mini|hochkant|Ragnar Kjartansson, 1972 Ragnar Kjartansson (* 17. August 1923 in Snæfellsnes; † 26. Oktober 1988 in Reykjavík) war ein isländischer Bildhauer und Keramiker. Er gilt als einer der bekanntesten und wichtigsten Künstler des Landes.

Leben und Werk Ragnar Kjartansson, Sohn des Pfarrers Kjartan Kjartansson,Einar Haukur Kristjánsson: Lýsing Snæfellsness frá Löngufjörum að Ólafsvíkurenni. Reykjavík 1982, S. 34f. (isländisch) lernte Keramik bei Guðmundur Einarsson frá Miðdal (1895–1963) sowie an der schwedischen Keramikmanufaktur Upsala-Ekeby AB und absolvierte ein Kunststudium an der Myndlista- og handíðaskóli Íslands (Schule für bildende Kunst und Kunsthandwerk) und bei Ásmundur Sveinsson an der Myndlistaskólinn í Reykjavík (Schule für bildende Kunst in Reykjavík). Er unterrichtete Kunst und war zeitweise Leiter der Kunstfachschule in Reykjavík.

1945 heiratete er die Bankangestellte Katrín Guðmundsdóttir. Das Paar hat vier Kinder. Seine Tochter Inga Ragnarsdóttir (* 1955) ist ebenfalls Bildhauerin, deren Tochter Katrín Agnes Ingudóttir Klar (* 1985) ebenfalls Künstlerin ist. Sein ältester Sohn ist der Schauspieler, Regisseur und Theaterautor Kjartan Ragnarsson (* 1945), der die bekannte isländische Schauspielerin Guðrún Ásmundsdóttir (* 1935) heiratete. Ihr Sohn wiederum ist der Musiker, Performancekünstler und Bildhauer Ragnar Kjartansson (* 1976), der nach seinem Großvater benannt wurde.

Als ein Pionier isländischer Keramik gründete er mit anderen 1947 Funi Keramik sowie 1958 Glit Keramik, die noch heute das von ihm entwickelte Lava-Dekor verwendet.David Revere McFadden (Hrsg.): Scandinavian Modern Design, 1880–1980. New York: 1982, S. 256. Bekannt war er auch mit Dieter Roth, der für Ragnars Keramikwerkstatt Dekormalerei fertigte.Roth-Zeit. Baden/Schweiz 2003, S. 54.

Ragnar Kjartansson hatte maßgeblich die Gründung der isländischen Bildhauervereinigung (Myndhöggvarafélagið í Reykjavík) im Jahr 1972 vorangetrieben, in deren Vorstand er über Jahre tätig war.

Ragnar Kjartansson nahm an einer Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen teil. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Museen vertreten, und in ganz Island finden sich Reliefs und Statuen von ihm, viele davon in öffentlichem Besitz. Darunter finden sich beispielsweise die Pferdestandbilder „Stóð“ („Pferdeherde“) in ReykjavíkFoto auf der Website Útilistaverk í Reykjavík (abgerufen am 5. Mai 2012). und „Faxi“ („Schönmähne“) in Sauðárkrókur, die mythologischen Skulpturen „Bárður Snæfellsás“ in Arnarstapi und „Auðumbla“ in Akureyri,Foto auf flickr.com (abgerufen am 5. Mai 2012). ferner mehrere Denkmäler zur Erinnerung an ertrunkene Seeleute, beispielsweise „Björgun“ („Rettung“) in Siglufjörður, „Jöklarar“ („Gletschermenschen“) in HellissandurFoto auf flickr.com (abgerufen am 5. Mai 2012). und ein weiteres „Bæn“ („Gebet“) genanntes an der Hauptstraße von Eskifjörður.Christian Nowak: Island. (Baedeker-Allianz-Reiseführer). Ostfildern 2010, S. 218Foto auf flickr.com (abgerufen am 6. Mai 2012). 2003 kam es anlässlich seines 80. Geburtstags zu einer großen Gedenkausstellung.

Siehe auch Isländische Malerei und Bildhauerei

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Einzelnachweise

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