Der Große Preis von Italien 1976 (offiziell XLVII Gran Premio d’Italia) fand am 12. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das 13. Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1976.
Berichte mini|links|hochkant=1.3|Ronnie Peterson im March 761 mini|links|hochkant=1.3|Carlos Reutemann im Ferrari 312T2 Hintergrund
Aufgrund von Modifikationen an der ersten Schikane und durch die Installation einer zweiten Schikane zwischen der Curva Grande und den Lesmo-Kurven war die Länge der traditionsreichen Strecke in Monza auf exakt 5,8 Kilometer angewachsen.
Die Rückkehr des in der Weltmeisterschaftswertung nach wie vor führenden Niki Lauda bereits sechs Wochen nach seinem schweren Unfall beim Großen Preis von Deutschland war die Sensation des Wochenendes. Dass dies nicht nur für die Fachwelt, sondern auch für die Scuderia Ferrari eine Überraschung war, zeigte die Tatsache, dass man inzwischen Carlos Reutemann als Ersatzfahrer verpflichtet und für den italienischen Grand Prix gemeldet hatte. Dieser hatte aufgrund seiner Unzufriedenheit mit den anfälligen Alfa-Romeo-Motoren vorzeitig seinen Werksfahrervertrag mit Brabham gekündigt. Infolgedessen brachte Ferrari an diesem Wochenende drei Wagen an den Start.
Die Lücke, die Reutemann bei Brabham hinterließ, überbrückte Teamchef Bernie Ecclestone vorübergehend mit Rolf Stommelen. Guy Edwards kehrte ins Hesketh-Cockpit zurück.
Otto Stuppacher, dessen Meldung als Privatfahrer bei seinem Heimrennen vier Wochen zuvor abgelehnt worden war, wurde nun von den Veranstaltern des Italien-GP als Fahrer eines Tyrrell 007 zugelassen.
Jacky Ickx bestritt seinen 100. Grand Prix.
In der Fahrerwertung führte Rückkehrer Lauda mit 14 Punkten vor James Hunt und mit 23 Punkten vor Jody Scheckter. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit 18 Punkten vor McLaren und mit 19 Punkten vor Tyrrell.
Mit Ronnie Peterson, Clay Regazzoni (jeweils zweimal) und Emerson Fittipaldi (einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Die beiden ersten Einheiten des Qualifikationstrainings am Freitag fanden bei regnerischen Bedingungen statt. Aufgrund dessen erreichte keiner der Teilnehmer eine Rundenzeit unter zwei Minuten.
Die Zeiten, die am Folgetag bei besseren Wetterverhältnissen erzielt wurden, zählten daraufhin für die Startaufstellung. Jacques Laffite konnte seine erste Pole-Position in der Formel 1 sicherstellen. Die erste Startreihe teilte er sich mit Tyrrell-Pilot Scheckter. Es folgte Brabham-Stammfahrer Carlos Pace neben dem zweiten Tyrrell P34 von Patrick Depailler. Lauda und Hans-Joachim Stuck bildeten die dritte Reihe.
Arturo Merzario und Stuppacher verfehlten die Qualifikation für das auf maximal 26 Fahrzeuge limitierte Starterfeld und reisten daraufhin ab.
John Watson hatte die achtschnellste Rundenzeit vor den beiden McLaren von Hunt und Jochen Mass erreicht. In den Tanks der Fahrzeuge dieser drei Piloten wurde allerdings nach dem Training regelwidriger Kraftstoff festgestellt. Daraufhin wurden die Rundenzeiten, die die drei Fahrer am Samstag erzielt hatten, gestrichen. Die bei Regen am Vortag erzielten Zeiten reichten jedoch für eine Qualifikation nicht aus, sodass gemäß den Regeln Merzario und Stuppacher ins Starterfeld hätten nachrücken dürfen. Da diese jedoch bereits abgereist waren, wurden Hunt und Mass für die beiden letzten Startplätze zugelassen.
Zugunsten von Watson verzichtete außerdem Hesketh-Pilot Edwards auf die Rennteilnahme. Als Gegenleistung dafür erstattete ihm das Team Penske die Reisekosten für das folgende Überseerennen in Kanada. Watson konnte daraufhin vom letzten Startplatz aus am Rennen teilnehmen.
Rennen In der ersten Schikane ging Scheckter vor Laffite und Pace in Führung. Letzterer wurde jedoch bereits während der ersten Runde von Depailler, Peterson und Reutemann überholt. Lauda lag am Ende des ersten Umlaufs auf dem zwölften Rang, während sich Hunt, Mass und Watson von ihren hinteren Startplätzen aus nach vorn arbeiteten. Diese Aufholjagd endete allerdings für Mass bereits nach zwei Runden aufgrund von Fehlzündungen.
Während Scheckter seine Führung zunächst erfolgreich verteidigte, wurde Laffite von Peterson und Depailler auf den vierten Rang verdrängt. Regazzoni, der rasch aufholte, zog in der elften Runde ebenfalls an Laffite vorbei. Im gleichen Umlauf übernahm Peterson die Führung von Scheckter und verteidigte sie bis ins Ziel. Der aussichtsreichste Verfolger Laudas im Kampf um die Weltmeisterschaft, Hunt, schied unterdessen auf Rang zwölf liegend aufgrund eines Drehers aus. Scheckter wurde während der folgenden Runden nach und nach von Depailler, Regazzoni, Laffite und Lauda überholt.
Aufgrund von Motorproblemen fiel Depailler gegen Ende des Rennens vom zweiten auf den sechsten Rang zurück. Regazzoni wurde somit Zweiter vor Laffite und Lauda, der bei seinem Comeback trotz unvollständiger Genesung einen bemerkenswerten vierten Platz erreichte. Jackie Stewart bezeichnete dies als die heldenhafteste Leistung, die er jemals in irgendeinem Sport erlebt habe.Grand Prix Racing seit 1950 - Triumphe und Tragödien, Mark Hughes, Heel Verlag: Königswinter, ISBN 978-3-86852-084-2, S. 194
Peterson feierte seinen achten Grand-Prix-Sieg. In der Teamgeschichte von March war dies der dritte und letzte Erfolg.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari 312T2 Ferrari 015 3.0 F12 2 35 3 Tyrrell P34 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Lotus 77 6 7 Brabham BT45 Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 9 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 34 11 McLaren M23 12 McLaren M26 16 Shadow DN8 17 Shadow DN5B 18 Surtees TS19 19 20 Williams FW05 22 Ensign N176 24 Hesketh 308D 25 26 Ligier JS5 Matra MS73 3.0 V12 28 Penske PC4 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 Copersucar FD04 Scuderia Gulf Rondini 37 Tyrrell 007 38 Surtees TS19 ÖASC Racing Team 39 Tyrrell 007 40 Boro 001
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:41,35 206,019 km/h 1 2 1:41,38 205,958 km/h 2 3 1:41,53 205,654 km/h 3 4 1:42,06 204,586 km/h 4 5 1:42,09 204,525 km/h 5 6 1:42,18 204,345 km/h 6 7 1:42,38 203,946 km/h 7 8 1:42,64 203,429 km/h 8 9 1:42,96 202,797 km/h 9 10 1:43,29 202,149 km/h 10 11 1:43,29 202,149 km/h 11 12 1:43,30 202,130 km/h 12 13 1:43,32 202,091 km/h 13 14 1:43,34 202,051 km/h 14 15 1:43,63 201,486 km/h 15 16 1:43,94 200,885 km/h 16 17 1:44,05 200,673 km/h 17 18 1:44,41 199,981 km/h 18 19 1:44,56 199,694 km/h 19 20 1:44,57 199,675 km/h 20 21 1:44,62 199,579 km/h 21 22 1:45,12 198,630 km/h 22 23 1:45,79 197,372 km/h DNS 24 1:46,48 196,093 km/h 23 25 1:47,31 194,576 km/h DNS 26 1:55,22 181,219 km/h DNS 27 Die am Samstag erzielten Qualifikationszeiten wurden Hunt, Mass und Watson aufgrund der Verwendung nicht regelkonformen Kraftstoffs aberkannt. Die dargestellten Rundenzeiten stammen vom Freitag. 2:08,76 162,162 km/h 24 28 2:11,06 159,316 km/h 25 29 2:13,95 155,879 km/h 26 Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 52 0 1:30:35,6 8 1:41,3 (50.) 2 52 0 + 2,3 9 1:41,4 (47.) 3 52 0 + 3,0 1 1:41,5 (48.) 4 52 0 + 19,4 5 1:42,1 (45.) 5 52 0 + 19,5 2 1:42,2 (47.) 6 52 0 + 35,7 4 1:42,5 (9.) 7 52 0 + 43,9 16 1:43,2 (11.) 8 52 0 + 52,9 15 1:42,5 (47.) 9 52 0 + 57,1 7 1:42,6 (49.) 10 52 0 + 1:12,4 10 1:43,0 (17.) 11 52 0 + 1:42,2 26 1:43,3 (17.) 12 51 1 + 1 Runde 18 1:42,7 (47.) 13 51 1 + 1 Runde 12 1:44,1 (21.) 14 50 1 + 2 Runden 23 1:44,8 (16.) 15 50 1 + 2 Runden 20 1:44,7 (19.) 16 49 0 DNF 19 1:43,6 (47.) 17 49 0 + 3 Runden 22 1:46,1 (14.) 18 49 0 + 3 Runden 21 1:44,6 (20.) 19 47 0 + 5 Runden 17 1:44,4 (17.) – 41 1 DNF 11 1:44,6 (21.) – 23 0 DNF 6 1:43,5 (15.) – 23 0 DNF 14 1:43,4 (21.) – 11 0 DNF 24 1:43,0 (7.) – 8 0 DNF 13 1:45,2 (8.) – 4 0 DNF 3 1:46,0 (4.) – 2 0 DNF 25 2:04,7 (1.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 64 2 McLaren-Ford 47 3Tyrrell-Ford 40 4Ferrari 28 5 Tyrrell-Ford 27 6Ligier-Matra 207Penske-Ford 19 8 McLaren-Ford 149Lotus-Ford / March-Ford 10 10 Shadow-Ford 10 11 Lotus-Ford 1012Lotus-Ford / Parnelli-Ford 913Brabham-Alfa Romeo 7 14March-Ford 615Surtees-Ford 416Copersucar-Ford 3 17Brabham-Alfa Romeo 318Ensign-Ford 219Brabham-Alfa Romeo 120March-Ford 121Hesketh-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 22Shadow-Ford 023Wolf-Williams-Ford 024Boro-Ford 0 25March-Ford / Wolf-Williams-Ford 0 26Wolf-Williams-Ford 0 27Surtees-Ford 0 28Wolf-Williams-Ford 029Lotus-Ford 030Copersucar-Ford 031Surtees-Ford 0 32Tyrrell-Ford 0 33Brabham-Ford 034March-Ford / Brabham-Ford 0 35Hesketh-Ford 0 36Brabham-Ford 0–B.R.M. 0–Tyrrell-Ford 0 –Ensign-Ford 0 –Penske-Ford 0–Surtees-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 76 2 533 524 205 196 17 7 168 109 9 Pos. Konstrukteur Punkte10 4 11 312 213 1 14 015 016 017 0– 0 Weblinks
Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
Einzelnachweise
#1976 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Monza Kategorie:Autodromo Nazionale di Monza