimension, ist aber durch seine Aktivitäten national und international bedeutsam und aktiv.

Seine Rolle als Museum hat das Lichtspiel über die Jahre hinweg intensiviert. Dazu gehören einerseits Ausstellungen (etwa die Dauerausstellung Das Lichtspiel) kuratiert unter anderem ein digitales Archiv und Museum und ist seit 2025 Mitglied beim Verein der Museen im Kanton Bern (mmBE) und als Museum beim Verband der Museen der Schweiz (VMS).

Das Lichtspiel verfügt über eine Werkstatt, in der Projektoren und andere Geräte instand gehalten werden und über Technik zur Digitalisierung von Filmen, auch für externe Aufträge. Getragen wir das Lichtspiel von einem Verein mit etwa 700 Mitgliedern (Stand 2025), einigen Angestellten, namentlich dem Gründer und Leiter David Landolf, Zivildienstleistenden und von vielen Freiwilligen.Let’s go to the Movies / Komm, wir geh’n ins Lichtspiel, undatiertes PDF, abgerufen am 18. April 2026

Bibliothek und Archiv Die Bibliothek beherbergt, neben diverser Literatur zum Film, insbesondere zahlreiche Schweizer Filmzeitschriften. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt der Sammlung auf Literatur zur Filmtechnik, vor allem bezüglich der Projektions- und Kameratechnik.

Das Archiv ist Teil des Schweizerischen Inventars der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung aufgeführt in der A-Liste der Kulturgüter im Berner Mattenhof-Weissenbühl Quartier unter der KGS-Nr. 8488.

Ehrungen

2011 Kulturpreis der Burgergemeinde Bern 2016 Kulturpreis des Kantons Bern 2022 wurde das Lichtspiel von den Solothurner Filmtagen mit dem "Prix d’honneur" geehrt. Stellvertretend für das Team von Angestellten und Ehrenamtlichen ging die Ehrung an den Leiter David Landolf und die stellvertretende Leiterin Judith Hofstetter. 2025 würdigte die Stiftung Erbprozent Kultur das Lichtspiel für "die sorgsame und sachkundige Pflege sowie für die vielfãltige und generationenübergreifende Vermittlung des filmischen Kulturerbes."

Literatur

Stefan Humbel: Und sie bewegt sich doch, die Kinemathek. In: Cinema. Das Schweizer Filmjahrbuch 70 (2025), Marburg 2025, S. 44–46.

Siehe auch Liste der Kulturgüter in Bern im Stadtteil III, Mattenhof-Weissenbühl

Weblinks

Website Lichtspiel / Kinemathek Bern Hinter den Kulissen, Video über das Lichtspiel, Selbstdarstellung 2024, 5 Min 20 Die unsichtbare Arbeit der Archive, Video über das Lichtspiel mit Eliane Maurer, 4 Min 30

Einzelnachweise

Kategorie:Kinemathek Kategorie:Museum in Bern Kategorie:Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Bern Kategorie:Vereinsgründung 2000 Kategorie:Medien (Bern) Kategorie:Verein (Bern) Kategorie:Filmorganisation (Schweiz)