Der Große Preis der Niederlande 1976 (offiziell XXIII Grote Prijs van Nederland) fand am 29. August auf dem Circuit Park Zandvoort in Zandvoort statt und war das zwölfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1976. Das Rennen hatte auch den FIA-Ehrentitel Großer Preis von Europa.
Berichte miniatur|links|hochkant=1.3|James Hunt vor John Watson miniatur|links|hochkant=1.3|Clay Regazzoni bei der Verfolgung von James Hunt Hintergrund Zwei Wochen nach dem Großen Preis von Österreich und vier Wochen nach Niki Laudas schweren Unfall beim Großen Preis von Deutschland fand der zwölfte WM-Lauf der Saison in Zandvoort statt. Lauda, der die Weltmeisterschaftswertung weiterhin mit deutlichem Vorsprung anführte, befand sich unterdessen auf dem Weg der Besserung. Er durfte das Krankenhaus verlassen und bereitete sich in seiner Heimat Salzburg bereits langsam auf sein Comeback vor. Die schnelle Genesung seines Fahrers sowie die Tatsache, dass man auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft anführte, veranlasste Enzo Ferrari dazu, wieder ins Geschehen einzugreifen und einen Wagen für Clay Regazzoni zum Holland-GP anzumelden. Die Teilnahme am vorherigen Grand Prix hatte Ferrari abgesagt.
McLaren plante an diesem Wochenende den ersten Einsatz eines neuen Wagens vom Typ M26, den es unter Rennbedingungen zu testen galt. James Hunt entschied sich, zunächst weiterhin mit dem ausgereiften M23 anzutreten und überließ seinem Teamkollegen Jochen Mass die Entwicklungsarbeit. Shadow brachte mit dem DN8 ebenfalls ein Exemplar eines neuen Wagens an die Rennstrecke, welches von Tom Pryce pilotiert wurde, während Jean-Pierre Jarier mit dem herkömmlichen DN5B an den Start ging und seinen 50. Grand Prix bestritt.
Surtees-Stammfahrer Brett Lunger pausierte an diesem Wochenende und wurde durch den Gaststarter Conny Andersson ersetzt, der somit zu seinem ersten und einzigen Grand-Prix-Einsatz kam. Auf der Suche nach einem neuen Ensign-Stammpiloten wurde man auf den ehemaligen Wolf-Fahrer Jacky Ickx aufmerksam und engagierte ihn für den Rest der Saison. Guy Edwards, der verletzungsbedingt ausfiel, wurde bei Hesketh Racing von Rolf Stommelen vertreten.
Nach einer Pause von vier Rennen nahm das Team HB Bewaking Systems erstmals seit dem Großen Preis von Schweden wieder an einem Grand Prix teil. Als Fahrer des Teams, welches sein Heimrennen bestritt, wurde Larry Perkins beibehalten. Unter dem Namen F&S Properties nahm ein weiteres niederländisches Privatteam an dem Rennwochenende teil. Als Fahrer eines gekauften Penske PC3 wurde der ebenfalls einheimische Debütant Boy Hayje engagiert.
Aufgrund rechtlicher Konflikte mit dem bisherigen Hauptsponsor Tissot verzichtete das Team RAM Racing auf die Teilnahme.
In der Fahrerwertung führte Lauda mit 23 Punkten vor Hunt und mit 25 Punkten vor Jody Scheckter. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit 15 Punkten vor Tyrrell und mit 20 Punkten vor McLaren.
Mit Hund und Ickx (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Ronnie Peterson sicherte sich zum ersten Mal seit dem Großen Preis von Argentinien 1974 und zum einzigen Mal in der Saison 1976 die Pole-Position. Hunt im alten McLaren folgte vor Pryce im neuen Shadow und Österreich-Sieger John Watson. Regazzoni und Mario Andretti bildeten die dritte Startreihe.
Rennen Peterson übernahm zunächst die Führung, während Watson den vom zweiten Platz gestarteten Hunt vom zweiten Rang verdrängen konnte. Es folgte Andretti vor Pryce. Aufgrund von Handlingproblemen konnte sich Peterson nicht von Watson absetzen. Dieser startete daraufhin mehrere Überholversuche. In der zweiten Runde geriet er dabei neben die Ideallinie, was von Hunt genutzt wurde, um auf den zweiten Platz zu gelangen. In der folgenden Runde fiel Peterson schließlich bis auf den dritten Rang hinter Watson zurück.
In der 18. Runde überholte Regazzoni, der sich zuvor an Andretti und Pryce vorbeigekämpft hatte, den drittplatzierten Peterson. Die Reihenfolge änderte sich daraufhin über mehrere Runden nur unwesentlich, bis Watson im 48. Umlauf aufgrund eines Getriebeschadens ausfiel.
Hunt gewann knapp vor Regazzoni, der zwar deutlich auf aufgeholt hatte, jedoch nicht an ihm vorbeigekommen war. Aufgrund eines Fehlers im Öldrucksystem war Peterson in der 53. Runde ausgeschieden, wodurch der dritte Platz letztendlich an Andretti ging.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 2 Ferrari 312T2 Ferrari 015 3.0 F12 3 Tyrrell P34 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Lotus 77 6 7 Brabham BT45 Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 9 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 34 11 McLaren M23 12 McLaren M26 16 Shadow DN8 17 Shadow DN5B 18 Surtees TS19 19 20 Williams FW05 22 Ensign N176 24 Hesketh 308D 25 26 Ligier JS5 Matra MS73 3.0 V12 27 Boro 001 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 28 Penske PC4 30 Copersucar FD04 38 Surtees TS19 F&S Properties 39 Penske PC3 Scuderia Gulf Rondini 40 Tyrrell 007
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:21,31 187,106 km/h 1 2 1:21,39 186,922 km/h 2 3 1:21,55 186,555 km/h 3 4 1:21,62 186,395 km/h 4 5 1:21,85 185,872 km/h 5 6 1:21,88 185,804 km/h 6 7 1:21,88 185,804 km/h 7 8 1:21,91 185,736 km/h 8 9 1:22,03 185,464 km/h 9 10 1:22,06 185,396 km/h 10 11 1:22,13 185,238 km/h 11 12 1:22,16 185,170 km/h 12 13 1:22,16 185,170 km/h 13 14 1:22,27 184,923 km/h 14 15 1:22,48 184,452 km/h 15 16 1:22,51 184,385 km/h 16 17 1:22,55 184,296 km/h 17 18 1:22,59 184,206 km/h 18 19 1:23,10 183,076 km/h 19 20 1:23,18 182,900 km/h 20 21 1:23,26 182,724 km/h 21 22 1:23,55 182,090 km/h 22 23 1:24,09 180,920 km/h 23 24 1:24,37 180,320 km/h 24 25 1:24,71 179,596 km/h 25 26 1:24,74 179,533 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterte Pesenti-Rossi an der Qualifikation zum Rennen. 1:26,01 176,882 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 75 0 1:44:52,09 2 1:23,14 (39.) 2 75 0 + 0,92 5 1:22,59 (49.) 3 75 0 + 2,09 6 1:22,88 (68.) 4 75 0 + 6,94 3 1:23,13 (65.) 5 75 0 + 22,46 8 1:23,07 (58.) 6 75 0 + 45,03 7 1:23,63 (23.) 7 75 0 + 59,45 14 1:23,58 (72.) 8 74 0 + 1 Runde 16 1:23,50 (68.) 9 74 0 + 1 Runde 15 1:23,69 (29.) 10 74 0 + 1 Runde 20 1:24,58 (62.) 11 74 0 + 1 Runde 22 1:25,19 (61.) 12 72 0 + 3 Runden 25 1:24,16 (34.) – 66 0 DNF 11 1:23,01 (65.) – 63 1 DNF 21 1:24,69 (5.) – 53 0 DNF 9 1:23,88 (25.) – 53 0 DNF 10 1:23,98 (30.) – 52 0 DNF 1 1:23,29 (37.) – 49 0 DNF 24 1:25,36 (37.) – 47 0 DNF 4 1:23,10 (24.) – 44 0 DNF 19 1:24,09 – 40 0 DNF 17 1:23,76 (37.) – 11 0 DNF 12 1:25,43 (8.) – 10 0 DNF 13 1:23,45 (6.) – 9 0 DNF 18 1:24,79 (2.) – 9 0 DNF 26 1:25,74 (8.) – 5 0 DNF 23 1:27,50 (3.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 61 2 McLaren-Ford 47 3Tyrrell-Ford 38 4 Tyrrell-Ford 26 5Ferrari 226Penske-Ford 19 7Ligier-Matra 16 8 McLaren-Ford 14 9 Shadow-Ford 10 10 Lotus-Ford 1011Lotus-Ford / Parnelli-Ford 912Brabham-Alfa Romeo 7 13March-Ford 614Surtees-Ford 415Copersucar-Ford 3 16Brabham-Alfa Romeo 317Ensign-Ford 218Brabham-Alfa Romeo 119Lotus-Ford / March-Ford 120March-Ford 121Hesketh-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 22Shadow-Ford 023Wolf-Williams-Ford 024Boro-Ford 0 25March-Ford / Wolf-Williams-Ford 0 26Wolf-Williams-Ford 0 27Surtees-Ford 0 28Wolf-Williams-Ford 029Lotus-Ford 030Copersucar-Ford 031Surtees-Ford 0 32Tyrrell-Ford 0 33Brabham-Ford 034March-Ford / Brabham-Ford 0 35Hesketh-Ford 0 36Brabham-Ford 0–B.R.M. 0–Tyrrell-Ford 0 –Ensign-Ford 0 –Penske-Ford 0–Surtees-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 702 52 3 514 195 16 6 167 108 99 8 Pos. Konstrukteur Punkte10 4 11 312 213 1 14 015 016 017 0– 0 Einzelnachweise
Weblinks
Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
Niederlande #1976 #1976 Kategorie:Circuit Zandvoort