Das Päpstliche Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie (lat. Pontificium Institutum Joannes Paulus II Studiorum Matrimonii ac Familiae) war ein Institut päpstlichen Rechts für theologische Studien mit Standorten in vielen Ländern. Am 8. September 2017 löste Papst Franziskus mit dem Motu proprio Summa cura dieses Institut auf und errichtete das Päpstliche Theologische Institut Johannes Paul II. für Ehe- und Familienwissenschaften.

Geschichte Papst Johannes Paul II. begründete die Einrichtung als Päpstliches Institut für Studien zu Ehe und Familie mit der von ihm promulgierten Apostolischen Konstitution Magnum Matrimonii Sacramentum im Jahr 1981. Den Papst bewegte dabei die Frage der pastoralen Sorge und Verantwortung für Ehe und Familie.

Obwohl das Institut organisatorisch an die Lateranuniversität angebunden war, agierte es unabhängig und verlieh kraft eigenen Rechts Lizenziate in Theologie, Promotionen und Master-Abschlüsse in Ehe- und Familienwissenschaften, auch mit Spezialisierung in der Bioethik. Das Institut hatte enge Beziehungen zum inzwischen aufgelösten Päpstlichen Rat für die Familie. Es veröffentlicht die internationale Zeitschrift Anthropotes.

Der Großkanzler des Instituts war laut Statuten der jeweilige Kardinalvikar der Diözese Rom, zuletzt bis zum 15. August 2016 Agostino Vallini. Mit diesem Datum ernannte Papst Franziskus – ungeachtet der bisherigen Statuten – Erzbischof Vincenzo Paglia, den Präfekten des neu geschaffenen Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben, zum Großkanzler. Gleichzeitig wurde das Institut zwecks personeller und organisatorischer Umstrukturierung und inhaltlicher Neuorientierung bis auf Weiteres geschlossen und die bisher führenden Mitarbeiter, die sich in den vorausgehenden Jahren durch massive Kritik am päpstlichen Lehramt hervorgetan und einer rigiden deontologischen Morallehre das Wort geredet hatten, allesamt entpflichtet. Ende Oktober 2016 richtete sich der Papst in einer persönlichen Ansprache direkt an das Institut und forderte es zu einer Neuorientierung auf.Papst ruft päpstliches Familien-Institut zu Neuorientierung auf. In: Domradio, 27. Oktober 2016, Abruf am 11. September 2017.

Wenige Wochen nach dem Tod von Papst Franziskus nahm der neu gewählte Papst Leo XIV. – als erste Personalentscheidung in der päpstlichen Kurie überhaupt – das altersbedingt gestellte Rücktrittsgesuch des Großkanzlers Kardinal Paglia an, der einen Tag vor dem Tod des Papstes 80 Jahre alt geworden war, und setzte an dessen Stelle statutengemäß den amtierenden Kardinalvikar von Rom, Kardinal Baldassare Reina, zum Großkanzler des Instituts ein.Valentina Alazraki: León XIV cambia a polémico rector del instituto JPII. Noticieros Televisa, 22. Mai 2025 (spanisch), abgerufen am 31. Mai 2025.

Präsidenten Carlo Caffarra (1981–1995) Angelo Scola (1995–2002) Rino Fisichella (2002–2006) Livio Melina (2006–2016) Pierangelo Sequeri (2016–2021) Philippe Bordeyne (seit 2021)

Standorte Die Standorte des Instituts sind: Rom an der Lateranuniversität Washington, D.C., an der Katholischen Universität von Amerika Cotonou in Benin Salvador da Bahia, Brasilien an der Universidade Católica do Salvador Changanacherry in Indien Mexiko-Stadt Guadalajara, Mexiko Monterrey, Mexiko León de los Aldama, Mexiko Mérida, Mexiko Valencia Melbourne (assoziierter Campus)

Weblinks Eintrag in gcatholic.org (englisch) Päpstliches Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie in Rom (italienisch) Päpstliches Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie an der Katholischen Universität von Amerika in Washington (englisch) Päpstliches Institut Johannes Paul II. in Melbourne (englisch) Päpstliches Institut Johannes Paul II. in Valencia (spanisch)

Einzelnachweise

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