Die Division 1 1988/89 war die 51. Austragung der professionellen französischen Fußballliga. Meister wurde zum fünften Mal seit 1937 und 17 Jahre nach seinem letzten Titelgewinn Olympique Marseille.

Erster Spieltag war der 15. Juli 1988, letzter Spieltag der 31. Mai 1989. Es gab eine sechswöchige Winterpause zwischen dem 18. Dezember und 3. Februar.Pierre Minier: 1943-2003 – Football Club de Nantes, le doyen de l’élite. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2003, ISBN 2-911698-23-1, S. 343–346

Vereine Teilnahmeberechtigt waren die Vereine, die die Vorsaison nicht schlechter als auf dem 17. Platz abgeschlossen hatten, dazu zwei direkte Aufsteiger aus der zweiten Division und der Gewinner der Relegationsrunde. Somit spielten in dieser Saison folgende Mannschaften um den Meistertitel: zwei Klubs aus dem äußersten Norden (OSC Lille, Racing Lens), drei aus Paris beziehungsweise der Bourgogne (Paris Saint-Germain, Matra Racing Paris, AJ Auxerre), drei aus dem Nordosten (FC Metz sowie die beiden Aufsteiger Racing Strasbourg und FC Sochaux), drei aus dem Nordwesten (Relegationssieger SM Caen, FC Nantes, Stade Laval), zwei aus dem Südwesten (Girondins Bordeaux, FC Toulouse), sieben aus dem Südosten (AS Saint-Étienne, Montpellier La Paillade SC, Olympique Marseille, SC Toulon-Var, OGC Nizza, AS Cannes, Titelverteidiger AS Monaco).

Saisonverlauf In dieser Saison wurde versuchsweise die Drei-Punkte-Regel eingeführt; der Versuch wurde anschließend allerdings nicht fortgesetzt. Es war keine wesentliche Zunahme der Trefferzahl zu verzeichnen; Lilles 8:0-Kantersieg erfolgte am letzten Spieltag gegen das bereits als Absteiger feststehende Laval.Guillet/Laforge, S. 197 Bei Beibehaltung der Zwei-Punkte-Regel hätten sich nur wenige Veränderungen – und diese lediglich im Tabellenmittelfeld zwischen Rang sechs und Rang 13 – ergeben. Bei Punktgleichheit gab die Tordifferenz den Ausschlag für die Platzierung.

Vor Saisonbeginn wurden zwei Mannschaften besonders hoch eingeschätzt, die beide nochmals erheblich in ihren Spielerkader investiert hatten: Olympique Marseille und Matra Racing Paris. Marseille, bereits im Vorjahr Meisterschaftsfavorit, besaß nun eine Mannschaft mit Nationalspielern aus drei Kontinenten, weil sein Präsident Tapie „keine halben Sachen“ auf dem Transfermarkt machte.Rethacker, S. 39; Beaudet, S. 152 und 155 In der französischen Hauptstadt war es dann aber der Lokalrivale Paris Saint-Germain, der oben mitspielte, während Racing am Ende nur knapp dem Abstieg entging und seinen Großsponsor Matra verlor.Beaudet, S. 155 und 157 PSG, das mit der Raumdeckung operierte und auch vor eigenem Publikum auf eine Kontertaktik setzte, dominierte die Hinrunde und wurde mit zwei Punkten Vorsprung vor Auxerre Herbstmeister. Bei Marseille dagegen hatte der Präsident nach zwei Spielen mit nur einem Zähler auf der Habenseite Trainer Banide durch Gili ersetzt, einen „Nobody“ im Profigeschäft, der vorher in Olympiques Nachwuchszentrum tätig war. Unter seiner Leitung arbeitete OM sich an das Führungsduo heran, wies vor Weihnachten aber noch ein halbes Dutzend Punkte Rückstand auf Paris auf.Rethacker, S. 48; Beaudet, S. 155ff.

Am 27. Spieltag schloss Marseille zu Paris auf, lag aber vier Runden vor Saisonende immer noch einen Zähler zurück. Anfang Mai gewannen die Südfranzosen das Spitzenduell mit 1:0 und ließen sich die Tabellenführung anschließend auch nicht mehr nehmen. Zehn Tage nach Abschluss der Punktspiele besiegte Olympique im Pokalfinale Monaco, das sich in der Division 1 noch auf den dritten Rang vorgearbeitet hatte, und sicherte sich somit zusätzlich zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Doublé. Zu diesem Erfolg hatten „zwei französisch-deutsche Spielerpärchen maßgeblich beigetragen – Le Roux/Förster in der Innenverteidigung und Papin/Allofs im Angriff“.Beaudet, S. 158; Rethacker, S. 48f.

In der unteren Tabellenregion war Lens bereits frühzeitig hoffnungslos abgeschlagen, verlor insgesamt 18 seiner 19 Auswärtsbegegnungen und gewann auch vor heimischem Publikum nur zwei Spiele. Auch Laval stand schon vor dem letzten Spieltag als Absteiger fest, während Caen und Racing Paris erst dann die Gewissheit besaßen, auch in der folgenden Saison der ersten Liga anzugehören. Dagegen musste Strasbourg anschließend noch die Barrages bestreiten und unterlag darin dem Zweitdivisionär Brest Armorique FC, der somit neben dem FC Mulhouse und Olympique Lyon dritter Aufsteiger war.

Abschlusstabelle

(M) amtierender französischer Meister (P) amtierender französischer Pokalsieger (N) Neuaufsteiger aus der Division 2 1987/88 (R) Relegationssieger

Kreuztabelle AJAuxGi.BorSMCaeASCanSt.LavRCLenOSCLilOl.MarMRParFCMetASMcoLaPMplFCNanOGCNizSGParASStÉFCSocRCStrSCTlnFCTls AJ Auxerre1:13:00:02:11:01:01:01:12:10:01:01:01:00:02:02:12:13:00:0 Girondins Bordeaux2:02:30:02:14:10:00:03:24:11:12:15:02:00:15:01:22:01:11:1 SM Caen1:03:03:01:11:02:10:01:10:00:30:12:32:10:12:30:03:32:13:0 AS Cannes3:01:12:03:23:01:03:12:11:13:20:11:22:00:31:02:04:11:05:1 Stade Laval0:11:01:12:02:11:20:14:23:00:00:10:21:21:21:11:11:00:02:0 Racing Lens0:10:25:02:20:21:20:11:10:21:10:00:02:00:01:32:21:30:11:1 OSC Lille1:00:11:11:08:01:02:13:01:12:43:10:12:02:12:22:01:10:00:0 Olympique Marseille2:12:24:22:11:05:21:12:03:22:21:11:03:21:02:00:03:11:03:1 Matra Racing Paris1:24:13:11:02:23:01:00:21:43:04:02:01:10:23:10:22:11:10:1 FC Metz2:13:01:02:10:04:03:11:31:10:31:20:01:00:11:21:01:11:21:1 AS Monaco1:24:23:12:01:01:01:13:01:01:14:24:11:11:02:20:04:12:21:0 Montpellier PSC1:02:21:00:06:22:02:31:00:05:34:21:41:10:02:01:21:00:11:0 FC Nantes3:21:03:11:11:13:11:01:11:01:01:12:10:11:11:10:02:20:01:2 OGC Nizza1:01:05:02:11:03:00:12:23:21:11:13:31:03:11:03:21:01:02:0 Paris Saint-Germain2:21:13:01:03:03:21:10:02:12:20:23:21:01:03:11:01:00:02:1 AS Saint-Étienne1:11:01:11:01:02:42:00:04:30:10:11:01:10:00:01:20:02:13:2 FC Sochaux3:21:11:04:03:02:12:00:02:01:00:02:00:11:02:11:03:02:12:2 Racing Strasbourg1:03:21:20:03:04:11:32:31:11:21:23:12:03:00:00:10:32:14:1 SC Toulon-Var1:21:01:03:00:03:12:11:21:01:01:01:11:00:00:10:00:00:01:1 FC Toulouse0:01:10:04:10:02:11:10:02:12:12:02:21:22:10:03:12:14:01:0

Relegation

Meistermannschaft Olympique Marseille 1. Olympique Marseille70px|Olympique Marseille Tor: Gaëtan Huard (38/-) Abwehr: Philippe Thys (37/2), Karlheinz Förster (35/1), Éric Di Meco (33/-), Yvon Le Roux (32/2), Éric Mura (13/-), José Pastinelli (6/-), Didier Santini (1/-) Mittelfeld: Philippe Vercruysse (35/7), Franck Sauzée (32/4), Patrice Eyraud (24/2), Bruno Germain (21/1), Pascal Gastien (18/-), Frédéric Meyrieu (16/-), Benoît Cauet (14/-), Gérard Bernadet (5/-), Jean-Claude Durand (2/-) Sturm: Jean-Pierre Papin (36/22), Abdoulaye Diallo (23/1), Klaus Allofs (22/7), Abédi Pelé (4/-), André Basile (1/-) Trainer: Gérard Gili Dazu kamen zwei Eigentore.Guillet/Laforge, S. 197, ergänzt aus Stéphane Boisson/Raoul Vian: Il était une fois le Championnat de France de Football. Tous les joueurs de la première division de 1948/49 à 2003/04. Neofoot, Saint-Thibault o. J. Éric Cantona (22/5) hat den Verein während der Saison verlassen und wurde an Girondins Bordeaux verliehen.

Erfolgreichste Torschützen Pl.SpielerVereinTore1 Jean-Pierre Papin Olympique Marseille 222 Glenn Hoddle AS Monaco 18 Zlatko Vujović AS Cannes 184 Laurent Blanc Montpellier PSC 15 Daniel Bravo OGC Nizza 15 Stéphane Paille FC Sochaux 15 Daniel Xuereb Paris Saint-Germain 158 Fabrice Divert SM Caen 14 Erwin Vandenbergh OSC Lille 14 George Weah AS Monaco 1411 Clive Allen Girondins Bordeaux 1312 Chérif Oudjani Racing Lens 12 Peter Reichert Racing Strasbourg 1214 Éric Cantona Marseille/Bordeaux 11 Fabrice Mège Racing Straßburg 1116 Enzo Francescoli Matra Racing Paris 10 Philippe Hinschberger FC Metz 10 Didier Monczuk AJ Auxerre 10 Philippe Tibeuf AS Saint-Étienne 10

Siehe auch Division 2 1988/89 Coupe de France 1988/89

Literatur Hubert Beaudet: Le Championnat et ses champions. 70 ans de Football en France. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2002, ISBN 2-84253-762-9 Sophie Guillet/François Laforge: Le guide français et international du football éd. 2009. Vecchi, Paris 2008, ISBN 978-2-7328-9295-5 Jean-Philippe Rethacker: La grande histoire des clubs de foot champions de France. Sélection du Reader’s Digest, Paris/Bruxelles/Montréal/Zurich 2001, ISBN 2-7098-1238-X

Weblinks Statistiken auf lfp.fr

Anmerkungen und Nachweise

#1988/89 Kategorie:Fußballsaison 1988/89