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mini|Ludwigstor in Türkheim

Ensembles Ensemble Maximilian-Philipp-Straße

Als Ensemble wird der Kern des ehemaligen Schlossmarkts Türkheim festgestellt; er wird gebildet aus der beidseitig frei bebauten Maximilian-Philipp-Straße vom Ludwigstor bis zur Einmündung der Tussenhausener Straße und schließt die Pfarrkirche mit dem ehemals befestigten Friedhof sowie Schloss und Kapuzinerkloster mit den zugehörigen Gartenanlagen ein.

mini|200px|Die Maximilian-Philipp-Straße Türkheim, dessen Hauptachse, die Maximilian-Philipp-Straße, dem Verlauf der Römerstraße Augsburg-Kempten folgt, entstand wohl schon im frühen Mittelalter. Größere politische und wirtschaftliche Bedeutsamkeit erlangte der Ort aber erst um 1470 durch die Verlegung des Herrschaftssitzes von Schwabegg nach Türkheim. Sie fand ihren sichtbaren Ausdruck in der stattlichen Anlage der spätgotischen Kirche mit mächtigem Turm (ehemaliges Patrozinium St. Martin) und befestigtem Friedhof.

Mit dem Bau des Schlosses durch Wolf Dietrich von Knöringen entstand ab 1531 am Südende des Straßenzuges ein fürstlicher Herrschaftsbereich als Gegengewicht. Prägend für das heutige Erscheinungsbild sind vor allem die baulichen Erweiterungen und Veränderungen, die durch Herzog Maximilian Philipp vorgenommen und angeregt wurden, nachdem er Türkheim als seinen Ruhesitz gewählt hatte. 1682 begannen die Arbeiten am Schlossbau unter der Leitung von Giovanni Antonio Viscardi, der aber erst durch die Planungen François Cuvilliés d. Ä. und Karl Albert von Lespilliez um 1754 seine heutige barocke Gestalt mit dem mächtigen Walmdach erhielt.

1685 gründete der Herzog das beim Schloss gelegene Kapuzinerkloster mit Kirche. Ein Torbogen verbindet seit 1687 beide Baukomplexe und bildet in seiner 1827 als Ludwigstor neu errichteten klassizistischen Form den markanten südlichen Abschluss der Straßenzeile. Der Torbau zum Friedhof in seiner Gestalt von 1789 hat dazu die Wirkung eines Pendants. Die Häuser der etwa 300 m langen Maximilian-Philipp-Straße, die im Kern meist aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammen, stehen frei, teils trauf- und teils giebelständig zur Straße. Im nördlichen Abschnitt wirkt das leicht vor die Gebäudefluchten vorgezogene Rathaus, das 1702 bald nach der Markterhebung durch den Herzog errichtet worden war, in den Straßenraum hinein und erlaubt Blickbeziehungen nach Norden und Süden.

Aktennummer: E-7-78-203-1

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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Türkheim

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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