Trensen, Smarten (Schmarten), Marlen und Kleeden (Kleiden) sind die seemännischen Bezeichnungen, welche für den Arbeitsablauf zum Schutz der Taue oder Drahtseile verwendet werden. miniatur|400px|Verschiedene Phasen des Kleedens auf einem Drahttau von rechts nach links: Blankes Kabel (Bare Cabel), Trensen (Worming), Smarten (Parcelling) und Marlen, Kleeden (Serving) und Teeren (Slushing).Die blauen Türkenbunde dienen als optische Abgrenzung des Trensens vom Schmarten und sind nicht Bestandteil der Kleedung.
In der Seefahrt wird Tauwerk, überwiegend Stehendes Gut, wie Wanten zum Schutz vor Abrieb (Schamfilung), Rott (Naturfaser) oder Korrosion (Drahttauwerk) mit Hüsing bzw. Schiemannsgarn gekleedet („umkleidet“).
Trensen Im ersten Arbeitsgang werden die Keepen, also die „Rillen“ im geteerten Tau, mit Schiemannsgarn, Bändsel oder Leine je nach Größe der Keepen ausgefüllt, um eine gleichmäßig glatte Oberfläche zu erhalten. Dieser Arbeitsschritt wird „Trensen“ genannt. Abschließend wird erneut geteert.Jens Kuss Jensen, "Haandbog i praktisch Sømandsskab", Dansk Sejlskibsrederi-Forening 1901, vierte vergrösserte und bearbeitete Ausgabe 1924 Nina, Seite 43 ff.ABoK #3336–#3338
Smarten Über die Trensung erfolgt die „Schmartung“, eine spiralförmige Wicklung aus schmaler, teergetränkter Segeltuchleinwand. Gesmartet wird halbüberlappend von unten nach oben um ablaufendes Wasser am Eindringen zu hindern.Jens Kuss Jensen, "Haandbog i praktisch Sømandsskab", Dansk Sejlskibsrederi-Forening 1901, vierte vergrösserte und bearbeitete Ausgabe 1924 Nina, Seite 43 ff. Vielfach wurde die Schmartung bei Drahttauwerk zusätzlich mit einem Schutzanstrich aus Bleimennige überstrichen.ABoK #1487, #3339 miniatur|„Marlen“ mit dem Marlschlag
Marlen Im Falle, dass das Tauwerk ohne Kleedung verbleiben soll, wird die Smartung mit dünnem Bändsel und Marlschlag-Bindung fixiert. Bezeichnet wird diese Arbeit als „Marlen“.Jens Kuss Jensen, "Haandbog i praktisch Sømandsskab", Dansk Sejlskibsrederi-Forening 1901, vierte vergrösserte und bearbeitete Ausgabe 1924 Nina, Seite 43 ff.ABoK #3340, (#1486 eine andere Variante)
Kleeden Über die Schmartung wird dann das „Kleed“ gewunden. Am Anfang der Kleedung wird das geteerte Schiemannsgarn sich selbst beklemmend unter die ersten drei, vier nachfolgenden Wicklungen gelegt. Reicht das Garn für die ganze Kleedung nicht aus, wird das Ende ebenfalls beklemmend durch den Neubeginn eingebunden oder ein neues Garn an das alte angespleißt. Bei gespleißten Augen wird vom Auge aus begonnen.ABoK #3344 – #3351 Trensung und Schmartung folgen stets dem „Schlag“ des Tauwerks, die Kleedung entgegen.
Bei stärkerem Tauwerk wird dazu die KleedkeuleBild einer Kleedkeule,Kleedkeule kombiniert mit Garnspule verwendet, um ein strammes und dichtes Umwickeln gewährleisten zu können.
mini|500px|Beenden der Kleedung, versorgen des Garnendesmini|Alternativer Abschluss, nach Art eines Taklings ABoK #3342 – #3343
Den Schlussablauf einer Kleedung zeigt das nebenstehende Bild: Zum Kleedungsende bildet man eine Bucht und wickelt (im doppelten Abstand der noch zu wickelnden, letzten Windungen) im gleichen Drehsinn durch die Bucht zurück. Das Schiemannsgarn-Ende wird über die fertigen Wicklungen gelegt. Anschließend werden mit der Bucht unter ständigem Zug die restlichen Wicklungen über das Ende gewickelt. Letztendlich wird die Bucht dichtgeholt und überschüssiges Garn knapp bei den Wicklungen abgeschnitten, damit das Ende „unsichtbar“ bleibt. Eine perfekt stramm gewickelte Kleedung kann an dem teilweise austretenden Wurzelteer erkannt werden. Abschließend wird wiederum geteert.Jens Kuss Jensen, "Haandbog i praktisch Sømandsskab", Dansk Sejlskibsrederi-Forening 1901, vierte vergrösserte und bearbeitete Ausgabe 1924 Nina, Seite 43 ff.
Literatur Sondheim; Knoten, Spleissen, Takeln, Klasing + Co, 1975, ISBN 3-87412-009-0.
Clifford W. Ashley: Das Ashley-Buch der Knoten. Über 3800 Knoten. Wie sie aussehen. Wozu sie gebraucht werden. Wie sie gemacht werden. Sonderausgabe. Edition Maritim, Hamburg 2005, ISBN 3-89225-527-X. (Ab Kapitel 40 Practical Marlingspike Seamanship)
Siehe auch Takling Tausendbein(Bild) Herstellen von Tausendbein (Tausendfüßlern) miniatur|hochkant|Tausendfüßler (Tausendbein) zum Schutz der Segel gegen Schamfilen an den Stagen
Liste seemännischer Fachwörter (A bis M) und (N bis Z)
Einzelnachweise
Weblinks „Bekleeden“ bei Jack Tar Bilder und Video vom „Bekleeden“ sowie verschiedene Kleedkeulen im Einsatz (engl.) Zeichnung des „Kleedens“, russische Beschreibung und Zeichnung
Kategorie:Verfahren (Textilveredelung) Kategorie:Segelschiffbau Kategorie:Seemannschaft Kategorie:Knotenkunde