Intensitäten im Südwestindik Kategorie Winde Knoten m/s Tropische Störung < 28 < 14,4 Tropische Depression 28–33 14,4–17 Mäßiger tropischer Sturm 34–47 17–24 Schwerer tropischer Storm 48–63 24–32,4 Tropical Zyklon 64–89 32,4–45,8 Intensiver tropischer Zyklon 90–115 45,8–59,2 Sehr intensiver tropischer Zyklon > 115 > 59,2 Die Zyklonsaison im Südwestindik 2007–2008 begann am 15. November 2007 und endete am 30. April 2008, mit Ausnahme von Mauritius und den Seychellen, wo sie erst am 15. Mai endete. Diese Daten begrenzen konventionell den Zeitraum des meteorologischen Jahres auf der Südhalbkugel, in dem sich die meisten tropischen Wirbelstürme in diesem Becken bilden. Der Verantwortungsbereich des Regional Specialized Meteorological Centre La Réunion liegt westlich des 90. Grades östlicher Länge und südlich des Äquators.

Durch das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) in Pearl Harbor werden für die US-amerikanischen Einrichtungen im Indischen Ozean eigenständige Warnungen und Prognosen ausgegeben. Durch das JTWC erfolgt die Einstufung nach der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala, das RSMC wendet für die Einstufung eigene Kriterien an, denen unter anderem die Messung der andauernden Windgeschwindigkeit auf Basis einer zehnminütigen Beobachtung zugrunde liegt.

Stürme Tropische Störung 01

Das erste durch das RSMC La Réunion beobachtete tropische System der Saison bildete sich in der Frühe des 10. Oktober. Sie wanderte in südwestliche Richtung und wurde am 12. Oktober als Tropische Störung 01 klassifiziert. Die Bedingungen in der Höhe waren günstig für eine Entwicklung, aber das Fehlen eines zum Äquator gerichteten Einflusses und die niedrigen Wasseroberflächentemperaturen verursachten die Auflösung des Systems am 13. Oktober.

Schwerer Tropischer Sturm Lee-Ariel

Am 13. November begann das Tropical Cyclone Warning Centre (TCWC) in Perth mit der Ausgabe von Warnungen zu einem sich entwickelnden Tiefdruckgebiet, das innerhalb des Verantwortungsbereiches des TCWC Jakarta befand und knapp außerhalb des Verantwortungsbereiches des RSMC La Réunion lag. Am 14. November stufte das TCWC Perth das System zum Tropischen Zyklon Lee hoch, während der Sturm sich immer noch im Verantwortungsbereich des TCWC Jakarta befand. Im Tagesverlauf gab auch das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) einen Tropical Cyclone Formation Alert auf das System aus und klassifizierte den Sturm kurz darauf als Tropischen Zyklon 03S. Das TCWC in Perth stufte Lee am 15. November zu einem Kategorie-2-Zyklon nach der australischen Skala auf. Lee wanderte im Tagesverlauf in das Zuständigkeitsgebiet des RSMCs in Réunion und das TCWC in Perth stellt die Warnungen ein. Durch das Sturmwarnzentrum in Mauritius wurde der Tropische Zyklon Lee in Tropischen Sturm Ariel umbenannt.

Nachdem der Sturm im südwestlichen Indik angelangt war, traf er auf eine ungünstige Umgebung und schwächte sich ab. Das RSMC stufte Ariel am 17. November zum moderaten tropischen Sturm zurück und einige Stunden später zur tropischen Depression. Sowohl das RSMC La Reunion als auch das JTWC gaben am späten Abend des 18. November ihre letzten Warnungen aus.

Schwerer Tropischer Sturm Bongwe

Am 15. November bildete sich östlich von Diego Garcia eine Wetterstörung. Diese entwickelte sich langsam und zog südostwärts, wo sie in den Einfluss von Ariel geriet. Das Joint Typhoon Warning Center gab am 17. November einen Tropical Cyclone Formation Alert aus und erklärte früh am nächsten Morgen, dass sich der 04S zu einem tropischen Zyklon intensiviert habe. Ebenfalls am 18. November klassifizierte das RSMC La Réunion das System als Tropische Störung 03R. Im Tagesverlauf stufte das RSMC 03R zu einer tropischen Depression hoch. Die Depression intensivierte sich einen Tag später zu einem mäßigen tropischen Sturm und noch am 19. November zu einem schweren tropischen Sturm. Durch das subregionale Tropical Cyclone Warning Center Mauritius erhielt der Sturm den Namen Bongwe. Eine Zunahme der Windscherung behinderte früh am 20. November den Trend zur Intensivierung und Bongwe schwächte sich zu einem mäßigen tropischen Sturm ab. Am 22. November konnte der Sturm jedoch erneute Windgeschwindigkeiten eines schweren tropischen Sturmes erreichen. Diese Reintensivierung war jedoch kurzlebig und einen Tag später wurde Bongwe erneut zurückgestuft, dann zu einer Depression und schließlich zu einer Störung, die sich am 24. November völlig auflöste.

Mäßiger Tropischer Sturm Celina

Ein Gebiet mit einer Wetterstörung bildete sich früh 12. Dezember nordnordöstlich von Rodrigues. Es wurde im Tagesverlauf als Tropische Störung 04R klassifiziert. Das Joint Typhoon Warning Center veröffentlichte zu dem sich entwickelnden System spät am 12. Dezember einen Tropical Cyclone Formation Alert. Das JTWC gab seine erste Warnung am 13. Dezember aus und kennzeichnete das System als 06S.http://weather.unisys.com/hurricane/archive/07121306 Obwohl das bodennahe Zirkulationszentrum freigestellt war, wurde die Störung von Météo-France am 14. Dezember zu einer tropischen Depression, weil die bodennahe Zirkulation sich verbessert hatte. Früh am 17. Dezember stufte der Mauritius Meteorological Service die Depression, die sich der Insel näherte, zu einem mäßigen tropischen Sturm auf und vergab den Namen Celina.

Am 18. Dezember schwächte sich das System ab, und früh an diesem Tag gab das JTWC seine letzte Warnung zu dem System aus. Météo-France führte das System weiter als tropische Depression, bis sie sich östlich der Südostspitze Madagaskars am 21. Dezember aufzulösen begann, weswegen das RSMC Réunion an dem Tag die letzte Warnung veröffentlichte.

Mäßiger Tropischer Sturm Dama

In der Nähe der Kokosinseln östlich des 90. östlichen Längengrades begann sich eine Wetterstörung zu entwickeln, die schließlich früh am 17. Dezember in den Südwestindik gelangte. Das RSMC Réunion klassifizierte das System am frühen Nachmittag des 18. Dezembers als tropische Störung, als sich die Konvektion im Zentrum vertiefte und sich selbst von der Störung im Nordwesten isolierte. Das Joint Typhoon Warning Center bezeichnete die tropische Störung als 07S. Schwache vertikale Windscherung ermöglichte es dem System, sich am frühen Abend des 18. Dezember in eine tropische Depression zu vertiefen. Das System erreichte am 19. Dezember kurzzeitig die Intensität eines mäßigen tropischen Sturms, doch aufkommende Windscherung leitete die rasche Abschwächung zurück zu einer tropischen Depression ein. Ein Rückgang der Windscherung erlaubte der Konvektion sich enger um das Zentrum zu schließen, sodass 05R erneut ein mäßiger tropischer Sturm werden konnte und nun den Namen Dama erhielt. Weil jedoch das System seine tropischen Eigenschaften verlor, gaben sowohl Joint Typhoon Warning Center als auch Météo-France am 21. Dezember ihre letzten Bulletins zu Dama aus.

Mäßiger Tropischer Sturm Elnus

Früh am 30. Dezember bildete sich westlich von Madagaskar eine Zone gestörten Wetters, die als 06R klassifiziert wurde und im Tagesverlauf zu einer tropischen Störung hochgestuft wurde, während das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) zu dem System einen Tropical Cyclone Formation Alert auslöste. Am 31. Dezember stufte Météo-France die Störung als tropische Depression ein, und das JTWC erklärte das System zum Tropischen Zyklon 09S. Früh am 1. Januar 2008 wurde die Depression zum Mäßigen Tropischen Sturm Elnus erklärt, der sich in der Straße von Mosambik befand. Am 2. Januar stufte Météo-France den Sturm zur Tropischen Depression ex-Elnus zurück und am nächsten Tag zu einer tropischen Störung. Das JTWC veröffentlichte sein letztes Bulletin am 4. Januar, weil die Transition in ein außertropisches System eingesetzt hatte. Météo-France stellte später fest, dass der Sturm an dem Tag außertropisch geworden war und gab am 6. Januar die letzte zur außertropischen Depression ex-Elnus aus, als diese südlich an Madagaskar vorbeigezogen war.

Tropische Störung 07

Früh am 7. Januar wurde eine Wetterstörung nordnordöstlich von Réunion durch Météo-France als Tropische Störung 07 klassifiziert. Die Störung konnte sich jedoch nicht organisieren und löste sich am 8. Januar auf.

Tropischer Zyklon Fame

Eine Zone gestörten Wetters bildete sich nördlich von Madagaskar. Diese wurde am 24. Januar von Météo-France als Tropische Störung 08 klassifiziert. Einen Tag später hatte sich das System zu einer tropischen Depression intensiviert und das Joint Typhoon Warning Center gab einen Tropical Cyclone Formation Alert zu dem System aus. Das tropische Tiefdruckgebiet intensivierte sich schließlich zum mäßigen tropischen Sturm und erhielt vom Sub-Regional Tropical Cyclone Advisory Centre in Madagaskar den Namen Fame. Fame verblieb fast stationär und wurde am 26. Januar zum schweren tropischen Sturm hochgestuft. Der Sturm gelangte am 27. Januar im Nordwesten der Insel über Land. Kurz vor dem Landfall bei Mahajanga erreichte Fame die Stärke eines tropischen Zyklons. Dieser löste sich am 28. Januar über Madagaskar auf, doch das System konnte sich am 29. Januar, nachdem es wieder über Wasser gelangt war, erneut zu einer tropischen Depression intensivieren. Eine weitere Entwicklung fand jedoch nicht statt, und nachdem das System zunächst als außertropisch erklärt wurde, stufte Météo-France Fame erneut als tropisch ein, gab jedoch gleichzeitig seine letzte Warnung zu Fame aus.

Durch die Auswirkungen des Zyklons starben in Madagaskar 13 Personen, zahlreiche Bewohner der Insel wurden obdachlos.

Tropischer Zyklon Gula

Eine Zone gestörten Wetters bildete sich in der vierten Januarwoche über dem südlich-zentralen Indischen Ozean. Das System entwickelte sich langsam, und am 26. Januar begann Météo-France mit der Beobachtung als tropische Wetterstörung. Im Tagesverlauf intensivierte sich die Wetterstörung zu einer tropischen Depression und am 27. Januar zu einem mäßigen tropischen Sturm, dem der Mauritius Meteorological Service den Namen Gula gab. Die Intensivierung hielt an, und am 28. Januar erreichte Gula die Stärke eines schweren tropischen Sturmes. Der Trend zur Intensivierung beschleunigte sich früh am 29. Januar, als sich ein klar erkennbares Auge entwickelte und der Sturm zum tropischen Zyklon aufgestuft. Doch schließlich setzte die Abschwächung ein. Nachdem Gula zwischen dem Status als schwerer und mäßiger tropischer Sturm oszillierte, erklärte Météo-France den Sturm als außertropisch und gab am 2. Februar das letzte Bulletin zu ex-Zyklon Gula aus.

Intensiver Tropischer Zyklon Hondo

Am 4. Februar wurde eine Zone gestörten Wetters etwa 560 Seemeilen südöstlich von Diego Garcia zur Tropischen Störung 10R aufgestuft. Früh am 5. Februar intensivierte sich das System zum mäßigen tropischen Sturm und erhielt den Namen Hondo. Der Sturm begann sich danach rapide zu intensivieren und wurde einige Stunden später, ohne dass er als schwerer tropischer Sturm eingestuft gewesen wäre, direkt zum tropischen Zyklon erklärt. Am Abend de 6. Februar wurde Hondo zum intensiven tropischen Zyklon hochgestuft. Die Intensivierung hielt an, und Hondo erreichte seinen Höhepunkt am 7. Februar mit andauernden zehnminütigen Windgeschwindigkeiten von 120 Knoten (220 km/h). Zwischen dem 8. und 10. Februar schwächte sich der Zyklon nur langsam ab, doch Windscherung und eine niedrige Wasseroberflächentemperatur wirkten sich schließlich auf den Zyklon deutlich aus. Am 11. Februar begann eine rasche Abschwächung, und am 12. Februar gaben sowohl das RSMC als auch das JTWC ihre letzten Warnungen zu dem System aus.