mini|St. Georg mini|Ehemaliges Schulhaus
Oberampfrach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Schnelldorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Zum Gemeindeteil zählt die Einöde Auhof. Die Gemarkung Oberampfrach hat eine Fläche von 18,145 km². Sie ist in 2353 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7711,45 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Grimmschwinden und Schnelldorf.
Geografie Das Pfarrdorf liegt nördlich von der Ampfrach und südwestlich vom Aubach, einem linken Zufluss der Ampfrach. Im Westen liegt der Kreuzbuck, im Osten grenzt das Lehenfeld an. 1 km nördlich befindet sich der Schloßberg (), 1 km östlich der Bergmann (). Beides sind Erhebungen der Schnelldorfer Hardt, die Teil der Frankenhöhe ist.
Die Staatsstraße 2222 führt nach Schnelldorf (1,5 km westlich) bzw. nach Unterampfrach (2,3 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 4 zweigt von der St 2222 ab und führt nach Bottenweiler zur AN 5 (3,5 km nordöstlich).
Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 22. Oktober 1299. Lupold II. von Weiltingen gab seiner Ehefrau Margarete Hakke von Wellstein als Entschädigung die Dörfer Unter- und Oberampfrach. Zuvor hatte er Güter, die ihr ursprünglich gehörten, an das Frauenkloster Kirchheim verkauft.Anmerkung: Der Abschnitt Geschichte, dem die Information entstammt, ist nicht mehr abrufbar. Die ursprünglichen Schreibweisen des Ortes lauteten „Ampfre“, „Ampfraw“ und „Ampherach“. Es gab im Ort eine Kirche, die spätestens im 14. Jahrhundert zur Pfarrei erhoben war. In einer Urkunde vom 12. Juli 1379 wurde nämlich bestätigt, dass der Bischof von Augsburg die Pfarrei Oberampfrach dem Feuchtwanger Stift überlassen hatte. Der Ort unterstand ursprünglich adeligen Besitzern, u. a. (in chronologischer Reihenfolge) den Herren von Seckendorff, von Heßberg und von Seinsheim. Georg Ludwig von Seinsheim, genannt der Jüngere verkaufte 1597 seine Ansprüche an das Fürstentum Ansbach.G. Stieber: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach, S. 197 f.
Oberampfrach lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Im Jahre 1732 bestand der Ort aus 18 Anwesen mit 19 Mannschaften, einer Kirche, einem Pfarrhaus und einer Schule und einem Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren Feuchtwangische Ämter: Kastenamt Feuchtwangen: 1 Gütlein; Klosterverwalteramt Sulz: 1 Gütlein; Stiftsverwalteramt Feuchtwangen: 2 Güter; Vogtamt Ampfrach: 1 Hof, 1 Hof mit doppelter Mannschaft, 1 Halbhof mit Schmiede, 1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 5 Gütlein, 1 Haus die Reichsstadt Dinkelsbühl: 3 Halbhöfe, 1 Gütlein.Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Oberampfrach (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). Gegen Ende des Alten Reiches gab es nur noch 16 Anwesen, von denen vier der Reichsstadt Dinkelsbühl unterstanden.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 153. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde mit Grimmschwinden, Heckelmühle, Schnelldorf und Ungetsheim das Steuerdistrikt Oberampfrach gebildet. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Oberampfrach, zu der Grimmschwinden, Heckelmühle und Schnelldorf gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet (1919 in Finanzamt Feuchtwangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Oberampfrach zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und von 1943 bis 1973 zum Finanzamt Dinkelsbühl, seit 1973 zum Finanzamt Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 18,160 km². Am 21. Dezember 1971 wurde die Gemeinde nach Schnelldorf umbenannt.
Baudenkmäler In Oberampfrach gibt es drei Baudenkmäler: Pfarrgasse 1: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Georg: verputzte Chorturmkirche mit Spitzhelm, zweite Hälfte 15. Jahrhundert, Erweiterungen nach Norden 1707, nach Westen 1892; mit Ausstattung; Friedhofsmauer, im Kern wohl mittelalterlich Pfarrgasse 2: Pfarrhaus, zweigeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach und Fachwerk-Obergeschoss, 1748 Schulgasse 2: ehemaliges Schulhaus, zweigeschossiger polychromer Sandsteinquaderbau auf hohem Kellergeschoss mit flachem Walmdach, im Stil der Neurenaissance, 1897; Pfeilergitterzaun, schmiedeeisern, gleichzeitig
Bodendenkmäler In der Gemarkung Oberampfrach gibt es zwei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberampfrach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 499 734 821 802 871 857 892 1004 1028 1088 1103 1089 1089 1080 1071 1072 1087 1057 1034 1336 1468 1402 1340 1436HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 118 125 153 188 184 189 201 215 261 Quelle Für die Gemeinde Oberampfrach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Grimmschwinden (S. 32), Heckelmühle (S. 38) und Schnelldorf (S. 82).
Ort Oberampfrach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 109 180 208 215 270 259 257 285 216 241 187Häuser 28 39 50 51 49 47 48 57 Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Georg und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ulrich und Afra (Feuchtwangen) gepfarrt.
Persönlichkeiten Johann Christian Oeder (1774–1837), Wollhändler und Bankier sowie Beigeordneter Bürgermeister der Stadt Aachen und Präsident der IHK Aachen. Er war der Sohn von Johann Lorenz Oeder, langjähriger Pfarrer an St. Georg
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Schnelldorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1299 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach