Die Liste bedeutender Physiker enthält eine Auswahl der einflussreichsten und bedeutendsten Physikerinnen und Physiker von der Antike bis zur Gegenwart, die sich an ihrer wissenschaftlichen Leistung und ihrem Bekanntheitsgrad orientiert. Insbesondere wegen der expansiven Entwicklung der Physik im 20. Jahrhundert wird nur eine exemplarische Auswahl angestrebt (siehe auch Liste der Nobelpreisträger für Physik).

Bis weit in die Neuzeit ist die Trennung von Astronomen und Mathematikern noch nicht deutlich ausgeprägt und heute überwiegend als Mathematiker oder Astronomen eingeordnete Wissenschaftler leisteten bedeutende Beiträge zur Physik. In der Liste spiegelt sich auch die Entstehung der Physik als experimenteller Wissenschaft zur Zeit Galileo Galileis wider.

Die Einordnung in einzelne Abschnitte erfolgt nach dem Hauptwirkungszeitraum und die Reihenfolge entspricht dort dem Geburtsdatum.

Antike Name (Lebensdaten)Forschungsgebiet 80px Aristoteles * 384 v. Chr. in Stageira; † 322 v. Chr. in ChalkisAristoteles hinterließ neben einem umfangreichen philosophischen Werk auch Modellvorstellungen und Aussagen zur unbelebten Natur. Alle Materie bestehe aus vier Elementen, alle unbelebte Materie strebe dem Zustand der Ruhe entgegen, im Himmel und auf der Erde gelten unterschiedliche Naturgesetze. Diese Vorstellungen wurden erst in der Neuzeit überwunden. Aristarchos von Samos * um 310 v. Chr. auf Samos † um 230 v. Chr.Aristarch war ein griechischer Naturforscher. Er beschäftigte sich mit den Größen und Abständen von Sonne und Mond und fand heraus, dass die Erde etwa dreimal so groß ist wie der Mond, und dass die Sonne viel größer und viel weiter von der Erde entfernt ist als der Mond. Er nahm an, die Sonne könne im Mittelpunkt des Universums stehen. 80px Archimedes* um 287 v. Chr. vermutlich in Syrakus † 212 v. Chr. ebenda.Archimedes war ein griechischer Mathematiker und Ingenieur. Er fand das Hebelgesetz und das Archimedische Prinzip. Er erfand verschiedene Maschinenelemente und entwickelte die Grundlagen der Statik für statisch bestimmte Systeme.80px Claudius Ptolemäus* um 100 n. Chr. † um 160 n. Chr. vermutlich in AlexandriaPtolemäus ist Verfasser des Almagest, in dem das astronomische Wissen der Antike systematisch dargestellt ist. Obwohl der Almagest ein geozentrisches Weltbild beschrieb, konnten mit den dort dargelegten Methoden die Bahnen der Himmelskörper recht genau vorausberechnet werden.

Frühe Neuzeit Name (Lebensdaten)Forschungsgebiet 80px Nikolaus Kopernikus* 19. Februar 1473 in Thorn † 24. Mai 1543 in Frauenburg. Nikolaus Kopernikus war ein kirchlicher Beamter, der seine freie Zeit der Mathematik und Astronomie widmete. In seinem Werk De revolutionibus orbium coelestium beschrieb er das heliozentrische Weltbild des Sonnensystems, gemäß dem sich die Erde um die eigene Achse dreht und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt. 80px William Gilbert* 24. Mai 1544 in Colchester, Essex, England; † 10. Dezember 1603 in London oder ColchesterWilliam Gilbert war königlicher Leibarzt in London. Er führte Experimente zu Magnetismus und statischer Elektrizität durch und unterschied als erster systematisch zwischen diesen beiden Phänomenen. Er erkannte, dass die Erde als Ganzes ein Magnet sein müsse und vermutete, die Planeten würden von einer Art magnetischer Kraft auf ihren Bahnen gehalten. 80px Galileo Galilei* 15. Februar 1564 in Pisa; † in Arcetri bei FlorenzGalileo Galilei war ein Gelehrter, der sich für das heliozentrische Weltbild des Kopernikus engagierte, dafür handfeste Beweise mit seinen Fernrohr-Beobachtungen fand und dabei in einen Konflikt mit der katholischen Amtskirche geriet, der seine späteren Jahre überschattete. Er nutzte als erster das damals neu erfundene Fernrohr für Himmelsbeobachtungen. Experimente mit Hilfe der Schiefen Ebene führten ihn zum Verständnis des freien Falls. Damit und mit anderen Experimenten gilt er als Haupt-Begründer der experimentellen Methode in der Physik, wobei er auch ein Vorreiter von Gedankenexperimenten war. Er gilt außerdem als Begründer der Balkentheorie und Festigkeitslehre, von Skalengesetzen, baute erste Thermometer und befasste sich schon mit dem Luftdruck, dem aber erst sein Schüler Evangelista Torricelli genauer nachging.80px Johannes Kepler* 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt; † 15. November 1630 in RegensburgJohannes Kepler war Mathematiker, Astrologe und Astronom. Er war zeitweise kaiserlicher Hofmathematiker, musste aber viele Schicksalsschläge erdulden, da er in unruhigen Zeiten lebte. Kepler leitete aus den genauen Himmelsbeobachtungen von Tycho Brahe die Keplerschen Gesetze der Planetenbewegungen ab. Er war vor allem Theoretiker, wobei er auch theoretischen Spekulationen in der Art pythagoräischer Zahlenmystik nachging, die ihn auch zu einem Vorläufer von Symmetrieüberlegungen in der Physik machten (Symmetrie der Schneekristalle, Platonische Körper und Planeten). Er war aber jederzeit bereit, von ihm aufgestellte Theorien aufzugeben, falls sie der Beobachtung widersprachen. 80px Blaise Pascal 19. Juni 1623 in Clermont-Ferrand; † 19. August 1662 in ParisBlaise Pascal war ein französischer Adliger, der sich unter anderem mit Mathematik, Naturforschung und Theologie beschäftigte. Er zeigte experimentell, dass es ein Vakuum geben muss und wies die Abhängigkeit des Luftdrucks von der Meereshöhe nach. Er formulierte das Prinzip der kommunizierenden Röhren. 80px Christiaan Huygens* 14. April 1629 in Den Haag; † 8. Juli 1695 ebenda Christiaan Huygens war ein niederländischer Astronom, Mathematiker und Physiker. Er untersuchte den elastischen Stoß (mit Hilfe einer Galilei-Transformation ins Schwerpunktsystem) und die Pendelschwingung. Er entdeckte die Zentrifugalkraft und die Wellennatur des Lichtes. Aus astronomischen Beobachtungen von Rømer und Cassini ermittelte er als erster einen Zahlenwert für die Lichtgeschwindigkeit.80px Isaac Newton*  in Woolsthorpe-by-Colsterworth in Lincolnshire; †  in KensingtonDer englische Naturforscher Isaac Newton verbesserte das Spiegelteleskop und erkannte, dass sich weißes Licht aus Licht verschiedener Farben zusammensetzt. Er erkannte die Gravitation als eine universale Fernwirkung, die im Himmel und auf der Erde in gleicher Weise gilt, und formulierte die Newtonschen Gesetze der Mechanik. Er gilt als eine der bedeutendsten Personen der Physikgeschichte und sein Hauptwerk Philosophiae Naturalis Principia Mathematica, in der die Mechanik und Gravitationstheorie entwickelt und neben der Himmelsmechanik auf die unterschiedlichsten Phänomene angewendet wurde, als eines der bedeutendsten Physikbücher aller Zeiten. Von genauso großer Bedeutung ist er in der Mathematik, wo er mit Leibniz einer der Begründer der Analysis war. Sein schwieriger und komplexer Charakter wurde nicht nur im über seinen Tod andauernden Prioritätsstreit mit Leibniz deutlich, sondern zeigt sich auch darin, dass er einen Großteil seiner Arbeitskraft der Alchemie und theologischen Spekulationen und Forschungen widmete. Genauso konsequent nahm er sein Amt als Direktor der britischen Münze wahr.

18. Jahrhundert Name (Lebensdaten)Forschungsgebiet 80px Daniel Bernoulli* in Groningen; † 17. März 1782 in Basel Der Schweizer Mathematiker und Physiker Daniel Bernoulli stammte aus einer Basler Mathematikerfamilie. Er erkannte, dass bei einer strömenden Flüssigkeit ein Geschwindigkeitsanstieg mit einem Druckabfall einhergeht (Bernoulli-Effekt) und war der erste, der Druck und Temperatur eines Gases aus der freien Bewegung voneinander unabhängiger Gasmoleküle erklärte. 80px Leonhard Euler* 15. April 1707 in Basel; † in Sankt Petersburg Leonhard Euler gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker. Darüber hinaus leistete er unter anderem auch grundlegende Beiträge zur Physik, so fand er die Bewegungsgleichungen für die Rotation starrer Körper, stellte die Euler-Gleichungen der Strömungsmechanik auf und formulierte die Grundlagen der Kontinuumsmechanik. 80px Henry Cavendish * 10. Oktober 1731 in Nizza; † 24. Februar 1810 in London Der exzentrische britische Adlige Henry Cavendish maß in einem der klassischen Experimente der Physik als erster die von Newton vorhergesagte Gravitation zwischen zwei wägbaren Gegenständen und bestimmte auf diese Weise die Massen der Erde und der Sonne sowie die Gravitationskonstante. Es ist ein frühes Beispiel eines ausgeklügelten Präzisionsexperiments. Als Entdecker des Wasserstoffs ist Cavendish auch in der Chemie bekannt.80px Joseph-Louis Lagrange* 25. Januar 1736 in Turin als Giuseppe Lodovico Lagrangia; † 10. April 1813 in ParisDer italienische Mathematiker Joseph-Louis Lagrange entwickelte den Lagrange-Formalismus, ein allgemeines Verfahren der theoretischen Mechanik zum Aufstellen der Bewegungsgleichungen beliebiger mechanischer Systeme. Solche Variationsmethoden (zu denen auch Euler und andere beitrugen) erwiesen sich von fundamentaler Bedeutung in der Physik, nicht nur in der Mechanik, sondern in allen Gebieten bis zur Quantenfeldtheorie. Eine andere Formulierung der Mechanik von William Rowan Hamilton (Hamilton-Formalismus) aus dem 19. Jahrhundert spiegelt ebenfalls über die Mechanik hinaus tiefliegende mathematische Strukturen der Physik wider.80px Charles Augustin de Coulomb* 14. Juni 1736 in Angoulême; † 23. August 1806 in Paris Der französische Bauingenieur und Physiker Charles de Coulomb untersuchte die Reibung und den Erddruck, vor allem aber fand er das nach ihm benannte Coulombsche Gesetz für die Kraft zwischen zwei geladenen Körpern. Nach Coulomb ist die Einheit der elektrischen Ladung benannt. 80px Alessandro Volta* 18. Februar 1745 in Como † 5. März 1827 ebenda Der italienische Physiker Alessandro Volta führte grundlegende Experimente zur Elektrostatik durch und erfand die Batterie. Nach Volta ist die Einheit der elektrischen Spannung benannt. 80px Pierre Simon de Laplace* 1749 in Beaumont-en-Auge † 1827 in Paris.Französischer Astronom und Mathematiker, bekannt für sein Werk über Himmelsmechanik und Kosmologie, mit der er das Wissen und das deterministische astronomische Weltbild Ende des 18. Jahrhunderts zusammenfasste

19. Jahrhundert