mini|150px|Wappen der Familie Gonzaga mit den päpstlichen Insignien, die Federico II. als päpstlicher Gonfalonier erwarb mini|links|150px|Wappen der Familie Montefeltro mit den päpstlichen Insignien, die Federico als päpstlicher Gonfalonier erwarb Der Gonfaloniere der Kirche oder Päpstlicher Gonfalonier () war ein militärisches und politisches Amt des Kirchenstaates. Es ging aus der Nutzung des päpstlichen Banners während des Kampfes hervor. Das Amt wurde später weitgehend zeremonieller und politischer Natur. Bei seiner Nominierung wurden dem Gonfaloniere zwei Banner verliehen, eines mit den Wappen der Kirche (Vexillum cum armis Ecclesiae) und ein weiteres mit dem Wappen des regierenden Papstes (cum suis armis). Der Gonfaloniere war berechtigt, kirchliche Embleme (dazu gehörten die Schlüssel von St. Peter und das Padiglione) auf seinen eigenen Waffen in der Regel nur während seiner Amtszeit, aber bei Gelegenheit dauerhaft zu tragen. Innozenz XII. schaffte beide Ämter ab und ersetzte sie durch das Amt des Fahnenträgers der Heiligen Römischen Kirche (ita.: Vessilifero Romana Chiesa di Santo), das später erblich an die Familie Naro Patrizi verliehen wurde.Philippe Levillain: The Papacy: An Encyclopedia. „Heraldry.“ Abgerufen am 5. Juni 2010.

Liste der Gonfaloniere der Kirche (unvollständig) Amtszeit Porträt Gonfaloniere ernennender Papst Anmerkungenca. 1296120pxJakob II. von AragónBonifatius VIII.(1294–1303)König von Aragon und Valencia; Gonfalonier, Admiral, und Generalkapitän der Kirche; ernannt, um ihn zu ermutigen einen Krieg gegen seinen Bruder, Friedrich II., zu führen (vgl. Sizilianische Vesper)Pope Boniface VIII. In: Catholic Encyclopedia, 1913 (englisch)1372–?Galeotto I. MalatestaGregor XI.(1370–1378)Kommandant der päpstlichen Armee gegen Bernabò Visconti, den er bei Montechiaro besiegte1377–1384Ridolfo II. da Varano di CamerinoGregor XI.(1370–1378)diente als Kommandant der päpstlichen Armee in den letzten Jahren des Avignonesischen Papsttums1384–1385120pxKarl III. von NeapelUrban VI.(1378–1389)König von Neapel, exkommuniziert und aus dem Amt entfernt; seine Kräfte belagerten den Papst in Nocera, während der Papst später versuchte Neapel für seinen Neffen Francesco Moricotti Prignani an sich zu reißenWelbore Baddeley: Charles III of Naples and Urban VI. Abgerufen am 5. Juni 2010.1387–?Carlo I. MalatestaUrban VI.(1378–1389)ein Condottiereca. 1399120pxMartin I. von AragónGegenpapstBenedikt XIII.König von Aragon und Sizilien, Gonfaloniere des westlichen Gegenpapstes, weigerte sich aber, während der Belagerung Avignons Krieg gegen Frankreich zu führenH. J. Chaytor: A History of Aragon and Catalonia. Abgerufen am 5. Juni 2010.1403–?Niccolò III. d’EsteBonifatius IX.(1389–1404)ein Condottiere, auch Herr von Ferrara; ernannt als Gegensatz zu Mailand; möglicherweise wiederernannt von Papst Martin V.1406–?120pxLadislaus von NeapelInnozenz VII.(1404–1406)König von Neapel; ernannt für seine Hilfe bei der Unterstützung Innozenz’ VII. gegen den römischen Mob;Lodovico Antonio Muratori: Annali d’Italia ed altre opere varie: Dall’anno 1358 all’anno 1687, Vol. IV. Abgerufen am 5. Juni 2010. im Jahre 1411 nach Roccasecca gesandt, verließ er Papst Gregor XII. zugunsten des Gegenpapstes Johannes XXIII., der ihn zu seinem Gonfalonier ernannteCatholic Encyclopedia. „Antipope John XXIII.“ Abgerufen am 5. Juni 2010.1409–1411120pxLudwig II. von AnjouGegenpapstAlexander V.im Gegensatz zu Ladislaus für das Königreich Neapel; wurde von der Pisaner Fraktion von Gegenpapst Alexander V. zum Gonfalonier ernannt; obwohl er einen wichtigen Sieg in Roccasecca errang, verließ er das Feld und kehrte nach Frankreich zurückEncyclopædia Britannica, 1911. Abgerufen am 5. Juni 2010.1412–?120pxGianfrancesco I. GonzagaGregor XII.(1406–1415)ein Condottiere; auch Herr von Mantua1419–?Guidantonio da MontefeltroMartin V.(1417–1431)ein Condottiere; auch Herr von Urbino1431–?Niccolò FortebraccioEugen IV.(1431–1447)ein Condottiere; trotz seines Scheiterns Città di Castello wiederzuerobern, wurde er als Gonfaloniere verpflichtet, sich Sigismund von Luxemburg in der Toskana und den Prefetti di Vico in der Region Latium zu widersetzen, nutzte aber seine Stellung, um seine eigenen Interessen zu fördern, danach zog er in den Krieg gegen den Kirchenstaat für das Herzogtum Mailand1433–1434Giovanni VitelleschiEugen IV.(1431–1447)für kurze Zeit unter Papst Eugen IV. Kommandant der päpstlichen Truppen1434–1442120pxFrancesco I. SforzaEugen IV.(1431–1447)ein Condottiere; während der Arbeit für Mailand erhielt er die Position des Gonfaloniere zusammen mit Ancona im Rahmen der Bedingungen eines Friedens mit Eugen, dann führte die Kampagne gegen den ehemaligen Gonfalonier und seinen ehemaligen Verbündeten Niccolò FortebraccioNiccolò Machiavelli: Abgerufen am 5. Juni 2010. Verlor seine Position nach dem Bündnis Mailands mit dem Papsttum gegen ihn.Cecilia M. Ady: A History Of Milan Under The Sforza. Abgerufen am 5. Juni 2010.1442–?120pxNiccolò PiccininoEugen IV.(1431–1447)ein Condottiere; ursprünglich half er Fortebraccio und Sforza gegen das Papsttum; ernannt zum Gonfalonier, um Sforzas Besitzungen in der Marca anconitana zu erobern1444–?120pxLudwig XI. von FrankreichEugen IV.(1431–1447)ernannt für seine Taten in der Schweiz gegen das Konzil von Basel und den Gegenpapst Felix V.ca. 1455Francesco I. Sforzazweite Amtszeit;Giorgio Vasari: Lives of the Most Eminent Painters Sculptors and Architects, Vol. III. Abgerufen am 5. Juni 2010. unangefochtener Herzog von Mailand?–1458Pedro Luis BorgiaCalixt III.(1455–1458)Papst Kalixts älterer Bruder, auch Generalkapitän der Kirche und Herzog von Spoleto1462Adrian Mourby: The Independent. In search of: Federico in Urbino. 13. November 2001. Abgerufen am 5. Juni 2010.–1468120pxFederico da MontefeltroPius II.(1458–1464)ein Condottiere, auch Herzog von Urbino; berufen gegen Sigismondo Malatesta, den Herrn von Rimini; wiederbestellt von Papst Paul II. gegen VenedigJohn Sloan: Abgerufen am 5. Juni 2005.1474–?Federico da MontefeltroSixtus IV.(1471–1484)zweite Amtszeit, nun als Herzog von Urbino; verheiratete seine Tochter mit Papst Sixtus’ Lieblingsneffen Giovanni della Rovere, der das Herzogtum nach dem Tod von Federicos Sohn Guidobaldo erbte1496Raphael Sabatini: The Life of Cesare Borgia. Abgerufen am 5. Juni 2010.–1497Giovanni BorgiaAlexander VI.(1492–1503)Sohn Alexanders VI., auch Herzog von Gandía und Generalkapitän; ermordet, vielleicht von seinem Bruder CesareSpinosa: La saga dei Borgia.29. März 1500–1503120pxCesare BorgiaAlexander VI.(1492–1503)Sohn Alexanders VI.; ehemaliger Kardinal, auch Herzog von Valentino und Generalkapitän; oft der Ermordung Giovannis beschuldigt,Eliakim Littell: Making of America Project: The Living Age. (PDF) 1888. entweder direkt oder indirekt;Borgia. (PDF) In: Chambers’s Encyclopædia: A Dictionary of Universal Knowledge. 1901. Julius II. weigerte sich, ihn nach seiner Wahl zu bestätigenThe New Encyclopædia Britannica. 1983.1504–1508?120pxGuidobaldo da MontefeltroJulius II.(1503–1513)ein Condottiere, auch Herzog von Urbino; Sohn von Federico da Montefeltro; adoptierte Francesco Maria I. della Rovere, Neffe sowohl von ihm als auch des PapstesJ. D. Passavant: Rafael of Urbino and his Father, Giovanni Santi. Op. cit. The National Quarterly Review. Abgerufen am 5. Juni 2010.19. April 1509John Julian Norwich: History of Venice. S. 401–402.–1510William Roscoe: The life and pontificate of Leo the Tenth, Vol. II. Abgerufen am 5. Juni 2010.120pxAlfonso I. d’EsteJulius II.(1503–1513)auch Herzog von Ferrara; kommandierte die Kräfte gegen Venedig in der zweiten Phase des Krieges der Liga von Cambrai; seines Postens enthoben und exkommuniziert mit seiner ganzen Familie, um Ferrara unter päpstliche Verwaltung zurückzukehren zu lassen30. September 1510–?120pxGianfrancesco II. GonzagaJulius II.(1503–1513)auch Markgraf von Mantua1513–1516120pxGiuliano di Lorenzo de’ MediciLeo X.(1513–1521)auch Generalkapitän der Kirche und Herzog von NemoursJohn A. Symonds: Sketches and Studies in Italy and Greece. Abgerufen am 5. Juni 2010.1516–?120pxLorenzo di Piero de’ MediciLeo X.(1513–1521)auch Generalkapitän der Kirche; befehligte die päpstliche Armee im Krieg von Urbino (1517), bevor er bei der Belagerung von Mondolfo verwundet wurde1519–?120pxFederico II. GonzagaLeo X.(1513–1521)auch Herzog von Mantua und Generalkapitän der Kirche und der Republik Venedig;Kenneth M. Setton: The Papacy and the Levant (1204–1574). Vol. III. The Sixteenth Century to the Reign of Julius III. war nicht verpflichtet gegen das Heilige Römische Reich und versäumte damit, in den Sacco di Roma einzugreifenGiacomo Bascapè u. a.: Insegne e Simboli, Araldica Pubblica e Privata Medievale e Moderna. Ministero per i beni culturali e ambientali, Rom 1983. Op. cit. „Heraldry in Pre-Unification Italy.“ Abgerufen am 5. Juni 2010.Christopher Hare u. a.: Courts & Camps of the Italian Renaissance. (PDF) 1908.1. Februar 1537–1547120pxPier Luigi FarnesePaul III.(1534–1549)Sohn Pauls III.; auch Herzog von Parma, Piacenza und Castro1547–1551120pxOttavio FarnesePaul III.(1534–1549)Sohn Pier Luigi Farneses, auch Herzog von Parma, Piacenza und CastroLodovico Antonio Muratori: Annali d’Italia dal principio dell’era volgare sino all’anno MDCCXLIX, Vol. XIV. Abgerufen am 5. Juni 2010.ca. 1565Jacob Hannibal von Ems zu Hohenems(oder Graf Hannibal von Altemps)1566–?120pxOttavio FarnesePius V.(1566–1572)zweite AmtszeitAllan J. Crosby (Hrsg.): Calendar of State Papers, Foreign: Elizabeth. Vol. 8 (1566–1568). „Elizabeth: February 1566.“ Abgerufen am 5. Juni 2010.1572–1585120pxGiacomo BoncompagniGregor XIII.(1572–1585)Sohn von Gregor XIII.; auch Generalkapitän des spanischen Mailands, erwarb die Herzogtümer von Sora und Arce, Aquino und Arpino; aus dem Amt entfernt nach der Wahl von Papst Sixtus V.ca. 1621–?120pxOdoardo I. FarneseGregor XV.(1621–1623)auch Herzog von Parma und Piacenza; Papst Urban VIII. exkommunizierte ihn und verbot ihm die Benutzung der Wappen des Gonfalonier?–1630Carlo BarberiniUrban VIII.(1623–1644)Bruder von Papst Urban VIII. und Antonio Marcello Barberini, Vater Taddeo Barberinis1630–1636(?)120pxTorquato ContiUrban VIII.(1623–1644)Herzog von Guadagnolo und Feldmarschall des Heiligen Römischen Reiches1639–1644120pxTaddeo BarberiniUrban VIII.(1623–1644)Neffe Papst Urbans VIII. und Prinz von Palestrina. Zum Kommandeur der päpstlichen Armee in den Kriegen von Castro ernannt. Ging 1644 nach der Wahl Papst Innozenz’ X. ins Exil und starb im Jahre 1647 ohne wieder nach Rom zurückzukehren. Daten sind ungefähre Angaben.1649–?120pxMaffeo BarberiniInnozenz X.(1644–1655)Sohn Taddeo Barberinis, der die früheren Titel seines Vaters nach der Versöhnung mit den Familien Pamphili und Barberini erhielt.

Siehe auch Gonfaloniere Generalkapitän der Kirche

Einzelnachweise

Kategorie:Amt (Kirchenstaat) Kategorie:Historische Amtsbezeichnung