mini|St. Nikolai von der Schlei aus mini|Umgebauter Gudewerdt-Altar (1641) aus der Vorgängerkirche mini|Altar und Orgel der Kirche mini|Früherer Mittelteil des Gudewerdt-Altars Die St.-Nikolai-Kirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Kappeln in Schleswig-Holstein, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht.
Lage und Geschichte Die heutige Kirche wurde von 1789 bis 1793 im Stil des Spätbarocks erbaut. Der Patron der Kirche Hans Adolf von Rumohr auf Gut Roest ließ sie von Johann Adam Richter an Stelle einer zu kleinen und baufälligen Kirche aus dem 12. Jahrhundert erbauen.
Die Kirche steht auf einer Anhöhe westlich der Schlei und prägt so das Stadtbild von Kappeln. Auf dem von einer Lindenreihe umgebenen Kirchhof stehen ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/1871 und ein Zwei-Kaiser-Denkmal.
Bau Das Kirchengebäude ist ein Saalbau mit je drei Seiten an den Enden. Das Dach ist ein Walmdach mit einem Dachreiter; im Westen zur Stadt hin ist der Turm angefügt, der eine Kuppelhaube und eine schlanke Laterne trägt.
Der von einem Muldengewölbe aus Holz überdeckte Innenraum ist ebenfalls im Stil des nordelbischen Spätbarock ausgeführt. Im westlichen (hinteren) Teil der Kirche ist eine zweigeschossige Empore eingebaut.
Ausstattung Die Ausstattung der Kirche stammt teilweise noch aus dem Vorgängerbau, so der von Hans Gudewerdt aus Eckernförde erstellte Altaraufsatz aus dem Jahr 1641. Dieses ursprünglich holzsichtige Retabel wurde 1792–1793 umgebaut und farbig gefasst. Nach Wolfgang Teuchert besteht das heutige Mittelfeld des Gudewerdt-Altars aus den beiden Feldern der ursprünglichen Seitenflügel; die Umgestaltung ist danach durch die Tischler Lehmeyer und Wolff 1792 erfolgt.Wolfgang Teuchert: Die Rekonstruktion von Gudewerdts Altar in Kappeln. In: Nordelbingen, Band 24 (1956), S. 41–44, hierzu S. 43. Nur das ursprüngliche Mittelteil des Gudewerdt-Altars schmückt heute den Altar; der Gesamtaltar ohne den Mittelteil ist an der Nordseite der Kirche angebracht.Möglicherweise wurden auch 1751 Arbeiten am Altar durchgeführt – die Beschriftungen „CLVS.IENSEN. 1751“ und „P.H.B. 1751“ auf der Rückseite des Himmelfahrt-Teils geben zumindest Rätsel auf. Siehe dazu hier.
Die Taufe hat die Form eines Pokals. Das Kruzifix aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts besteht aus Holz. An der Südseite des Altarraums befindet sich ein Kenotaph für den im Jahre 1678 auf Rügen gefallenen Detlef von Rumohr. Die Glaskronleuchter wurden in Böhmen in der Zeit um 1780 hergestellt.
Beherrschendes Stück der Ausstattung ist der Kanzelaltar mit der darüber befindlichen Orgel. Unter dem Kanzelkorb befindet sich die Darstellung des Abendmahls aus dem ursprünglichen Gudewerdt-Altar.
Orgel Die alte Orgel der Nikolaikirche vereinigte Pfeifenmaterial aus unterschiedlichen Jahrhunderten hinter dem Prospekt von 1793 eines unbekannten Orgelbaumeisters. Das Orgelwerk mit 26 Registern, das bis 2013 im Einsatz war, wurde 1960 vom Orgelbaumeister Detlef Kleuker eingebaut, erwies sich aber immer wieder als störanfällig, so dass die Kirchengemeinde und ein Orgelbauverein seit den 1990er Jahren einen Neubau unter Verwendung des historischen Materials planten., abgerufen am 20. April 2012. Ab 2011 wurde die Orgel von der Orgelbauwerkstatt Reinalt Johannes Klein in Lübeck in Schritten ausgebaut, der vier historische Register des 18. Jahrhunderts restaurierte und unter deren Einbeziehung ein neues Instrument baute., abgerufen am 20. April 2012. Acht ganz oder teilweise erhaltene Register des 16. Jahrhunderts, die anhand der Mensuren und Signaturen Jacob Scherer und seinem Schwiegersohn Dirk Hoyer zugewiesen werden konnten, wurden nicht wieder in den Neubau integriert. Am 7. Juni 2014 wurde die neue Orgel geweiht., abgerufen am 31. März 2018. Das Instrument verfügt über 40 Register, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt sind.Auskunft der Orgelbauwerkstatt Klein
I Hauptwerk CD–f3 1. Principal 16′ 2. Principal 8′ 3. Gedackt 8′ 4. Spillpfeife 8′ 5. Octava 4′ 6. Flöte 4′ 7. Quinta 3′ 8. Octava 2′ 9. Spitzflöte 2′ 10. Großmixtur II ′ + ′ 11. Mixtur IV–V ′ 12. Fagott 16′ 13. Trompete 8′ 14. Cornet III II Oberwerk CD–f3 15. Principal 8′ 16. Gedackt 8′ 17. Quintade 8′ 18. Gamba 8′ 19. Fugara 8′ 20. Octava 4′ 21. Rohrflöte 4′ 22. Nasat 3′ 23. Octava 2′ 24. Tertia ′ 25. Sesquialtera II 26. Scharff IV 1′ 27. Vox humana 8′ 28. Dulcian 8′ Pedalwerk CD–f1 29. Untersatz 32′ 30. Principal 16′ 31. Subbaß 16′ 32. Octava 8′ 33. Gedackt 8′ 34. Großrohrquinta 6′ 35. Octava 4′ 36. Nachthorn 2′ 37. Mixtur V ′ 38. Posaune 16′ 39. Trompete 8′ 40. Trompete 4′ Koppeln: II/I, I/P, II/P Tremulant: Bocktremulant aufs ganze Werk Windanlage: 6 Keilbälge 8′ × 4′
Literatur Johannes Habich u. a. (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hamburg, Schleswig-Holstein. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2009, ISBN 978-3-422-03120-3, S. #.
Weblinks
Webseite der Kirche beim Kirchenkreis Schleswig-Holstein
Einzelnachweise
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