Ubuntu, auch Ubuntu Linux, ist eine GNU/Linux-Distribution, die auf Debian basiert. Der Name Ubuntu bedeutet in etwa „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“. Die Entwickler verfolgen mit dem System das Ziel, ein einfach zu installierendes und leicht zu bedienendes Betriebssystem mit aufeinander abgestimmter Software zu schaffen. Das Projekt wird vom Software-Hersteller Canonical gesponsert, der vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde.

Die Zahl der Nutzer von Ubuntu wurde 2016 auf etwa 25 Millionen geschätzt. Neben Ubuntu selbst, das von Version 11.04 bis 17.04 standardmäßig die von der Ubuntu-Entwicklergemeinschaft selbst entwickelte Desktop-Umgebung Unity einsetzte und ab Version 17.10 wieder auf Gnome basiert, existieren verschiedene Abwandlungen. Zu den offiziellen Unterprojekten gehören unter anderem Kubuntu mit KDE, Xubuntu mit Xfce, Ubuntu MATE mit MATE, Ubuntu Budgie mit Budgie sowie Ubuntu Studio, das speziell auf die Anforderungen von Audio-, Grafik- und Videobearbeitung ausgerichtet ist. Neue Ubuntu-Versionen erscheinen jedes halbe Jahr im April (04er-Versionen) und im Oktober (10er-Versionen). Die derzeit aktuelle Version mit Langzeitunterstützung 26.04 LTS „Resolute Raccoon“ erschien am 23. April 2026.

Geschichte mini|hochkant|Initiator Mark ShuttleworthInitiiert wurde das Ubuntu-Projekt in den frühen 2000er-Jahren durch den südafrikanischen Multimillionär Mark Shuttleworth. Seine Absicht war das Entwickeln eines Betriebssystems, das möglichst allen Menschen zur Verfügung steht. Der Begriff Ubuntu stammt aus den Sprachen der afrikanischen Völker Zulu und Xhosa und steht für „Menschlichkeit“ und „Gemeinsinn“, aber auch für den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet. Weitere Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Internationalisierung und der Barrierefreiheit, damit die angebotene Software für so viele Menschen wie möglich benutzbar wird. Derzeit kommen hier hauptsächlich die Übersetzungen und Hilfsmittel für Barrierefreiheit aus dem Gnome-Projekt zum Tragen.

Shuttleworth finanziert einen Großteil des Projektes, wodurch dieses weitaus größere finanzielle Mittel zur Verfügung hat als die meisten anderen Distributionen, und er ist selbst als Entwickler tätig. Neben ihm arbeiten ungefähr 40 Personen hauptberuflich an der Weiterentwicklung von Ubuntu. Diese entstammen überwiegend den Debian- und Gnome-Online-Entwicklungsgemeinschaften. Finanziert wird die Entwicklung durch das von Shuttleworth gegründete Unternehmen Canonical, das das System auch vermarktet. (englisch)

Die erste Version von Ubuntu erschien im Oktober 2004 unter dem Namen Warty Warthog. Seitdem erscheint alle sechs Monate eine neue Fassung des Betriebssystems. Am 1. Juli 2005 wurde von Shuttleworth und Canonical die Ubuntu Foundation mit einem Startkapital von 10 Millionen US-Dollar ins Leben gerufen. Diese soll die Pflege der Ubuntu-Versionen nach deren Erscheinen übernehmen und die Weiterentwicklung unterstützen. Um ihre Ziele zu verwirklichen und neue Versionen zu ermöglichen, soll die Ubuntu Foundation Mitglieder der Kern-Community einstellen.

Eine weitere Finanzierungsquelle entstammt der seit der Fassung 12.10 eingebauten Suchfunktion, die anonymisiert Suchanfragen an den Onlinehändler Amazon verschickt. Diese zunächst per default aktivierte Funktion wurde mit der Version 16.04 standardmäßig deaktiviert.

Verbreitung mini|Ubuntu 8.10 mit DarkRoom-Standard-Thema Ubuntu wurde bereits kurz nach der Veröffentlichung der ersten Version auch über die Fachwelt hinaus in den Medien stark beachtet. Über die Website von Canonical ließen sich kostenlose Ubuntu- und Kubuntu-CDs bestellen; heutzutage ist dieses Angebot kostenpflichtig. Sämtliche Ubuntu-Versionen können jedoch nach wie vor kostenlos im Internet heruntergeladen werden. Die heruntergeladene Installationsdatei kann auf eine DVD gebrannt oder auf einen USB-Stick kopiert werden. Dies ermöglicht die Installation aus einem laufenden Live-System heraus. In den Jahren 2006 und 2007 erhielt Ubuntu in einer Umfrage der Website desktoplinux.com zur Verbreitung verschiedener GNU/Linux-Distributionen 30 % der Stimmen und erzielte damit in beiden Jahren den ersten Platz. Auch auf der Website DistroWatch belegte Ubuntu in den Jahren 2005 bis 2010 den ersten Platz, danach wurde es von Linux Mint abgelöst. Linux Mint wird seit 2006 entwickelt und basiert auf Ubuntu. Auf Servern für Webserver-Software nimmt Ubuntu nach Debian und CentOS Rang drei unter den Linux-Distributionen ein.

Die bayrische Hauptstadt München startete 2004 das LiMux-Projekt und entwickelte Kubuntu 10.04 LTS für die Nutzung auf kommunalen Computern weiter. Ursprünglich sollten nur 12.000 Arbeitsplätze migriert werden, im Dezember 2013 wurde verkündet, dass 14.800 von 15.000 Desktop-Computer mit LiMux liefen. Die regierenden Stadtratsfraktionen aus CSU und SPD beschlossen im Februar 2017, das Projekt gegen heftigen Widerstand der Opposition zu beenden.

Die französische Nationalversammlung stellte 2007 die Rechner der Abgeordneten und ihrer Assistenten auf Ubuntu um. Die Förderung von freier Software hatte das Parlament bereits Ende 2006 beschlossen. Diese Umstellung betraf 1154 Rechner. Im Januar 2008 begann auch die französische Gendarmerie mit der Umstellung von 70.000 Arbeitsplatzrechnern von Windows auf Ubuntu.

Die Regierung Nordmazedoniens kündigte 2016 an, für die Schüler des Landes 20.000 Thin-Client-Systeme auf Basis von Edubuntu zu beschaffen. Hierbei sollen an einen Server jeweils sieben Clients angeschlossen werden, sodass theoretisch bis zu 140.000 Schüler diese Clients nutzen können.

In Andalusien werden 220.000 Ubuntu-Desktops in Schulen eingesetzt. AMTRON, ein indischer Telekommunikationsanbieter, übergab jedem Schüler mit überdurchschnittlichen Abschlussklausuren im Bundesstaat Assam einen PC mit der Ubuntu Desktop-Edition, insgesamt 28.000 PCs wurden übergeben. Im Rahmen der Umstellung der Münchner Stadtverwaltung auf GNU/Linux (LiMux-Projekt) wurde 2010 auf Ubuntu gewechselt. Die LVM Versicherung setzt von April 2011 auf ungefähr 10.000 Laptops und Desktop-Rechnern Ubuntu Desktop in der LTS-Variante (long-term support) ein, stellt aktuell aber wieder auf Windows um.

Ubuntu wird von zahlreichen Software-Anbietern im Test berücksichtigt. So läuft die ELSTER-Steuersoftware auch auf Ubuntu Linux 20.04.

Technische Merkmale Ubuntu basiert auf Debian, wobei das Paketformat (.deb) und diverse Strukturen übernommen wurden. Zu Beginn eines Entwicklungszyklus wird ein Teil der Pakete mit denen aus Debian unstable abgeglichen, insbesondere die des main-Bereichs werden aber vollständig allein gepflegt. Hierdurch wird der Arbeitsaufwand für die Wartung der weniger wichtigen Programme reduziert. Alle Änderungen und Verbesserungen an Debian-Paketen, die in Ubuntu vorgenommen werden, stehen dem Debian-Projekt als Patches zur Verfügung. Theoretisch ist es aufgrund der strengen Paketdefinitionen auch möglich, Programmpakete aus Debian direkt zu benutzen, in der Praxis gibt es hierbei jedoch insbesondere bei systemnahen Funktionen aufgrund diverser Detailunterschiede oftmals Probleme.

mini|Das Ubuntu Software Center 5.2.6 unter Ubuntu 12.04.1 Ab Version 11.10 ist das Software Center in Ubuntu integriert. Dieses dem Apple App Store und dem Google Play Store nachempfundene Programm dient zur einfachen Installation von Software. Die Entwickler von Ubuntu bezwecken hiermit, die Anzahl der verfügbaren Applikationen für das Betriebssystem langfristig deutlich zu steigern.

Nach der Standardinstallation von Ubuntu ist ein Administrator-Benutzerkonto („Root-Account“) zwar vorhanden, dieses ist aber – wie bei macOS – durch ein ungültigessiehe die Manpage für die Datei shadow: „If the password field contains some string that is not valid result of crypt(3), for instance! or *, the user will not be able to use a unix password to log in“. Kennwort deaktiviert. Es ist daher in der Standardkonfiguration nicht möglich, sich direkt als „root“ anzumelden, wodurch das ungewollte Starten von Programmen mit Administratorrechten und eine möglicherweise dadurch verursachte nachteilige Änderung am System verhindert wird. Mithilfe des Befehls sudo kann das mit eingeschränkten Rechten ausgestattete Benutzerkonto allerdings vorübergehend vollständige Systemprivilegien erhalten, was etwa zur Installation mancher Programme notwendig ist.

Ubuntu verwendete als Desktop-Umgebung anfänglich Gnome. Mit Version 11.04 wurde diese, bis einschließlich Version 17.04, durch Unity abgelöst. Die später hinzugekommenen Abwandlungen Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu verwenden KDE, Xfce beziehungsweise LXDE. Die verschiedenen Abwandlungen unterscheiden sich lediglich durch die Vorauswahl der standardmäßig installierten Software-Pakete und können daher technisch als unterschiedliche Konfigurationen einer Distribution angesehen werden. Grundsätzlich entstammen sämtliche Programme, inklusive der Konfigurationsprogramme, der gleichen Desktop-Umgebung, wodurch die Bedienung konsistent gehalten wird. Die Programme anderer Umgebungen können jedoch über die Paketverwaltung nachinstalliert werden, ebenso weitere aus einem Fundus von über 30.000 Paketen.

Ubuntu war hauptsächlich für die x86-Architektur „IA-32“ (auch bekannt als x86 32-Bit) verfügbar, fortgeführt wurde nach Version 18.04 jedoch nur die 64-Bit-x86-Architektur „x64“ (von Ubuntu „amd64“ bezeichnet, kompatibel sowohl mit AMD64 als auch Intel 64). In Version 19.04 wurde schließlich auch die 32-Bit-Kompatibilität abgeschafft. Für die SPARC-Architektur gab es nur eine Server-Version bis einschließlich Version 7.10. Die offizielle Unterstützung für PowerPC wurde mit Erscheinen der Version 7.04 eingestellt, da Apple-Rechner seit 2006 mit der Intel-x86-Prozessoren ausgeliefert wurden (Intel-Macs; die letzten Modelle gab es 2023) und das Anpassen der Distribution für die verbliebenen PowerPC-Nutzer (PowerPC-basierte Macs gab es von 1995 bis 2006) nicht mehr als wirtschaftlich angesehen wurde. Diese Aufgabe sollte von der Community weiter geleistet werden, sodass die Unterstützung dieser Architektur als „inoffiziell“ gilt. Seit 2020 gibt es Macs mit hauseigener Arm-Architektur, wobei Mitte 2023 die Umstellung auf „Apple Silicon“ endgültig vollzogen wurde und es daher keine neuen Intel-Macs mehr gibt.

Bei Versionen, die vor 2006 erschienen sind, waren Installations-CD und Live-CD getrennt, sodass Ubuntu nicht von der Live-CD installiert werden konnte. Version 6.06 LTS ermöglichte es erstmals, das System von der Live-CD (auch Desktop-CD genannt) aus zu installieren. Dadurch ist es möglich, während der Installation im Internet zu surfen, E-Mails zu lesen oder andere Aufgaben zu erledigen. Die spezielle Installations-CD (jetzt Alternate-CD genannt) wird nur noch benötigt, wenn besondere Anforderungen wie beispielsweise LVM-Einrichtung bei der Installation umgesetzt werden sollen oder das System wenig Arbeitsspeicher besitzt. Ab der Version 12.10 gibt es diese nur noch für die Variante Lubuntu. Daneben gab es zeitweise eine DVD-Version, die sowohl einen Live-Modus wie auch eine direkte Installation und mehr Pakete beinhaltete. Die Variante Ubuntu Studio wird dagegen immer nur als DVD-(Installation) angeboten.

Als weitere Besonderheit, insbesondere gegenüber Windows, speichert das System die Hardware-Konfiguration weitgehend nicht auf der Festplatte, sondern erkennt sie automatisch beim Systemstart; ab Version 8.10 gilt dies auch für die Grafikkarte. So ist ein Austausch der Hardware oder sogar ein Einbau einer mit Ubuntu bespielten Festplatte in einem völlig anderen PC teilweise ohne jede Anpassung möglich.