Walter Tölke (* 22. Januar 1883 in Rengersdorf; † 22. August 1966 in Neumünster) war ein deutscher Richter.Geburts- und Sterbedaten nach Auskunft des Amtes Nortorfer Land
Leben Tölke studierte Rechtswissenschaft an der Universität Jena und wurde 1902 im Corps Franconia Jena aktiv.Kösener Corpslisten 1960, 26, 525 Die Preußische Universität zu Greifswald promovierte ihn 1910 zum Dr. iur.Dissertation: Der sogen. Möbelleihvertrag unter besonderer Berücksichtigung der Durchführung der Zwangsvollstreckung bei demselben. Im Ersten Weltkrieg diente er von 1914 bis 1918 als Leutnant der Reserve, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse. In der Weimarer Republik war er Landgerichtsdirektor in Berlin. In dieser Eigenschaft verurteilte er als Vorsitzender des Schöffengerichts Charlottenburg am 10. Dezember 1928 George Grosz unter anderem wegen der Karikatur „Christus mit der Gasmaske“ mit der Unterschrift „Maul halten und weiterdienen“ in 1. Instanz zu jeweils 2000 Mark Geldstrafe, ersatzweise zwei Monate Gefängnis.Kurt Tucholsky, Ignaz Wrobel: „Die Begründung“, in: Die Weltbühne vom 19. März 1929, Nr. 12, S. 435; Ute Maack, Viktor Otto (Hrsg.): Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe, Band 11, „Texte 1929“, Reinbek bei Hamburg 2005, S. 902. 1937 kam er an das Reichsgericht. Er war bis 1945 im I. Zivilsenat des Reichsgerichts tätig. 1945/46 wurde er Richter und Senatspräsident am Oberlandesgericht Gera.Rainer Schröder (Hrsg.): Zivilrechtskultur der DDR, in: Zeitgeschichtliche Forschungen Band 2/1, Berlin 1999, S. 375f. für das Jahr 1948. Er schied Ende 1951 aus.Petra Weber: „Justiz und Diktatur. Justizverwaltung und politische Strafjustiz in Thüringen 1945–1961“, Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 46, München 2000, S. 269 f. Google Books Walter Toelke galt dem DDR-Justizministerium als Richter „alter Schule, der nicht gewillt ist, sich umzustellen“. Am 9. August 1954 zog er von Erfurt nach Nortorf.Auskunft Amt Nortorfer Land
Mitgliedschaften 1918–1933 Mitglied der DNVP nach 1945 LDPD
Schriften mit Reinhard von Godin und Hans von Godin: Ehegesetz vom 20. Februar 1946: Mit Abdruck der noch in Kraft befindlichen Bestimmungen der Durchführungsverordnungen zum Ehegesetz vom 6. Juli 1938, 2 Auflagen Berlin 1947, 1950.
Weblinks Eintrag in „Gerhard Köbler: Wer ist wer im deutschen Recht“
Einzelnachweise
Kategorie:Richter (Reichsgericht) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:DNVP-Mitglied Kategorie:LDPD-Mitglied Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann