mini|300px|Das untere Gansbachtal bei Frechenhausen, im Hintergrund der Schwarzenberg und die Sackpfeife. Der Flusslauf ist links der Ortschaft, aber noch unterhalb der Landesstraße 3042 erkennbar

Angelburg ist eine verwaltungspolitische Gemeinde im Westen des mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie besteht aus drei Ortsteilen, ist nach dem etwas außerhalb des Gemeindegebiets liegenden, aber landschaftsprägenden Berg Angelburg benannt und entstand in den 1970er-Jahren als Großgemeinde im Zuge der Hessischen Gebietsreform (siehe dazu Abschnitt „Geschichte“). Verwaltungssitz ist das Dorf Gönnern. Die Gemeinde Angelburg liegt im Westen des Hessischen Hinterlandes und wird gemeinhin als eine von sieben „Hinterlandkommunen“ bezeichnet.

Geografie Geografische Lage Das Gemeindegebiet befindet sich etwa 12 km südlich von Biedenkopf im Gansbachtal nördlich des Schelder Waldes, dessen Nordende durch den Berg Angelburg (609 m ü. NN) gebildet wird.

Nachbargemeinden Die Gemeinde ist im Norden und Osten vom Gebiet der Gemeinde Steffenberg umgeben. Das Gebiet der Gemeinde Bad Endbach grenzt mit deren Ortsteil Bottenhorn ebenfalls östlich an. Im Süden stößt das Gemeindegebiet an die Gemeinde Siegbach, sowie im Westen an die Gemeinde Eschenburg (beide im Lahn-Dill-Kreis).

Gemeindegliederung Ortsteil Wappen Luftaufnahme Beschreibung Einwohner-zahl Urkundliche ErstnennungFrechenhausenzentriert|54x54px150x150pxFrechenhausen liegt im Gansbachtal zwischen Gönnern und Lixfeld. Der Ort wird über die Landesstraße 3042 mit diesen beiden Orten verbunden. Außerdem trifft hier die L 3288 aus Bottenhorn auf die L 3042. 745 1330Gönnernzentriert|54x54pxGönnern liegt zwischen Niedereisenhausen und Frechenhausen im Gansbachtal. Durch den Ort führt die L 3042, welche diese Orte verbindet und weiter bis nach Dillenburg führt. 1541 1296Lixfeldzentriert|54x54px150x150pxLixfeld liegt an der Landesstraße 3042 zwischen Hirzenhain-Bahnhof und Frechenhausen. Die Kreisstraße 100 aus Hirzenhain-Ort mündet hier in die L 3042. Dieser Ortsteil liegt ebenfalls im Gansbachtal. 1179 1238

Geschichte Am 1. April 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die beiden ehemals selbständigen Gemeinden Frechenhausen und Lixfeld zur neuen Gemeinde Angelburg zusammengeschlossen. Am 1. Juli 1974 wurde durch Landesgesetz Angelburg mit Gönnern, dessen Gemeindevertreter eigentlich lange zu Steffenberg tendiert hatten, zu erweiterten Großgemeinde Angelburg zusammengeschlossen.

Zuvor war eine Fusion zwischen Lixfeld, Frechenhausen, Gönnern und Hirzenhain im Gespräch, besonders ausgehend von Lixfeld und Frechenhausen. Diese scheiterte allerdings am Widerstand der Hirzenhainer Gemeindevertreter, die auf eine Gemeindeverwaltung in der Hirzenhainer Schule und weitere Vorrechte bestanden. Auch ein Zusammenschluss mit Bottenhorn und Steinperf zu einer Großgemeinde Gansbachtal scheiterte am Widerstand der Gesprächspartner.

Am 11. Oktober 2015 fand eine Abstimmung über eine Gemeindefusion von Angelburg und Steffenberg statt. Dabei sprach sich eine knappe Mehrheit der Angelburger (51,7 %) für die Fusion aus, wohingegen die Bevölkerung Steffenbergs ebenfalls knapp (52,7 %) gegen den Zusammenschluss votierte., Hinterländer Anzeiger, 11. Oktober 2015, via mittelhessen.de; abgerufen am 20. März 2016. Für die 2020er-Jahre ist ein weiterer Versuch, möglicherweise mit einer vorherigen Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft nach dem Vorbild von Allendorf (Eder) und Bromskirchen, geplant.

Politik Die Gemeinde ist Mitglied im interkommunalen Verein Lahn-Dill-Bergland und in vielen weiteren kommunalen Zweckverbänden und Vereinen. Wichtigster Zweckverband für die Zukunftsentwicklung der Gemeinde ist der Zweckverband Interkommunale Zusammenarbeit Hinterland, der alle Städte und Gemeinden des Hessischen Hinterlandes umfasst und mit der nordrhein-westfälischen Stadt Bad Laasphe eine gemeinsame Entwicklung vorantreibt.

Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Angelburg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Angelburg 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 28,3 6 37,5 9 36,1 8 47,5 11 46,0 10 46,1 11 BGL/FWG Bürgerliste/Freie Wählergemeinschaft Angelburg 43,9 8 34,5 8 35,6 8 26,0 6 24,6 6 21,3 5 27,8 5 28,0 6 28,3 7 26,5 6 29,4 7 28,2 6 Gesamt 100,0 19 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 54,8 48,8 49,0 69,0 46,6 59,0

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Angelburg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Angelburg: Der Gemeindevorstand, abgerufen am 9. August 2023 Bürgermeister ist seit dem 15. Juni 2023 der parteiunabhängige Jörg Schwarz. Er setzte sich am 12. Februar 2023 im ersten Wahlgang gegen den Amtsinhaber Thomas Beck (SPD), der sich um eine dritte Amtszeit beworben hatte, bei einer Wahlbeteiligung von 62,21 Prozent mit 55,16 Prozent der Stimmen durch.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Angelburg 2023 mini|Rathaus in Gönnern

Amtszeiten der Bürgermeister 2023–2029 Jörg Schwarzmittelhessen.de, 12. Mai 2023: Jörg Schwarz legt in Angelburg den Amtseid ab 2011–2023 Thomas Beck (SPD) 1993–2011 Norbert Mai (SPD)Unternehmensberatung Norbert Mai: „18 Jahre lange war er hauptamtlicher Bürgermeister“

+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden Jahr Wahlbeteiligungin % Kandidat Partei Stimmenin % 202362,2Jörg Schwarz55,2Thomas BeckSPD44,8 201766,0Thomas Beck SPD 50,5Reiner Haffer 49,5 2011Stichwahl66,7 Thomas Beck SPD 55,4 Reiner Haffer 44,6 200446,3Norbert Mai SPD 86,4 199863,8Norbert Mai SPD 93,8 199379,8Norbert Mai SPD 51,3Heinz Schmidt BGL + FWG 14,3Hartmut Hild 34,4

Wappen

Flagge Am 10. März 1989 genehmigte der Hessische Minister des Innern die Flagge mit folgender Beschreibung: Eine amtliche Hissflagge führt die Gemeinde nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine rot-weiß-blau-weiß-rote Flaggenbahn, belegt mit dem Stadtwappen verwendet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Die Angelburg, der für die Gemeinde namensgebende Berg, mit dem Fernsehturm Angelburg

Auf der Angelburg steht der 171 Meter hohe Fernsehturm Angelburg. Bemerkenswert ist, dass die Angelburg als Namensgeber der Gemeinde nicht auf Angelburger Gemarkung liegt, sondern zur Nachbargemeinde Eschenburg gehört.

Verkehr Die Haltepunkte Lixfeld, Frechenhausen und Gönnern lagen an der Scheldetalbahn. Diese ist stillgelegt.

Persönlichkeiten Persönlichkeiten, die in Angelburg gewirkt und gelebt haben Heinrich Teutsch „Erzvater“ (1889–1967), Maschinenmeister, Autodidakt, Mineraloge, Betreiber des einstigen Erzbergwerkes in Gönnern (Bleiglanz) im Einmannbetrieb. Karl Schmidt (1903–1971), Former auf der Schelderhütte, Sozialdemokrat und Gewerkschafter, Antifaschist, erster sozialdemokratischer Bürgermeister in Gönnern von 1946–1952. Schmidt wurde zuvor von der amerikanischen Militärverwaltung im September 1945 als Bürgermeister eingesetzt. Paddy Kroetz (* 1978), Reporter und Fernsehmoderator

Söhne und Töchter der Stadt Ernst-Ludwig Wagner (* 1950), Politiker Nikola Hahn (* 1963), Kriminalbuchautorin

Literatur

Weblinks

Internetauftritt der Gemeinde Angelburg

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1972