Der Große Preis von Italien 1951 (offiziell XXII Gran Premio d’Italia) fand am 16. September auf dem Autodromo Nazionale die Monza in Monza statt und war das siebte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1951.

Berichte

Hintergrund Vor dem Großen Preis von Italien stellte sich die WM-Situation wie folgt dar: Juan Manuel Fangio führte mit zehn Punkten Vorsprung auf Alberto Ascari die WM an. Würde er das Rennen inkl. schnellster Runde gewinnen, wäre er Weltmeister, selbst, wenn Ascari Zweiter würde. Zwar würden Fangio nach dem Sieg die Punkte aus dem Grand Prix von Frankreich gestrichen werden, während Ascari noch voll punkten könnte, sollte jedoch Ascari den letzten Grand Prix in Spanien gewinnen, so würden auch ihm die Punkte vom Frankreich-Rennen gestrichen werden, so dass er auf maximal 29 Punkte käme, während Fangio schon 31 hat. Unter für sie günstigen Voraussetzungen hatten auch noch Giuseppe Farina und José Froilán González Chancen auf den Titel.

Alfa Romeo trat mit drei weiterentwickelten Modellen vom Typ 159M an. Die Fahrzeuge hatten verbesserte Maschinen, ein versteiftes Chassis, De-Dion-Hinterachsen und eine geänderte Heckpartie. Sie wurden von Fangio, Farina und Felice Bonetto zur Verfügung gestellt, während Consalvo Sanesi ein Modell ohne diese Modifikationen fahren sollte. Aufgrund von Brandverletzungen, die er bei einem anderen Rennen erlitten hatte, übernahm jedoch Emmanuel de Graffenried den Wagen.Lang, Mike; Grand Prix 1950 – 1965; Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 S34. (ISBN 0-85429-276-4) (engl.)

Ferrari meldete gleich fünf offizielle Werkswagen vom Typ 375. Neben der Stammbesetzung wurden weitere Wagen an Piero Taruffi und den Debütanten Chico Landi vergeben. Private Ferrari brachten Rudolf Fischer und Peter Whitehead an den Start.

B.R.M. war wieder mit zwei Fahrzeugen gemeldet. Doch nach dem Training, das Reg Parnell einen Startplatz in der zweiten Reihe und dem Neuling Ken Richardson einen in der dritten Reihe gesichert hätte, wurde letzterem jedoch die Lizenz verweigert und so übernahm der wohl eher zufällig anwesende Hans Stuck das Steuer. Beide Fahrzeuge hatten jedoch Getriebeprobleme, sodass sich das Team entschloss, überhaupt nicht zu starten.

Mit Farina und Ascari (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training und Qualifying mini|Zwei der Werks-Ferrari 375F1 in den Boxen mini|Franco Rol im Osca 4500G vor Alberto Ascari im siegreichen Ferrari 375F1 Mit den verbesserten Wagen gelang es Fangio und Farina, die Ferrari wieder um 1–2 Sekunden zu distanzieren. Dies war allerdings bei weitem nicht so viel, wie es auf Kursen mit vielen langen Geraden in der Vergangenheit der Fall war. Fangio sicherte sich die Pole-Position vor Farina, die erste Startreihe komplettierten die beiden Ferrari von Ascari und González. Ferrari-Debütant Landi kam nicht so gut zurecht und konnte sich nur für die vierte Reihe qualifizieren.

Rennen Fangio nutze die Pole-Position zu einem guten Start und führte das Feld die ersten drei Runden an, bevor Ascari an ihm vorbeizog. Früh zu Ende war das Rennen für Landi, Whitehead und de Graffenried, die alle in den ersten beiden Runden aufgeben mussten. Farina musste in der siebten Runde mit Motorschaden aufgeben. Eine Runde später gelang es Fangio, wieder an Ascari vorbeizukommen. In der 13. Runde holte sich Fangio jedoch einen Plattfuß und musste langsam an die Box zurückkehren, wobei er bis auf den fünften Platz zurückfiel. Durch einen Boxenstopp Luigi Villoresis und ein Überholmanöver gegen Bonetto konnte er sich schnell wieder auf den dritten Platz vorarbeiten.

In der 30. Runde übernahm der ausgeschiedene Farina den Wagen Bonettos, der an vierter Stelle lag. Ascari und González wurden auch durch ihre Boxenstopps nicht von ihren angestammten Positionen verdrängt, Fangio musste dagegen seine Jagd auf die Führenden in der 39. Runde beenden, als ihn ein Motorschaden ereilte. In der ganzen zweiten Rennhälfte gab es keine Positionsverschiebungen mehr. Einzig Farina gelang es, den Druck auf die Führenden aufrechtzuerhalten, aber ein leerer Benzintank zwang ihn, einen zusätzlichen Stopp zum Nachtanken einzulegen, allerdings ohne eine Position zu verlieren. Ascari siegte mit knapp 45 Sekunden Vorsprung auf González. Alle anderen Fahrer lagen mindestens eine Runde zurück.

Die Entscheidung in der Fahrerweltmeisterschaft musste nun im letzten Rennen fallen.Lang, Mike; Grand Prix 1950 – 1965; Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 S34f. (ISBN 0-85429-276-4) (englisch)

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 2 Ferrari 375Ferrari 4 6 8 12 14 Ferrari 212 F1 Ferrari 16 Ferrari 125 Ferrari 18 Talbot-Lago T26C-DATalbot 20 22 Talbot-Lago T26C Talbot 24 Talbot-Lago T26C Talbot 26 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 28 Talbot-Lago T26C Talbot 30 BRM P15BRM 32 32 34 Alfa Romeo 159Alfa Romeo 36 38 40 44 Osca 4500G OSCA 46 Gordini Type 15Gordini 48 50

Klassifikation Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Startreihe1 1:53,212 1:53,913 1:55,114 1:55,915 1:57,926 1:58,227 1:58,328 2:02,2 29 2:05,2310 2:05,6 311 2:08,0312 2:08,9313 2:09,0314 2:09,3415 2:10,8416 2:11,2417 2:12,1418 2:13,4519 2:16,2520 2:16,5521 2:18,6522 2:18,8623keine Zeit DNS24keine Zeit DNS

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Start Schnellste Runde1 80 2:42:39,3 32 80 + 24,6 43Farina (50 Runden) übernahm von Bonetto (29), nachdem Farinas Wagen ausgefallen war. Die Punkte für den 3. Platz wurden unter den Fahrern aufgeteilt (Farina erhielt 1 Extrapunkt für die schnellste Rennrunde). 29 + 1 Runde7 504 79 + 1 Runde 55 78 + 2 Runden 66 74 + 6 Runden 117 73 + 7 Runden 15 2:11,4 (36.)8 72 + 8 Runden 14 2:13,4 (65.)9 67 + 13 Runden 18– 39 DNF1–Behra ersetzte heimlich den kranken Trintignant für das Rennen. Teamchef Amédée Gordini informierte die Rennleitung nicht über den Wechsel, da dadurch die Startgebühr des Teams gekürzt worden wäre. Behra trug sogar den Helm seines Landsmanns.29DNF12– 29 DNF13– 23 DNF17 2:16,0 (15.)– 9 DNF20 2:18,7 (4.)– 7 DNF22 2:19,9 (3.)– 6 DNF21:56,5 (64.)– 4 DNF21 2:17,4 (4.)– 1 DNF9– 1 DNF19– 0 DNF16 DNS––8– DNS––10– DNS–––– DNS––––DNS – ––– Anmerkungen

WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählten nur die vier besten Ergebnisse aus acht Rennen. Zahlen in Klammern sind Streichresultate.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte1 Alfa Romeo 27 (28)2 Ferrari 253 Talbot-Lago / Ferrari 21 4 Alfa Romeo 17 (18)5 Ferrari 15 (18)6 Ferrari 107 Kurtis Kraft 98 Kurtis Kraft 69 Alfa Romeo 510 Ferrari / B.R.M. 511 Alfa Romeo 412 Talbot-Lago 313 Alfa Romeo 314 Sherman 315 Maserati / Alfa Romeo 216 Talbot-Lago 2 17 Kurtis Kraft 218 Kurtis Kraft 219 Schroeder 220 B.R.M. 021 Talbot-Lago 022 Talbot-Lago / Maserati 023 E.R.A. 024 Ferrari 025 Simca-Gordini 026 Talbot-Lago 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte27 OSCA 028 Ferrari 029 Simca-Gordini 030 HWM 031 Talbot-Lago 032 Talbot-Lago 033 Talbot-Lago 034 Talbot-Lago 035 E.R.A 036 Maserati 037 Talbot-Lago 038 Talbot-Lago 0– Talbot-Lago 0– HWM 0– Veritas-Meteor 0– Simca-Gordini 0– Simca-Gordini 0– Maserati 0– Alta 0– Maserati 0– Maserati 0– Maserati 0– Alfa Romeo 0– Maserati 0– Simca-Gordini 0– Ferrari 0

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#1951 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Monza Kategorie:Autodromo Nazionale di Monza