mini|Drei trauernde Frauen – Skulptur über dem Massengrab (Theo Schäfer, 1976) Die Kriegsgräberstätte Ostbevern ist ein Massengrab, das kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Ostbevern angelegt worden ist.

Grablege In dem Massengrab auf dem alten Friedhof ruhen 33 Soldaten, die in den Kämpfen um Ostbevern in der Nacht vom 3. auf den 4. April 1945 ums Leben kamen. 28 sind mit Namen versehen, fünf unbekannt. Unter ihnen waren zwei Ungarn und ein Pole, die übrigen waren von deutscher Nationalität. Die Stele ist mit einem Eisernen Kreuz geschmückt und mit folgendem Epitaph versehen:

Namen Am 3. bzw. 4. April 1945 starben bei Ostbevern

Karl Baatz, * 1910 in Alten, Karl Heinz Böhm, * 1927 in Löhne, Hubert Bömer, * 1927 in Hembsen, Helmut Dederichs, * 1925 in Zingsheim, Eugen Dreier, * 1926 in Hagen, Josef Drüge, * 1927 in Drensteinfurt, Ludwig Fissenewert, * 1904 in Gütersloh, Günther Grürmann, * 1926 in Elberfeld, Wilhelm Knisspel, * 1916 in Flatow, Janos Kovanczc, * 1920 in Csákvár, Wilhelm Kühle, * 1902 in Remlingen, Richard Lang, * 1920 in Watzenborn, Stanislas Mysza, * 1906 in Gruszowiec, Hubert Pollkläsner, * 1926 in Hövelhof, Reinhold Riedel, * 1927 in Gelsenkirchen, Helmut Schreiber, * 1928 in Dortmund, Günther Siedenbiedel, * 1928 in Herne, Hermann Steffes, * 1896 in Köln, Karl Stracke, * 1900 in Hagen, Alexander Szelenyi, * 1923 in Veszprém, Wilhelm von der Linden, * 1927 in Oberhausen, Berhold Weber, * 1927 in Garstedt, Alfred Wilhelm, * 1928 in Bochum,

sowie fünf unbekannte Personen.

Der bei den Kämpfen ebenfalls getötete Franz Berlage (* 3. Dezember 1898 in Greven, † 3. April 1945 in Ostbevern) wurde nur wenige Tage separat in dem Massengrab beigesetzt. Bereits am 12. April wurde die Leiche exhumiert und auf Veranlassung seiner Witwe am 15. April auf dem Friedhof in Sassenberg in einem Soldatengrab beigesetzt.Heinrich Eickholt: Ostbevern im Weltkrieg. Ostbevern 1993, S. 191. Zudem waren noch zwei getötete Zivilisten zu beklagen: Willi Höggemann und der Lehrling Krimphoff aus Beelen, die ebenfalls nicht im Massengrab beigesetzt wurden.Franz Meyer: Geschichte der Gemeinde Ostbevern, Ostbevern 2000, S. 371.

Vorgeschichte Mit dem Bau des Fliegerhorst Handorf und aufgrund der Nähe zu Münster war auch eine Scheinwerfer- und Geschützstellung in der Handkenheide installiert worden. Als ab 1943 die alliierten Bomberverbände neben Städten auch Flugplätze bombardierten, wurden die Flakstellungen Telgte und Dorbaum, die als Sicherung des Flugplatzes Handorf dienten, im Januar 1944 um eine Flak-Doppelbatterie in Westbevern, die am Dorfrand links und rechts des Weges nach Ostbevern errichtet wurden, und in Ostbevern in der Hankenheide, wurde die Rad-Abt. 5/163 in die schwere 6. und 7./324 Flugbatterie umgewandelt und mit 8,8-cm-FlaK 18/36/37 ausgerüstet und der 22. Flak-Division unterstellt waren. In Westbevern wurden die acht Kanonen mit einem Funkmessgerät zur Großbatterie erweitert; in Ostbevern standen zwei schwere Flakgeschütze. (Diese Betonsockel sollten nach dem Krieg im Rahmen der Entmilitarisierung gesprengt werden. Da zu diesem Zeitpunkt die Baracken als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurden, wurde schließlich nur eine gesprengt, die andere ist bis heute erhalten: .) Sie bildeten Luftabwehr-Ring um den Nachtjagd-Einsatzhafen der Luftwaffe in Dorbaum. Beim Luftangriff auf Münster am 10. Oktober 1943 konnte diese zwei Boeing B-17 über Ostbevern, beim Kloster Rengering, abschießen. Am 12. September 1944 wurde eine Handley Page Halifax der Royal Air Force durch die Flakstellung in Westbevern über derselben Gegend zum Absturz gebracht.Heinrich Eickholt: Ostbevern im Weltkrieg. Ostbevern 1993, S. 218. Am 19. Februar 1945 schlug eine ferngelenkte Fieseler Fi 103 in die gefluteten Beverwiesen in unmittelbarer Nähe der Volksschule ein und verletzte zahlreiche Schulkinder durch die Glassplitter der zerborstenen Fensterscheiben. Seit dem Frühjahr 1944 begannen infolge der alliierten Luftüberlegenheit die Tieffliegerangriffe auf Infrastruktur und Verkehrswege. Ein besonderes Ziel war die Bahnlinie Münster-Osnabrück. Dabei bildete Brock-Ostbevern ein Hauptangriffsziel. Der erste Angriff erfolgte am 22. April 1944, wobei ein Reichsbahnangehöriger verwundet wurde. Dabei war es das Ziel der alliierten Piloten, die wertvollen Lokomotiven durch gezieltes MG-Feuer in den Kessel auszuschalten. Im Herbst 1944 starben dabei ein Lokführer und ein Bahnmitarbeiter. Zum Schutz davor begann man, den Zügen Waggons mit Flak anzuhängen. So konnte 1944 ein US-Bomber abgeschossen werden.

Das Näherrücken der Front hatte sich bereits in der Karwoche 1945 angekündigt, als Gefangenenkolonnen und später Truppentransporte in west-östlicher Richtung die Straßen des Ortes blockierten. Auf Anweisung des Ortsgruppenleiters wurde vom Volkssturm eine Panzersperre an der Beverbrücke errichtet, da man Feindtruppen aus Richtung Telgte erwartete. Über Ostern richteten sich mehrfach verschiedene Kampftruppen in Ostbevern ein, die jedoch alle schließlich weiterzogen; nach der Einnahme Münsters war Ostbevern die Rückzugslinie nach Osten geworden. Am 31. März 1945 war die Stadt Greven von britischen, kanadischen Truppen besetzt worden. Am 1. April gelangten auch Nienberge und Hiltrup in alliierte Hand. Am Abend des 2. April 1945, Ostermontag, endete mit dem Einzug amerikanischer und britischer Panzertruppen und Fallschirmjäger der Zweite Weltkrieg für Münster. Am selben Tag wurde Ostbevern den anrückenden US-amerikanischen Streitkräften, des 36. und 44. Squadron der 11th Cavalry Group (Mechanized) des 11th Armored Cavalry Regiment, übergeben, obwohl der Volkssturm mobilisiert worden war. Damit lag Ostbevern direkt an der Nahtstelle zwischen der englischen und der amerikanischen Front, wodurch der Ruhrkessel geschlossen wurde. Entsprechend vorsichtig agierten die US-Amerikaner in Ostbevern, da die alliierten Verbündeten nicht beschossen werden sollten, und zogen, begleitet von Infanterie, Panzern und Jagdpanzern des 771th Tank Destroyer Battalion, zunächst in den Ort ein. Die Einheit wurde im Januar 1945 auf die M36 umgerüstet und überquerten ab dem 31. März den Rhein. Anfang April zog sie nach Greven und dann am 2. April nach Ostbevern. Aber sie wurden durch Schüsse aus dem Dorf und den nahe gelegenen Wäldern aufgehalten. Am 3. April griffen sie Ostbevern zur Unterstützung des 36. Kavalleriegeschwaders an und errichteten Straßensperren und einen Kommandoposten. Viele Familien hatten vorsorglich das Dorf verlassen und quartierten sich in den umgebenden Bauerschaften ein. Deutsche Truppentransporte mischten sich ab Karfreitag verstärkt unter die vielen Menschen, die sich auf der Flucht befanden. An der Straße nach Telgte sowie zum Bahnhof stehen Geschütze. Am Ostermontag, 2. April 1945, passierten wieder viele deutsche Soldaten das Dorf. Gegen 19 Uhr seien dann die ersten amerikanischen Panzer gesehen worden. Noch am selben Abend übergab Amtsrentmeister Heinrich Reckermann gegen 22 Uhr in Begleitung einiger Bürger das Dorf einer Aufklärungseinheit der amerikanischen Streitkräfte den Ort, da der Amtsbürgermeister Wilhelm Haase verschwunden war. Bei einer solchen Übergabe sichert die eine Seite zu, keinen Widerstand zu leisten und die andere Seite sichert zu, dass gegen den Ort keine Repressalien erfolgen. Trotz der Übergabe blieben heftige Kämpfe zwischen Deutschen und Amerikanern nicht aus. Als die Sicherungstruppen auf dem Rückzug durch die Nahtstelle über den Flugplatz Münster-Handorf nach Osten durchstoßen wollten, kam es noch am folgenden Tag zu blutigen Kampfhandlungen, die sich besonders in der Nacht vom 3. auf den 4. April 1945 steigerten.

Gefecht vom 4. April 1945