Melvin „Mel“ Bourne (* 23. November 1923 als Melvin B. Bornstein in Chicago, Illinois; † 14. Januar 2003 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer Bühnenbildner und Filmarchitekt.

Leben Bourne ließ sich an der Purdue University in Indiana zum Chemotechniker ausbilden, wurde aber durch den Zweiten Weltkrieg an seiner Berufsausübung gehindert. Nach dem Krieg besuchte er die Yale School of Drama mit dem Ziel, als Bühnenbildner beim Theater zu arbeiten. Noch Ende der 1940er Jahre begann er seine Laufbahn an kleineren Theatern, später entwarf Bourne die Dekorationen für ambitionierte Broadway-Inszenierungen wie The Millionairess mit Katharine Hepburn in der Titelrolle, The Male Animal, Seagulls Over Sorrento (alles 1952) und End as a Man (1953).

Ab Mitte der 1950er Jahre schuf Bourne sich ein zweites Standbein als Ausstatter für Fernsehproduktionen und designte 1957 auch erstmals für den Kinofilm. Bis weit in die 1970er Jahre hinein blieb er jedoch diesem Medium weitgehend fern, erst Woody Allen holte Bourne für die große Leinwand zurück. Für dessen New Yorker Tragikomödien Der Stadtneurotiker, Manhattan und Broadway Danny Rose sollte Bourne seine besten Arbeiten liefern. Später kamen auch Aufträge für eine Reihe von klassischen Hollywood-Kommerzproduktionen wie F/X – Tödliche Tricks, Der Unbeugsame, Eine verhängnisvolle Affäre, Ein unmoralisches Angebot und Striptease hinzu. Trotz seiner Arbeit für das Kino blieb Bourne sporadisch dem Fernsehen verbunden und trat beispielsweise kurzzeitig als gestalterischer Berater der Serie Miami Vice in Erscheinung.

In seiner Karriere wurde Bourne drei Mal (1979, 1985, 1992) für den Oscar in der Kategorie Bestes Szenenbild nominiert.

Familie Mel Bourne war fünf Jahre lang mit der Schauspielerin Sarah Marshall (1933–2014) verheiratet, einer Tochter von Herbert Marshall.

Timothy Bourne (* 1954), Mels Sohn aus dieser Ehe, arbeitet als Aufnahmeleiter, Regieassistent und seit 2008 regelmäßig als Filmproduzent. Sein anderer Sohn ist in die Fußstapfen des Vaters getreten: Tristan P. Bourne (* 1966) arbeitete zunächst als Garderobier und Deko-Maler, später als Szenenbildnerassistent und schließlich als Filmarchitekt.

Filme 1954: Howdy Doody (TV-Serie) 1957: That Night 1957–1959: Decoy (TV-Serie) 1961: Licht im Dunkel 1975: Einsatz in Manhattan (TV-Serie, eine Folge) 1976: Der Stadtneurotiker 1977: Der große Grieche (The Greek Tycoon) 1977: Nunzio, der Supermann (Nunzio) 1978: Innenleben 1978: Manhattan 1979: L ist nicht nur Liebe (Windows) 1980: Stardust Memories 1981: Der Einzelgänger (Thief) 1982: Eine Sommernachts-Sexkomödie 1982: In der Stille der Nacht 1983: Zelig 1983: Der Unbeugsame 1983: Broadway Danny Rose 1985: F/X – Tödliche Tricks 1985: Manhunter – Roter Drache 1987: Eine verhängnisvolle Affäre 1987: Angeklagt 1987: Cocktail 1988: Rude Awakening 1989: Die Affäre der Sunny von B. 1990: Der König der Fischer 1991: Man Trouble – die Katze und der Fuchs (Man Trouble) 1992: Ein unmoralisches Angebot 1993: Angie (Angie I Says) 1994: Kiss of Death 1995: Power of Love 1995: Striptease 1999: Gloria 2000: Eventual Life (Kurzfilm) 2000: Mut zur Liebe (Cupid & Cate, Fernsehfilm)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 494.

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