Intensität tropischer Wirbelstürmenach India Meteorological Department KategorieWindgeschwindigkeit (3-min) Knoten (km/h) Depression ≤27(≤51) Deep Depression 28–33(52–61) Cyclonic Storm 34–47(62–87) Severe CyclonicStorm 48–63 (88–117) Very SevereCyclonic Storm 64–119(118–221) Super Cyclonic Storm ≥120(≥222) Die Zyklonsaison im nördlichen Indik 2007 war ein Ereignis der jährlichen Zyklus der Bildung tropischer Wirbelstürme. Sie hat keinen offiziellen Grenzen, doch tendieren Zyklone dazu, sich im Indik zwischen dem Horn von Afrika und der Malaiischen Halbinsel zwischen April und Dezember zu bilden, wobei es in den Monaten Mai und November zwei Höhepunkte der Aktivität gibt. Dabei werden die Sturmsysteme nach dem Gebiet ihrer Entstehung nach den zwei Hauptseegebieten unterteilt: das Arabische Meer westlich des Indischen Subkontinents und der Golf von Bengalen östlich davon.
Im langjährigen Durchschnitt bilden sich in diesem Becken vier bis sechs Stürme pro Saison. Das offizielle Regional Specialized Meteorological Centre in diesem Becken sitzt in Neu-Delhi und wird vom India Meteorological Department (IMD) betrieben, während das Joint Typhoon Warning Center Sturmwarnungen ausgibt, die sich primär an Einrichtungen der Vereinigten Staaten richten. Stürme, die sich in der Arabischen See bilden, erhalten die Abkürzung ARB vor ihrer laufenden Nummer; bei den im Golf von Bengalen entstehenden Systemen wird sinngemäß die Buchstabenkombination BOB vorangestellt.
Das Jahr 2007 brachte eine für dieses Becken ungewöhnlich aktive Saison; bis zu diesem Zeitpunkt handelte es sich bereits um die nach Sachschäden gerechnet folgenschwerste Saison seit Beginn der Aufzeichnungen. Bis heute wurde die Saison diesbezüglich nur durch die Saison 2008 übertroffen. In der Saison 2007 wurden seit Einführung der Namensgebung in diesem Becken mit den Zyklonen Sidr und Gonu erstmals zwei Zyklone der Kategorie 5 nach der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala beobachtet. Mindestens 4545 Personen wurden durch die Auswirkungen der tropischen Stürme und Depressionen getötet; der gemeldete Schaden wurde auf 6,4 Milliarden US-Dollar summiert.
Stürme Depression BOB 01
Ein Gebiet mit gestörtem Wetter bildete sich am 26. April östlich der Malaiischen Halbinsel. Das System konsolidierte sich langsam und das Thai Meteorological Department (TMD) klassifizierte das System am 1. Mai im Golf von Thailand als tropische Depression. Das System wanderte westwärts, zog in Chumphon über Land, überquerte des Isthmus von Kra und gelangte dann in die Andamanensee. Das System intensivierte sich leicht und wurde spät am 3. Mai vom India Meteorological Department (IMD) als Depression klassifiziert. Diese begann dann, nach Norden zu ziehen und überquerte am Morgen des 5. Mai die Küste im Rakhaing-Staat in Myanmar zum zweiten Mal. Nach dem Landfall schwächte sich das System zu einem Tiefdruckgebiet ab und das RSMC gab sein letztes Bulletin zu dem System aus.
Während das tropische Tiefdruckgebiet über den Isthmus von Kra hinwegzog, gab das TMD für die westlichen Provinzen Thailands Warnungen vor Starkregen und Sturzfluten aus. In der Provinz Ratchaburi bereiteten Zivilschützer am 3. Mai die Evakuierung von Ortschaften in dem bergigen Gebiet vor. Einen Tag später wurde die Provinz Prachuap Khiri Khan zum Katastrophengebiet erklärt, nachdem niedrig gelegene Gebiete bis zu einem Meter hoch überschwemmt waren. Im Provinzhauptort Prachuap Khiri Khan wurde ein Gefängnis überflutet, sodass die Gefangenen nach Ratchaburi gebracht werden mussten. In der Provinz Surat Thani hatten Erdrutsche den Verkehr zum Erliegen gebracht. Zahlreiche Erdrutsche meldeten auch Gebiete in anderen Provinzen. Nach dem zweiten Landfall des Systems in Myanmar kam es auch im Nordwesten Thailands zu starken Niederschlägen.
Cyclonic Storm Akash
Am 13. Mai klassifizierte das India Meteorological Department eine Depression über dem zentralen Golf von Bengalen, die sich am 10. Mai gebildet und stetig intensiviert hatte, kurz nachdem das Joint Typhoon Warning Center einen Tropical Cyclone Forming Alert ausgerufen hatte. Im Tagesverlauf stufte das JTWC das System zu einem tropischen Zyklon hoch und bezeichnete es als 01B. Am 14. Mai stufte das IMD das System als Deep Depression ein und sechs Stunden später zum ersten zyklonischen Sturm der Saison. Akash intensivierte sich weiter und erreichte nach Ansicht des JTWC am 14. Mai einminütige Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke. Früh am 15. Mai überquerte Akash die Küste in der Nähe der Grenze zwischen Bangladesch und Myanmar. Über Land schwächte sich der Sturm rasch ab. Der Name Akash war von Indien vorgeschlagen worden und ist das Wort für Himmel in Hindi.
Mindestens ein Fischer wurde durch Akash getötet, doch verzeichneten die Behörden nach dem Durchzug des Sturmes etwa 100 weitere vermisste Fischer. An Land kam es zu Schäden an der Ernte sowie zu Unterbrechungen bei der Stromversorgung. Etwa 80.000 Bewohner wurden vor Ankunft des Sturmes evakuiert.radioaustralia.net.au Der Hafen von Chittagong wurde geschlossen und alle Flüge von und in die Stadt wurden gestrichen.
Aufgrund des starken Regens, der durch die äußeren Regenbänder des Sturmes verursacht wurde, musste auf das dritte Cricketländerspiel zwischen Indien und Bangladesch verzichtet werden.
Super Cyclonic Storm Gonu
Gonu entwickelte sich am 1. Juni aus einem bestehenden Gebiet mit Konvektionstätigkeit im Osten des Arabischen Meeres. Aufgrund guter Bedingungen in der Höhe und einer warmen Wasseroberfläche, intensivierte sich der Sturm rapide zu seinem Höhepunkt am 3. Juni mit andauernden dreiminütigen Windgeschwindigkeiten von 240 km/h. Zwar schwächte Gonu wegen trockenerer Luft und kühlerem Wasser sich ab, doch als der Zyklon spät am 5. Juni auf die Ostspitze Omans traf, war er beim Landfall der stärkste tropische Wirbelsturm, der seit Beginn verlässlicher Aufzeichnung die Arabische Halbinsel getroffen ist. Stürme vergleichbarer Intensität sind im Arabischen Meer sonst eher selten, weil Stürme in diesem Seegebiet eher klein sind und zu einer raschen Auflösung tendieren.
An der Ostküste Omans lud Gonu starke Regenmengen ab, die örtlich bis zu 610 mm erreichten und schwere Überschwemmungen auslösten. Der Zyklon verursachte in dem Land Sachschäden in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar (in Preisen von 2007; in heutigen Preisen Milliarden US-Dollar). Durch die folgenschwerste Naturkatastrophe in diesem Land wurden in Oman 49 Personen getötet. Im Iran starben durch die Auswirkungen des Sturmes 23 Personen. Hier wurde ein Sachschaden gemeldet in Höhe von 215 Millionen US-Dollar (in Preisen von 2007; in heutigen Preisen Millionen US-Dollar).
Cyclonic Storm Yemyin
Ein Tiefdruckgebiet in Verbindung mit einem Monsuntrog wurde durch das Naval Research Laboratory erstmals am 17. Juni im Golf von Bengalen ermittelt. Während der folgenden Tage entwickelte das System eine flackernde tiefe Konvektion in der Nähe eines freigestellten bodennahen Zirkulationszentrums, das durch die offene See driftete. Trotz mäßiger bis hoher vertikaler Windscherung erzeugte die Störung in Port Blair auf den Andamanen am 19. Juni einen Rückgang des Luftdrucks um bis zu 2,7 mbar (hPa). Die Konvektion hielt sich um ein zunehmend besser definiertes bodennahes Zirkulationszentrum, und die Störung konsolidierte sich unter günstiger Diffluenz weiter.
Früh am 21. Juni erklärte das India Meteorological Department (IMD) das System zu einer Depression, etwa 430 km ostsüdöstlich von Kakinada im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Einige Stunden später gab das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) einen Tropical Cyclone Formation Alert aus und warnte vor einminütigen Windgeschwindigkeiten von knapp 55 km/h. Die Depression zog rasch west-nordwestwärts in Richtung des nördlichen Küstenabschnittes von Andhra Pradesh. Ein subtropischer Rücken im Norden schwächte die Windscherung ab, die bis dahin das System paralysierte und ermöglichte so die weitere Intensivierung. Im Tagesverlauf stufte das IMD das System zur Deep Depression hoch. Während die Konvektion sich organisierte und das System sich über zunehmend warmen Wasser bewegte, begann das JTWC mit der Veröffentlichung regulärer Sturmwarnungen zum Tropischen Zyklon 03B.
Die Deep Depression zog bei Kakinada früh am 22. Juni Ortszeit über Land. Das JTWC gab etwas später seine letzte Warnung zu dem System aus, da dieses sich aufgrund der Einwirkung des Festlands und von Windscherung abzuschwächen begann. Am nächsten Tag stufte das IMD das System zu einer Depression zurück, während dies über das Deccan Plateau.zog. Am 24. Juni gab da RSMC seine letzte Warnung aus, obwohl das System ins Arabische Meer gezogen war. Mindestens 140 Personen hatten die Auswirkungen des Sturms in Indien getötet, und weitere 21 Personen tötete der Sturm bis dahin in der Region um das pakistanische Karatschi durch Regen und wohl mit den Ausläufern des Zyklons verbundene starke Winde. Das Pakistan Meteorological Department (PMD) hatte vom 22. Juni an vor Starkregen und Windböen gewarnt.
Das JTWC stellte in seinem Significant Tropical Weather Outlook für den nördlichen Indischen Ozean am 24. Juni fest, dass eine starke monsunale bodennahe Luftströmung zur zyklonischen Aktivität des Systems beitrug und dass die vertikale Windscherung gering und die Wasseroberflächentemperatur ausreichend hoch waren. Es warnte davor, dass diese Faktoren zu einer rapiden Regenerierung des Systems führen könnten. Früh am 25. Juni gab das JTWC zum zweiten Mal einen TCFA für dieses System aus. Kurz danach nahmen sowohl das RSMC als auch das JTWC die regelmäßigen Warnungen zu dem System wieder auf.
Als die Depression direkt vor der pakistanische Küste nach Nordwesten zog, erreichte sie Windgeschwindigkeiten von rund 48 km/h und der Oberflächenluftdruck in Karatschi wurde gegen Mittag des 25. Juni mit 990 mbar festgestellt. Nach den Angaben des PMD zog das Zentrum des Systems in etwa 90 km Entfernung an Karatschi vorbei. Infolge günstiger Bedingungen und dem Vorhandensein einer sich vertiefenden Konvektion intensivierte sich das System im Tagesverlauf erneut zu einer Deep Depression. Nach weiterer Organisierung kam es um 03:00 Uhr UTC an der Küste von Makran zwischen Ormara und Pasni in Belutschistan im Südwesten Pakistans zum zweiten Landfall des Systems. Nach dem Erreichen des Festlands setzte eine langsame Abschwächung des Systems ein, und das JTWC gab spät am 26. Juni seine letzte Warnung aus.
Der Sturm überraschte zwei Frachter, Al-Picaso und Lady Hamad, sowie vier Fischerboote, etwa 100 Seemeilen vor Karatschi. Die pakistanische Marine rettete 56 Seeleute von den beiden Frachtern und 36 Fischer von den Fischerbooten. Der starke Regen des Sturmes führte dazu, dass es im Tal des Ketsch zu schweren Überschwemmungen kam, von denen auch die Stadt Turbat betroffen war und weswegen rund 10.000 Personen ihre Häuser verlassen mussten. Mindestens 380 Bewohner der Provinz Belutschistan starben durch die Auswirkungen des Sturms, weitere 250 Tote verursachten die Starkregenfälle in der Provinz Sindh und 100 in der North-West Frontier Province, und weitere Regenfälle, die das Resttief des Zyklons auslöste, erschwerten die Rettungsmaßnahmen. Mindestens zehn Distrikte in Belutschistan und vier Distrikte in Sindh und somit mindestens 1,5 Millionen Bewohner der beiden Provinzen waren von den Auswirkungen des Sturmes betroffen. Über 80 Personen wurden durch Überschwemmungen und Sturzfluten in Afghanistan getötet, die das Resttief ausgelöst hatte.