mini|Diese für Forest Hills typischen dreistöckigen Wohnhäuser stehen an der Tower Street nahe der MBTA-Station Forest Hills. Forest Hills ist ein Teil des offiziell ausgewiesenen Stadtteils Jamaica Plain der Stadt Boston im Bundesstaat Massachusetts der Vereinigten Staaten.
Überblick Wie der Name bereits vermuten lässt, wird der Stadtteil wesentlich durch Hügel und bewaldete Gebiete charakterisiert, die sich innerhalb bzw. in direkter Nähe der Stadtteilgrenzen befinden. Von der Hyde Park Avenue an geht es bergauf und von der Walk Hill Street an wieder bergab.
Der Stadtteil ist primär ein Wohngebiet, jedoch gibt es auch eine Reihe kleinerer Unternehmen entlang der Hyde Park Avenue. Südlich der Walk Hill Street stehen vorwiegend Einfamilienhäuser, in der Nähe des Bahnhofs dominieren hingegen die für den Stadtteil typischen, dreistöckigen Wohnhäuser. Wie im übrigen Jamaica Plain wurden auch hier viele der Mehrfamilienhäuser in Eigentumswohnungen umgewandelt.
Südlich der Walk Hill Street besteht Forest Hills zum Großteil aus kurvigen, mit Bäumen gesäumten Straßen, die keinem besonderen Schema folgen und damit die Entwicklung des Stadtteils von einer ländlichen Gegend in einen Straßenbahnvorort andeuten.
Die relativ eng stehenden Häuser befinden sich allgemein in einem guten Zustand und haben üppig bewachsene Gartenanlagen sowie interessante architektonische Details zu bieten. Es gibt eine große Vielfalt an Baustilen, darunter Arts and Crafts Movement, Cape Cod, Colonial Revival, Queen Anne Style, Tudor Revival und Viktorianische Architektur.
Im 20. Jahrhundert wohnten vorwiegend Arbeiter in den Straßenzügen in der Nachbarschaft zum Bahnhof, während die Mittelschicht im Süden wohnte, wo es keine Sozialwohnungen, aber auch keine Gebiete mit größerem Wohlstand gab. Dieses Gebiet unterlag zuletzt einem gewissen Ausmaß an Gentrifizierung und ist bekannt für die gute Integration aller dort lebenden Menschen.
Der Stadtteil profitiert von seiner Nähe zur Longwood Medical and Academic Area und zu den Bildungseinrichtungen School of the Museum of Fine Arts, Massachusetts College of Art and Design bzw. Northeastern University sowie von der guten ÖPNV-Anbindung an das Stadtzentrum.
Ausdehnung des Stadtteils Forest Hills ist kein offizielles Gebiet in Boston und seine Grenzen wurden nie festgelegt, dennoch wird Forest Hills als eigenständiger Bereich der Stadt wahrgenommen. Die Bezeichnung bezieht sich dabei grob auf das Areal direkt um den Bahnhof Forest Hills sowie auf die Wohngebiete auf der Ostseite der Hyde Park Avenue bis zur Walk Hill Street bzw. bis zum Cummins Highway. Auch viele weitere Gebiete und Stadtteile in Boston sind bis heute nicht klar definiert – so wird der Grünstreifen Canterbury südlich des Forest Hills Cemetery zwischen der Canterbury Street und dem American Legion Highway mal Roslindale, mal Jamaica Plain und mal Mattapan zugeschrieben.
Eine andere Definition von Forest Hills beschreibt das Gebiet als Dreieck zwischen der Hyde Park Avenue, dem American Legion Highway und der Morton Street. Dieses Dreieck wird durch die Walk Hill Street zweigeteilt. Die Bereiche südlich dieser Straße wurden früher auch als White City bezeichnet, heute werden sie Woodbourne genannt.
Die White City Im Jahr 1914 wurden vier Apartmenthäuser an der Hyde Park Avenue weit im Süden der Bahnstation gebaut, die mit Stuck verziert wurden. Der Komplex wurde in Anlehnung an die 1893 durchgeführte World’s Columbian Exposition White City genannt.
Diese Bezeichnung wurde später vom White City Food Store und den White City Cleansers [sic!] adaptiert, die den Namen White City auf große Schilder schrieben, die selbst von Vorbeifahrenden auf der Hyde Park Avenue noch gelesen werden konnten. Auf diese Weise wurde White City mit der Zeit als eigener Bereich innerhalb von Jamaica Plain bzw. seltener als Teilbereich von Forest Hills angesehen, dessen Grenzen entlang der Walk Hill Street, der Hyde Park Avenue und des St. Michael's Cemetery verliefen. Die heute als Woodbourne bekannte Gegend befand sich ebenfalls in diesem Bereich.
Die geschilderten tatsächlichen Ursprünge des Namens White City rückten in den 1970er Jahren in den Hintergrund, als der Name eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit rassistischen Spannungen in Boston bekam. Die White City war eines der letzten Gebiete in Jamaica Plain, in dem ausschließlich Weiße lebten. Bei zum Verkauf stehenden Häusern wurde explizit der Standort White City angegeben, was regelmäßig einen höheren Verkaufspreis im Vergleich zum restlichen Forest Hills zur Folge hatte.
Nachdem der Bezirk Woodbourne in das NRHP eingetragen wurde, ersetzte der neue Name nach und nach die Bezeichnung White City. Mit der Umbenennung der White City Cleansers im Jahr 2003 verschwand mit dem Straßenschild auch der letzte Hinweis auf den alten Namen, so dass dieser mehr und mehr in Vergessenheit gerät.
Woodbourne Der Woodbourne National Register Historic District ist ein 120.000 m² großes Gebiet, das grob durch die Walk Hill Street, Goodway Road und Wachusett Street begrenzt wird. Das Wohngebiet wurde im frühen 20. Jahrhundert besiedelt und teilweise durch Frederick Law Olmsted, Jr. gestaltet.
Die Namenskomponente des Gebiets sowie einiger Straßen wie Southbourne oder Bournedale stammt von der Bourne Street, einer um 1820 erbauten Straße, die an der Walk Hill Street beginnt und an der Canterbury Street am Friedhof Mt. Hope Cemetery endet. Die markantesten Häuser in Woodbourne wurden so entworfen, dass sie gegiebelte englische Cottages imitierten und um einen gemeinsamen Innenhof herum gebaut wurden.
Der Distrikt wurde 1999 in das NRHP eingetragen. Seitdem wurden dort befindliche Wohnungen und Häuser mit dem Standort Woodbourne anstelle Forest Hills angeboten, was die Bedeutung des Distrikts unterstreicht. Die Nähe zur Bahnstation ist jedoch das bevorzugte Argument des Wohngebiets.
Geschichte Der erste Europäer, von dem bekannt ist, dass er in Forest Hills lebte, war Joseph Weld, ein Vorfahre des ehemaligen Gouverneurs von Massachusetts William Weld und der jüngste von drei immigrierten Brüdern sowie Veteran des Pequot-Kriegs von 1637. Für seine Bemühungen in diesem Konflikt und bei den nachfolgenden Verhandlungen schenkten ihm die Anführer der Massachusetts Bay Colony 278 Acres (1,1 km²) unberührtes Land dort, wo sich heute Forest Hills in Jamaica Plain befindet.
Sein Nachfahre Eleazer Weld, einer von sieben Mitgliedern der Familie, die im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften, vererbte einen Teil seines Landes an Benjamin Bussey, der mit ihm im Krieg gekämpft hatte. Später wurden beide Grundstücke an die Harvard University übertragen und bildeten die Grundlage des heutigen Arnold-Arboretums.
Im Jahr 1845 verkauften die Welds einen großen Teil ihres Landes, das später als Woodbourne bekannt wurde, an den Yankee-Bauern William Minot. Als sich die Grundlage des Wirtschaftssystems in Neuengland weg von der Landwirtschaft und hin zum Seehandel entwickelte, teilte die Familie ihr Land in kleinere Parzellen auf und verkaufte sie an befreundete Brahmanen von Boston und Verwandte. Einige lebten hier das ganze Jahr, andere zogen sich hierhin nur während der heißen Sommertage in Boston oder bei saisonalen Choleraausbrüchen zurück.
Die Familie der Welds hatte einflussreiche Freunde, darunter die Familien Guild, Minot, Perkins, Olney, Peters und Rodman. Richard Olney ließ wahrscheinlich den ersten Tennisplatz in Boston errichten und wählte dafür einen Standort an der Patten Street. George Minot wurde ein Nobelpreis verliehen. William Fletcher Weld, dessen Mutter der Familie Minot entstammte, hinterließ ein Erbe von 20 Millionen US-Dollar. Stephen Minot Weld, Jr. und George H. Perkins waren Helden im Sezessionskrieg. Andrew James Peters heiratete eine Minot und war von 1918 bis 1922 Bürgermeister von Boston.
Im frühen 20. Jahrhundert brachte der ÖPNV eine wachsende Zahl von Arbeitern in den Stadtteil, und die meisten reichen Yankee-Familien verließen Forest Hills. Einige siedelten sich in Beacon Hill oder Brookline an, andere zogen weiter in den Süden nach Dedham oder Westwood. Manche Familien zogen aber auch in einen anderen Bundesstaat.
Bauwerke Die Forest Hills Station mini|Die Forest Hills Station (2007)
Im Stadtteil Forest Hills befindet sich der gleichnamige Bahnhof der MBTA Forest Hills Station, der das südliche Ende der Orange Line bildet, die bis Malden führt. Außerdem halten hier Pendlerzüge der Needham Line. Früher war die Station ebenfalls Haltepunkt der Green Line E, bis diese bis zur Station Heath Street verkürzt und durch die Buslinie 39 ersetzt wurde. Insgesamt halten 15 verschiedene Buslinien an der Forest Hills Station.
Von dieser Bahnstation ging seit der Eröffnung der Boston and Providence Railroad im Jahr 1834 die Entwicklung des Gebietes aus. Sowohl der Stadtteil selbst als auch die Bahnstation wurden nach dem namengebenden Friedhof benannt.
Die ursprüngliche Bahnstation war ein sehr großer Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert. Im frühen 20. Jahrhundert wurden die ebenerdigen Schienen im Norden durch eine Hochbahn ersetzt, die in das Stadtzentrum führten und Forrest Hills mit dem städtischen U-Bahn-Netz verbanden. Die aufgeständerten Schienen und die Station selbst wurden in den späten 1980er Jahren abgerissen und durch das heutige, moderne Gebäude mit seinem Uhrturm ersetzt, das von Cambridge Seven Associates entworfen und 1987 fertiggestellt wurde.
Direkt nördlich der Station befindet sich der Monsignor William J. Casey Overpass (auch Morton Street Overpass), der in den späten 1950er Jahren als Umgehungsstraße errichtet wurde und den Arborway mit der Morton Street verbindet.
Die Toll Gate Bridge Vor dem Bau der Forest Hills Station in den 1830er Jahren war Toll Gate der Name des heutigen Forest Hills. 1803 wurde der Norfolk and Bristol Turnpike gebaut und schuf damit eine Hauptverbindung zwischen Boston und Providence in Rhode Island. Der Hartford and Dedham Turnpike wurde ein Jahr später eingeweiht und diente als Hauptverbindung nach Hartford in Connecticut.
Dort, wo heute die Forest Hills Station steht, wurden zu dieser Zeit Fahrzeuge aus Roxbury und Umgebung gewogen, woraus die Mautgebühr für das Befahren der im Privatbesitz befindlichen Straße berechnet wurde. Der Turnpike wurde jedoch bald unrentabel und wurde 1857 zu einer öffentlichen Straße. Im Jahr 1874 wurde er in Washington Street umbenannt und ist noch heute eine der längsten Straßen auf dem Gebiet des Commonwealth of Massachusetts.
Lange nachdem der Bahnhof den Namen Forest Hills bekommen hatte, wurde die ältere Identität des Gebiets in Gestalt einer metallenen Fußgängerbrücke namens Toll Gate Bridge bewahrt, die die Schienenstränge zur Washington Street an der Stelle überquerte, wo die Walk Hill Street auf die Hyde Park Avenue trifft. Das Gerüst der Brücke ist heute noch vorhanden, jedoch wurden in den 1990er Jahren auf beiden Seiten die Stufen entfernt, nachdem der näher an der Station gelegene Ukraine Way eine ebenerdige Übergangsmöglichkeit sowohl für Fußgänger als auch für den Straßenverkehr bot.
Gleich neben dem Zugang zur Brücke befindet sich der schmale Eingang zum Friedhof Tollgate Catholic Graveyard, der Grabsteine aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert enthält. Ein Denkmal für im Krieg gefallene Irische Amerikaner wurde dort in den 1980er Jahren errichtet.
Grünflächen mini|Der Eingang zum Forest Hills Cemetery Forest Hills ist umgeben von drei Teilstücken des Emerald-Necklace-Parksystems, das im 19. Jahrhundert von Frederick Law Olmsted entworfen wurde: Arnold-Arboretum, Arborway und Franklin Park. Während er auf dem Schoolmaster's Hill im Franklin Park unterrichtete, wohnte Ralph Waldo Emerson in der Morton Street im selben Haus wie die Feministin Margaret Fuller.