Oberradach ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Oberradach hat eine Fläche von 3,445 km². Sie ist in 287 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12.003,18 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Steineweiler und Unterradach.
Geographie Das Dorf liegt auf einer Anhöhe und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. 0,75 km nordwestlich liegt das Radacher Holz und das Herrenholz, 0,5 km nördlich entspringt der Röttenbach, ein rechter Zufluss der Wörnitz, 0,5 km südöstlich liegt das Rohrfeld.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2218 (0,5 km südwestlich) bzw. nach Burgstall (1,4 km östlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraße führen nach Waldeck zur Kreisstraße AN 43 (2,2 km nordwestlich) und die St 2218 kreuzend nach Unterradach (0,7 km westlich).
Geschichte Die Fraisch über Oberradach war strittig zwischen dem ansbachischen Oberamt Feuchtwangen, dem oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen und der Reichsstadt Dinkelsbühl. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Feuchtwangen. Der Ort bildete mit Steineweiler und Unterradach eine Realgemeinde.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 448f.
1732 gab es in Ober- und Unterradach 13 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren das Kastenamt Feuchtwangen (1 Anwesen), das Klosterverwalteramt Auhausen (1 Tafernwirtschaft mit Zollstätte, 5 Anwesen), das Kastenamt Crailsheim (1 Wirtschaft zu Unterradach), der Deutsche Orden (1 Anwesen), das Oberamt Mönchsroth der Grafschaft Oettingen-Oettingen, zu dem Zeitpunkt bereits verkauft an von Schell (1 Gütlein) und die Reichsstadt Dinkelsbühl (3 Anwesen).Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Ober- und Unterradach (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 212.)
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberradach 11 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren das Klosterverwalteramt Auhausen (2 Halbhöfe, 1 Dreiachtelhof mit Wirtschafts- und Braurecht, 1 halbes Lehengut, 2 Viertelhoflehengütlein, 1 Lehengütlein mit Schmiederecht, 1 Söldenhaus), die Reichsstadt Dinkelsbühl (Spital: 1 Gut; der Dinkelsbühler Bürger Bühlmeyer: 1 Hofgut) und das Ämtlein Weidelbach des Deutschen Ordens (1 Hof). Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 573.
1806 kam Oberradach an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde Oberradach 1809 dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Weidelbach zugeordnet.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 533. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Oberradach, zu der Steineweiler und Unterradach gehörten.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 539. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,519 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. April 1971 nach Dinkelsbühl eingemeindet. Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Oberradach an den Landkreis Ansbach.
Baudenkmal Haus Nr. 1: ehemaliger Gasthof und Brauerei, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im Kern 18. Jahrhundert, Umbauten im 19. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberradach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 117 96 106 103 108 105 101 106 117 121 121 120 116 102 113 120 108 104 96 147 129 119 108 107HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 19 18 17 18 20 20 17 17 18 Quelle Für die Gemeinde Oberradach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Steinweiler (S. 89) und Unterradach (S. 95). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 97 Einwohner.
Ort Oberradach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 75 65 67 68 73 77 61 76 67 67 58Häuser 12 12 10 12 11 10 11 10 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Ulrich (Weidelbach) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Georg (Dinkelsbühl) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Dinkelsbühl) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach