Wing Commander Academy ist eine von den Universal Cartoon Studios in Zusammenarbeit mit Spielepublisher Electronic Arts und dessen Entwicklungsstudio Origin Systems produzierte Zeichentrickserie im Wing-Commander-Universum. Sie fungiert als lose Vorgeschichte zur Computerspiel-Serie und schildert die Erlebnisse der jungen Piloten Christopher „Maverick“ Blair und Todd „Maniac“ Marshall in den letzten Monaten ihrer Ausbildung als Flugkadetten an Bord des Trägerschiffs „TCS Tiger's Claw“.
Inhalt Die Serie spielt im Jahr 2655. Christopher „Maverick“ Blair, Todd „Maniac“ Marshall, ihre Freundin Gwen „Archer“ Bowman und weitere Schüler der 201. Kadettschülerklasse werden auf das von Commodore Geoffrey Tolwyn befehligte Trägerschiff „TCS Tiger's Claw“ verlegt, um dort ihre Ausbildung zu beenden. Die Befehle der „Tiger's Claw“ sehen für die Kadetten ursprünglich nur Routineübungen und Patrouillenflüge vor, doch die Kilrathi tragen den Krieg unerwartet in das Operationsgebiet des Trägers. Die jungen Piloten sehen sich recht schnell realen Kampfbedingungen ausgesetzt.
Die Rivalität zwischen Maverick und Maniac, wer von ihnen der bessere Pilot sei, zieht sich als durchgängiges Motiv durch die gesamte Handlung der Serie. Blair, der als eher nachdenklicher, sich stark an den Vorschriften orientierender Charakter beschrieben wird, steht dem eher impulsiven, aber als Pilot hochtalentierten Todd Marshall gegenüber. Blair genießt dabei die besondere Wertschätzung Commodore Tolwyns, der ihn gezielt als Führungsoffizier aufbaut und regelmäßig an seinen Gedanken und Entscheidungen teilhaben lässt. Trotz ihrer Rivalität verbindet Blair und Marshall eine tiefe Kameradschaft, die sie im Zweifelsfall jederzeit füreinander einstehen lässt.
Die dritte im Bunde ist Gwen „Archer“ Bowman, die im Gegensatz zu ihren männlichen Kameraden der Kriegsführung im Verlauf der Serie zunehmend kritischer gegenübersteht. Ihr Befehlshaber Tolwyn zeigt sich wiederholt als brillanter Taktiker. Seine unorthodoxe Art der Kriegsführung stößt jedoch auf wenig Gegenliebe beim Oberkommando und brachte ihm daher die ungeliebte Aufgabe des Kadettenaufsehers und Kommandanten der „TCS Tiger’s Claw“ ein. Tolwyns Charakter ist ambivalent. Einerseits um das Wohl seiner Leute bemüht, schreckt er nicht davor zurück, sie im Bedarfsfall dem höheren Zweck zu opfern. Sein Pflichtgefühl gilt dabei im Zweifelsfall einzig und allein dem Endsieg über die Kilrathi.
Die 13 Folgen der Serie erzählen eine jeweils eigenständige Handlung, die nur wenig miteinander verknüpft sind. Der Krieg gegen die Kilrathi wird dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mitunter auch kritisch beleuchtet. Auch wenn die absolute Feindseligkeit der Kilrathi zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Frage gestellt wird, finden sich auch auf Seiten der Menschheit negative Vertreter und kritikwürdige Situationsentscheidungen.
Entstehung und Veröffentlichung Die Serie wurde am 14. Mai 1996 angekündigt. Die Original-Darsteller der Spiele Wing Commander III und IV übernahmen auch die Synchronisation für ihre Zeichentrickfiguren. Die eine Staffel mit 13 Episoden umfassende Serie wurde erstmals vom 21. September bis zum 21. Dezember 1996 durch den US-Fernsehsender USA Network als Teil seines morgendlichen Kinderwochenendprogramms USA Action Extreme Team ausgestrahlt. Eine Veröffentlichung auf VHS kam nie zustande, der erstmalige DVD-Release der Serie erfolgte am 29. Mai 2012 durch Visual Entertainment, Inc.
Eine Besonderheit stellt die in Folge 8 Recreation dargestellte Figur des Warrior Kings dar. Die von Michael Dorn vertonte Figur hatte neben Wing Commander Academy zuvor bereits Gastauftritte in drei weiteren Zeichentrickserien des Senders USA Network (Street Fighter: The Animated Series, The Savage Dragon, Mortal Kombat: Defenders of the Realm). Alle vier Episoden wurden am 16. November 1996 ausgestrahlt und erzählten zusammengenommen eine eigene Handlung um die Figur des Warrior Kings. Für die korrekte Reihenfolge der Episoden wurde daher auch die sonst üblichen Sendeplätze der verschiedenen Serien einmalig umgestellt.IMDb: Warrior King (Character), zuletzt abgerufen am 5. Mai 2012.
Rezeption Der erhoffte Erfolg der Serie blieb aus, weshalb die Serie bereits nach der ersten Staffel wieder eingestellt wurde. Ein von Origin Systems geplantes Spiel zur Serie wurde nicht mehr weiter verfolgt.
Spielejournalist Richard Cobbett bezeichnete die Serie in einer Retrospektive zum einen als einen billig und hauptsächlich für Kinder produzierten Cartoon. Für Fans der Spiele sei es jedoch eine akzeptable Umsetzung der Wing-Commander-Thematik, der wesentliche Punkte des Spiels einfange und damit im Gegensatz zu Chris Roberts' 1999 veröffentlichter Realverfilmung für das Kino stehe. Wing Commander Academy nehme sein Publikum ernst, verzichte auf die übliche Glorifizierung des gerechten Krieges und scheue auch nicht davor zurück, den Zuschauer ohne das übliche Happy End zurückzulassen. Beispielhaft dafür sei die Rolle des gefallenen Kriegshelden Daimon Karnes in Episode 2, der sich als Anhänger Nietzsches zu erkennen gebe („When you look too long into the emptiness, the emptiness get's inside you“), oder wenn Archer in Episode 3 gezwungen sei, Kadett Allen „Blizzard“ Goetz abzuschießen, der ihr erst kurz zuvor seine Liebe erklärt hatte. Daher sei Wing Commander Academy im Vergleich zu anderen Kinderzeichentrickserien seiner Zeit und darunter insbesondere zu anderen Spieleverfilmungen gut gelungen.
Episodenliste
Weblinks
Wing Commander News: Wing Commander Academy. Umfangreiches Archiv zur Zeichentrickserie und der gesamten Wing-Commander-Reihe.
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehserie (Vereinigte Staaten) Kategorie:Science-Fiction-Fernsehserie Kategorie:Wing Commander Kategorie:Zeichentrickserie Kategorie:Fernsehserie der 1990er Jahre