Peter Zwetkoff (* 14. April 1925 in Bazargic, Rumänien, heute Dobritsch, Bulgarien; † 17. Mai 2012ORF.at: Komponist Peter Zwetkoff tot, 17. Mai 2012 in Baden-Baden) war ein österreichisch-deutscher Komponist. Er schrieb die Musik zu über 400 Hörspielen und zahlreiche Bühnen- und Spielfilmmusiken.
Leben Zwetkoffs Vater war Bulgare, seine Mutter Tirolerin. 1926 zog die Familie nach Tirol, wo Peter Zwetkoff in Hall und Tulfes aufwuchs und das Gymnasium in Hall besuchte. Während der Zeit des Nationalsozialismus engagierte er sich mit seinem Bruder Michael im Widerstand und wurde mehrmals verhaftet und verhört.
Zwetkoff erhielt seinen ersten Klavierunterricht bei einer Großtante. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs besuchte er die Musikschule in Innsbruck (Klavier bei Maria Auer und Hans Leygraf sowie Harmonielehre und Kontrapunkt bei Karl Koch) und studierte 1947/1948 an der Musikhochschule Mozarteum in Salzburg (Klavier bei Wilhelm Keller, Komposition bei Carl Orff). Danach besuchte er die Musikhochschule in München (Besuch von Kursen bei Carl Orff). Er war von 1951 bis 1954 Klavierlehrer und Leiter des Orff-Schulwerkes an der Musikschule Innsbruck.
Seit 1954 lebte er in Deutschland und arbeitete beim SWF Baden-Baden als freischaffender Hauskomponist für radiophone und filmische Aufgaben, musikdramaturgische Arbeit mit Schauspielern, Musikern, Regisseuren und Technikern. Er schrieb die Musik zu über 400 Hörspielen und zahlreiche Bühnen- und Spielfilmmusiken.
Zwetkoff galt als Meister der angewandten Komposition, die niemals nur reine Musik ist, sondern immer eng an Sprache und Handlung gebunden ist. Worte werden durch ihn mit Tönen so eingekleidet, dass sie sogar deutlicher wahrgenommen werden als ohne. So nuanciert die Musik das Hörspiel, untermalt ironisch oder dramatisch und hilft durch die Verwendung von Leitmotiven bei der Orientierung.
Sein Nachlass befindet sich im Forschungsinstitut Brenner-Archiv.Nachlass Peter Zwetkoff
Auszeichnungen 1955: Karl-Sczuka-Preis für „Der Trojanische Krieg findet nicht statt“ von Jean Giraudoux 1961: Karl-Sczuka-Preis für „Ungeduld des Herzens“ von Stefan Zweig 1964: Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Der Bussard über uns“ von Margarete Jehn 1974: Karl-Sczuka-Preis für „Die schreckliche Verwirrung des Giuseppe Verdi“ von Urs Widmer 1978: Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Frühstücksgespräche in Miami“ von Reinhard Lettau 1980: Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Moin Vaddr läbt“ von Walter Kempowski 1981: Prix Italia für „Intensivstation“ von Christoph Gahl 2011: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2011: Billy Wilder Award der Filmakademie, Wien
Werke (Auswahl) Die folgenden beiden Listen von Hörspiel-Mehrteilern sowie -Einzelstücken basieren auf einer Abfrage im Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) (Stand: Januar 2026). Die DRA-eigene-Inhaltsangabe findet man in den ARD-Hörspieldatenbank-FaQ unter „Was finde ich in der ARD Hörspieldatenbank?“ Zitat: Da die Grundlage für die Dokumentation größtenteils veröffentlichte Hörspielprogramme sind, bildet sie damit das Programmgeschehen des Rundfunks in Deutschland ab.
Hörspielmusik Mehrteiler
Hörspielmusik Einzelstücke
Weitere Hörspiele aus dem Nachlass im Brenner-Archiv Folgende Hörspiele ergänzen die DRA-Abfrage. Die hier genannten Hörspiele sind nicht im DRA unter Nennung der Komposition von Peter Zwetkoff genannt. Die Richtigkeit wird derzeit (Anfang 2026) noch überprüft. Der Nachweis ist eine Internet-Seite des Brenner-Instituts in Innsbruck. Aus diesem wurde bisher das Verzeichnis der Hörspiel-Partituren aus seinem Nachlass ausgewertet:
Filmmusik 1955: Unheimliche Begegnungen (TV) 1959: Geschlossene Gesellschaft (TV) 1961: Die Kassette (1961) (TV) 1962: Woyzeck (TV) 1962: Geisterkomödie (TV) 1962: Der 18. Geburtstag (TV) 1965: Die Chinesische Mauer (TV) 1966: Ein Haus aus lauter Liebe (TV) 1974: Der Scheingemahl (TV) 1976: Jakob der Letzte (TV) 1978: Das Einhorn 1979: Kassbach 1983: Die letzte Runde (Strawanzer) 1988: Land der Väter, Land der Söhne
Weitere Werke Hotelsolo für eine Männerstimme nach dem Gedicht von Erich Kästner Violinmusik für zwei bis vier Geigen An eine ferne Geliebte Suite für Klavier Umschlagplatz für Klarinette, Tuba, Violine, Kontrabass und Schlagzeug
Literatur
Weblinks Nachlass Peter Zwetkoff, Forschungsinstitut Brenner-Archiv Werkverzeichnis Peter Zwetkoff, SWR
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Einzelnachweise
Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Hörspielkomponist Kategorie:Person (Südwestfunk) Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Bulgare Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Mann