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Ensembles
Ensemble Altstadt Günzburg
mini|200px|Die Günzburger Altstadt von Westen mit Vogelturm, Kuhturm, Frauenkirche und Unterem Tor Das Ensemble umfasst die Altstadt Günzburg in den Grenzen der in großen Teilen erhaltenen Stadtbefestigung einschließlich des zum Teil überbauten Grabens.
Die Anlage der Stadt erfolgte planmäßig über nahezu quadratischem Grundriss um 1300 auf der Hochfläche über dem Tal der Günz, während der römische Vicus Guntia und auch die nachfolgende frühmittelalterliche Siedlung im Tal bei der Pfarrkirche Sankt Martin und an den Ufern der Günz zu suchen sind. 1328 war Günzburg, das sich rasch zum Hauptort der Markgrafschaft Burgau entwickelte, befestigt. Die Entwicklung zur Residenzstadt manifestiert sich im Ausbau der Burg in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts durch Erzherzog Ferdinand II. zur Residenz. Die Anlage bildet in der Südwestecke der Stadt einen monumentalen Schwerpunkt im Stadtgefüge, dem im Nordwesten schon mit der vorbarocken Anlage des ehemaligen Franziskanerinnenklosters und seiner Kirche ein weiterer beherrschender Akzent zur Seite tritt.
Die breite, die Stadt in etwa gleich große Hälften teilende Marktstraße ist die bestimmende Achse im Stadtgrundriss. Von den zwei Toren, die an den beiden Enden die Abschlüsse bildeten, ist das Untere mit mittelalterlichem Kern und Aufbau des späten 16. Jahrhunderts erhalten. Die langen Platzwände entstehen aus bürgerlichen, zum Teil patrizischen Wohnbauten, deren überwiegend barocke Giebelfronten eindrucksvoll und sehr einheitlich die Blüte der Stadt im 18. Jahrhundert zum Ausdruck bringen. Nach schwäbischer Art herrschen Giebelhäuser vor.
Neben dem Marktplatz ergeben sich eigenwertig kleinere Straßen- und Platzräume, deren Günzburg Charakter den unterschiedlichen sozialen Aufbau des 16. bis 19. Jahrhunderts widerspiegelt. Parallel zur Marktachse laufen die Hofgasse und nördlich die Institutsgasse, die deutlich gegenüber den patrizischen Bauten und Gasthöfen des Marktes niedrigere Firsthöhen und schlichtere Fassadengestaltungen aufweisen; in diesen Bereichen hatten sich besonders die Handwerker niedergelassen. Beide Gassen münden in abgeschlossene Plätze jeweils an der Südwest- und Nordostecke der Stadt, die durch monumentalere Bebauung bestimmt sind: der Frauenplatz mit Frauenkirche und Institut der Englischen Fräulein sowie der Schlossplatz, seit jeher Sitz des Stadtherren, mit Schloss, Hofkirche und dem Rathaus in der ehemaligen Münze. Beide Gebäudegruppen sind von markanter Bedeutung für die Stadtsilhouette.
Die Randzone der Altstadt mit Münzgasse, Eisenhausgasse, Wätteplatz, Pfluggasse und Frauengasse wird durch kleine, bescheidene Häuser der Stadtmauer entlang bestimmt. Ihr intimer, ungestörter Charakter stellt einen eigenständigen Wert dar, der für den Aufbau der historischen Stadt von Bedeutung ist. Die Querverbindungen der durch die langen Straßenzüge in vier ungefähr gleich große Teilstücke gegliederten Stadt sind nur kurze Straßenzüge, welche die Abstufung des Stadtbildes im Querschnitt zeigen, aber auch die Störungen deutlich werden lassen.
Aktennummer: E-7-74-135-1
Ensemble Innere Vorstadt
Der eingegrenzte Bereich umfasst die in älterer Zeit auch „Innere Vorstadt“ genannte Siedlung, die sich westlich außerhalb der ummauerten Altstadt bis zum Ufer der Günz ausdehnt.
Diese Vorstadt ist älter als die planmäßige Anlage der Altstadt auf der Höhe. Sie besaß im Hochmittelalter durch einen hier abgehaltenen wöchentlichen Markt Bedeutung. Nach der durch Herzog Leopold 1397 verfügten Verlegung dieses Marktes in die ummauerte Oberstadt mussten die dortigen Bürger den Einwohnern der Unterstadt bei der Errichtung von Toren, Zäunen und Gräben zu ihrem Schutz behilflich sein.
Das Grundgefüge dieser Vorstadt ist seit ältester Zeit durch die Verzweigung der Straßen nach Ichenhausen, Krumbach und Ulm am Platz vor der Spitalkirche bestimmt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren diese Hauptstraßen am Austritt aus der Vorstadt durch Tore abgeschlossen. – Monumentale Mittelpunkte in dem überwiegend durch giebelständige Handwerker- und Ackerbürgerhäuser bebauten Quartier sind die Spitalkirche und das seit der Mitte des 15. Jahrhunderts anstelle eines Widdumhofes der Pfarrei Sankt Martin errichtete Bürgerspital.
Aktennummer: E-7-74-135-2
Stadtbefestigung Die Stadtbefestigung ist Ende des 16. Jahrhunderts über der Grundlage des 14. Jahrhunderts errichtet worden.
Erhalten sind folgende Teile: sogenannter Hexen- bzw. Eulenturm, nordöstlicher Eckturm der Stadtbefestigung, quadratischer Bau mit Mansardzeltdach, im Kern 15. Jahrhundert, Dachteile nach 1735 sogenannter Ursula- bzw. Vogelturm, nordwestlicher Eckturm der Stadtbefestigung, quadratischer Bau mit Mansardzeltdach, im Kern 14./15. Jahrhundert, oberer Teil nach 1735 südwestlicher Eckturm, quadratischer Bau mit Zeltdach, im Kern 14./15. Jahrhundert Stadtgraben in großen Teilen noch erkennbar
Siehe auch Adolf-Paul-Gasse 1, 2, 5, 7, Eisenhausgasse 1–5, Frauengasse 1–5, 8, Frauenplatz 1, 2, 3, 4, 8, Kapuzinergasse 8, Marktplatz 6, 40, 42, 43, 44, Münzgasse 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, Pfluggasse 1–9, Postgasse 6, 8, 10, 12, 14, Radwinkel 5, 7, Rathausgasse 2, Schloßplatz 2, 3, 4, Theaterplatz 1, Wätteplatz 3, Zum Kuhturm 1, 3.
Aktennummer D-7-74-135-1
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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Günzburg
Anmerkungen
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