Albert Baur (* 11. Juli 1920 in Zöschlingsweiler; † 13. April 2012Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung) war ein deutscher Wasserbauingenieur, Fachbuchautor und Lehrbeauftragter.
Leben Albert Baur wurde am 11. Juli 1920 in Zöschlingsweiler im damaligen Bezirksamt Dillingen geboren. Seine Eltern zogen 1925 nach Stuttgart, wo er 1939 am Dillmann-Realgymnasium das Abitur ablegte. Anschließend leistete er ab April 1939 Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst, hinzu kamen Jahre der Kriegsgefangenschaft.
Ab 1946 studierte Albert Baur Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Stuttgart. Das Studium schloss er 1949 als Diplom-Ingenieur ab. Seine Diplomarbeit befasste sich mit energiewirtschaftlichen Untersuchungen und einem Vorentwurf zur Nutzung brachliegender Wasserkräfte von Schwarza, Mettma und der Oberen Alb, was seine spätere fachliche Ausrichtung auf Wasserwirtschaft, konstruktiven Wasserbau und Wasserversorgung vorprägte. Im Anschluss absolvierte er die Referendarzeit und legte die zweite Staatsprüfung ab, womit er die Graduierung zum Regierungsbaumeister erhielt.
Bis 1954 war Albert Baur beim Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern tätig. Danach übernahm er für den Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung die Bauleitung für den Bauabschnitt A der Fernleitung vom Seepumpwerk Sipplingen bis zum Scheitelbehälter Liptingen. 1959 wechselte er zur Ingenieurgesellschaft Vedewa in Stuttgart, der er bis zu seiner Pensionierung 1984 angehörte. Ab 1970 war er dort Geschäftsführer. In dieser Funktion prägte er zahlreiche kommunale Infrastrukturprojekte und verantwortete unter anderem viele Wasserturmbauten.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Albert Baur in Fachverbänden und Gremien der Wasserwirtschaft. Er wirkte unter anderem im Wasserwirtschaftsverband Baden-Württemberg (WBW) sowie im Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), dort unter anderem als Obmann des Fachausschusses Wasserbehälter und im Vorstand der DVGW-Landesgruppe Baden-Württemberg. Zudem initiierte er gemeinsam mit der DVGW-Landesgruppe die Wasserwärterfortbildung. Bis 1984 hielt er Lehrveranstaltungen zur Planung von Gruppenwasserversorgungen an der Universität Stuttgart.
Albert Baur veröffentlichte zahlreiche Fachbeiträge und Fachbücher zu den Themen Brunnen, Wasserspiele, Wassertürme und Wasserversorgung. Im Ruhestand widmete er sich verstärkt der Geschichte der Wasserversorgung. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählt das 1989 erschienene Buch Brunnen – Quellen des Lebens und der Freude. Insgesamt umfasste seine Publikationsliste rund siebzig Veröffentlichungen. Als passionierter Fotograf illustrierte er viele seiner Arbeiten selbst.Nachruf auf Albert Baur. In: energie | wasser-praxis, Ausgabe 6/2012, S. 80.
Ehrungen 1984: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland 1984: Ehrenmitglied des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches 2004: Frontinus-Medaille der Frontinus-Gesellschaft
Veröffentlichungen Bücher mit Karl Becker und Carl-Heinz Burchard: 50 Jahre im Dienste der kommunalen Daseinsvorsorge. Die Geschichte des Vedewa als kommunaler Selbsthilfeorganisation nach Schilderungen. Vedewa, Stuttgart 1981. Brunnen – Quellen des Lebens und der Freude. Technik, Geschichte, Geschichten. Oldenbourg Verlag, 1989, ISBN 3-8356-6409-3. Wasserspiele für Götter, Fürsten und Volk. Oldenbourg Verlag, 1992, ISBN 3-486-26284-X. Zauber des Wassers. Ein Führer zu den Wasserspielen im Schlosspark zu Schwetzingen. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1994, ISBN 3-87742-078-8. mit Jens U. Schmidt und Günther Bosch: Wassertürme in Baden-Württemberg. Land der Wassertürme. Regia-Verlag, Cottbus 2009, ISBN 978-3-86929-002-7. mit Klaus Grewe, Harald Roscher, Winfried Müller: Wasser im Barock (Frontinus-Buchreihe Geschichte der Wasserversorgung, Band 6). Mainz 2004, ISBN 3-8053-3331-5. (PDF) (PDF)
Aufsätze und Beiträge Abschnitt 3 in: Handbuch für Wassermeister. Wissenswertes für den Betrieb von Wasserversorgungsanlagen. Oldenburg Industrieverlag, 1998, ISBN 3-486-26392-7.Google Books online für die Schriftenreihe der Frontinus-Gesellschaft e.V.: in Heft Nr. 11: Der Hadrian-Aquädukt in Tunesien in Heft Nr. 14: Die Wasserversorgung der antiken Stadt Salamis auf Zypern in Heft Nr. 15: Die Yerebatan-Saraji-Zisterne in Istanbul in Heft Nr. 20: Vor 125 Jahren: Baubeginn der Alb-Wasserversorgung (gemeinsam mit Winfried Müller)
Weblinks
Laudatio und Lebenslauf anlässlich der Verleihung der Frontinus-Medaille (PDF; 12 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Bauingenieur Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Absolvent der Universität Stuttgart Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Mann