Kepahiang ist ein indonesischer Regierungsbezirk (Kabupaten) in der Provinz Bengkulu auf der Insel Sumatra. Der Binnenbezirk liegt in der Mitte der langgestreckten Provinz und hat keine Verbindung zum Meer. Er nimmt etwa 3,67 Prozent der Fläche der Provinz ein, was ihm als kleinsten Kabupaten auszeichnet.
Geografie Übersicht mini|hochkant|Wasserfall in Kepahiang
Kepahiang hatte zur Gründung 2003 eine Fläche von 66.500 Hektar. In: Tabloid Warta Kepahiang.Kepahiang, 2011, Edition 1, S. 5. 48.393,69 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt, weitere 18.106,31 Hektar sind mit Wald bedeckt. Von den Waldflächen gehören 8.515 Hektar gehören zu einem Naturpark, 3,20 Hektar bilden ein Naturschutzgebiet und weitere 9.588,11 Hektar stehen ebenfalls unter Schutz. Die Landschaft ist zumeist bergig. Der höchste Punkt liegt bei ü. d. M. und der niedrigste Punkt bei ü. d. M.
Lage Der Kabupaten Kepahiang erstreckt sich zwischen 2° 43′ 07″ und 3° 46′ 48″ n. Br. sowie zwischen 101° 55′ 19″ und 103° 01′ 29″ ö. L. Nördlich grenzt er an den Regierungsbezirk Rejang Lebong, im Südwesten an Bengkulu Tengah und südöstlich an den Bezirk Empat Lawang in der Provinz Sumatra Selatan. Zentrum und Verwaltungssitz ist der Ort Kepahiang in der Mitte des Bezirks. Bis zur Provinzhauptstadt Bengkulu sind es etwa 40 km Luftlinie in südwestlicher Richtung.
Den Bergen in Kepahiang entspringen mehrere Flüsse, die für die Landwirtschaft von Bedeutung sind und auch für den Tourismus in Zukunft genutzt werden sollen. Zehn Wasserfälle schätzt man bisher als touristisch interessant ein. Wie die bergige Landschaft sind auch die Flüsse Kepahiangs in seinem Wappen abgebildet. In: Tabloid Warta Kepahiang.Kepahiang, 2011, Edition 1, S. 17. Der Wasserfall von Curug Embun hat eine Höhe von über . Der Wasserfall liegt in einer exotischen Umgebung angrenzend an den Wald und die Kaffeefelder der lokalen Bauern und ist verkehrstechnisch gut zu erreichen. Die Entfernung vom Stadtzentrum beträgt etwa sechs Kilometer. Für die lokale Bevölkerung ist der Ort auch aufgrund seines angenehmen Klimas ein beliebtes Ausflugsziel. Neben dem Wasserfall in Curug Embun gibt es weitere, wie beispielsweise den Wasserfall Curug Burung Gendang in der Ortschaft Merindu.
Wetter und Klima Das Klima ist tropisch. Die durchschnittliche Temperatur betrug im Jahr 2020 24,3 °C. Am wärmsten war der April mit 30,2 °C, am kältesten der August mit 20,2 °C. Der Mittelwert der Luftfeuchtigkeit lag bei 87 Prozent. Regentage wurden 2020 in der Stasiun Geofisika Kepahiang 275 gezählt, die meisten im Januar (29), die wenigsten im September (3). Die jährliche Regenmenge betrug 3.426 mm, der meiste Niederschlag fiel im November (455,4 mm an 26 Tagen), der geringste im August (58,3 mm an 17 Tagen). Die durchschnittliche Sonnenscheindauer betrug täglich 3,1 % (?).
Flora und Fauna mini|Riesenrafflesie
In der Provinz Bengkulu findet man auch die Riesenrafflesie (Rafflesia arnoldi), einer Schmarotzerpflanze, deren Blüten einen Durchmesser von bis zu einem Meter haben und bis zu 11 Kilogramm wiegen können. Diese wurde dort von Joseph Arnold und Sir Thomas Stamford Raffles im Jahr 1818 entdeckt. Letzterer war zu dieser Zeit Gouverneur der Provinz Bengkulu. In Kepahiang kommen die Riesenrafflesie am häufigsten vor. Neben der Riesenrafflesie findet man in Kepahiang auch die Bangkai Blume, die zur Gattung der Titanenwurze (Amorphophallus) zählt. Die bekanntesten Vertreter dieser Gattung sind die Bangkai Raksasa, Suweg Raksasa und die Titan Arum (Amorphophallus gigas, Sumatra Giant Amorphophallus). Die Blume 'Amorphophallus Titanum' ist mit bis zu sechs Metern Höhe die höchste Blume der Welt, gefolgt vom Amorphophallus gigas an zweiter Stelle.
Verwaltungsgliederung Der Kabupaten Kepahiang ist seit 2005 in acht Distrikte (Kecmatan) mit insgesamt 117 Dörfern unterteilt, von diesen besitzen 12 als Kelurahan städtischen Charakter. CodeKecamatanDistriktIbu KotaVerwaltungssitzFläche(km²)Einw.in Tsd.Zensus 2010Volkszählung 2020Anzahlder Desa Einw. Dichte Sex Ratio 17.08.01 Bermani Ilir Keban Agung 93,51 13.612 14,8 90 109,35 1 / 18 17.08.02 Ujan Mas Ujan Mas Atas 106,51 19.261 22,8 245 106,21 1 / 16 17.08.03 Tebat Karai Taba Saling 66,33 12.493 14,8 192 106,80 1 / 13 17.08.04 Kepahiang Pasar Ujung 63,68 40.360 50,7 705 104,98 7 / 16 17.08.05 Merigi Durian Depun 13,03 9.748 11,9 494 104,83 1 / 7 17.08.06 Kabawetan Tangsi Baru 95,40 10.601 12,9 204 107,53 1 / 14 17.08.07 Seberang Musi Lubuk Sahung 107,83 6.412 7,8 102 113,95 – / 13 17.08.08 Muara Kemumu Batu Kalung 163,82 12.378 14,0 147 106,74 – / 8 17.08 Kab. Kepahiang 710,11 124.865 149,737 225 106,60 12 / 105
Demografie Bevölkerungsmäßig liegt der Kabupaten Kepahiang auf dem 7. Rang der 10 Verwaltungseinheiten 2. Ordnung (Kab. und die Hauptstadt als Kota), das sind 7,37 Prozent der Provinzbevölkerung (Stand: Ende 2023). Die Bevölkerungsdichte ist nach der Provinzhauptstadt die höchste und beträgt 209,2 Einw. je km², also das Doppelte des Provinzdurchschnitts (104,2). Die über 150.000 Einwohner gehören verschiedenen ethnischen Gruppen wie den Rejang Kepahiang, den Serawai, Javanern, Lembak und Sundanesen an.
Zwischen den beiden letzten Volkszählungen 2010 und 2020 sank der Frauenanteil von 48,75 Prozent (60.869 Frauen, 63.996 Männer) auf 48,41 Prozent (72.482 Frauen, 77.255 Männer). Dieser Abwärtstrend setzte sich auch für das Jahr 2023 fort (48,37 %).
Die ethnisch heterogene Bevölkerung Kepahiangs war 2020 mit 99,61 % mehrheitlich muslimischen Glaubens. Die zweitstärkste Religion ist das Christentum, ihm gehörten lediglich 2,5 ‰ der Bevölkerung an (324 Protestanten, 106 Katholiken). Die meisten von ihnen lebten in der Hauptstadt (290), Christen lebten nur in vier Distrikten. An Gebäuden gab es 219 Moscheen und 61 kleinere Gebetsräume (Mushola), Die Christen hatten je zwei Kirchen für beide Konfessionen, die 188 Hindus verfügten über einen Tempel. Die Religionsgemeinschaften koexistieren friedlich.
Soziale Daten 2020 Merkmal Kepahiang Prov. Bengkulu Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (Tsd.) 20,27 302,58 Anteil der „armen Bevölkerung“ () (%) 14,69 15,03 Arbeitslosenquote (%) 2,52 4,07 Lebenserwartung bei der Geburt (Jahre) 67,95 69,35 HDI-Index 68,17 71,40 Analphabetenquote (in %, 15+ J.) 1,99 1,99 Anteil der Altersgruppen Real Prozentual Kinder (<15 J.) 35.859 23,95 arbeitsfähige Bevölkerung (15–64 J.) 106.383 71,05 Rentner und Pensionäre (>65 J.) 7.495 5,01
Geschichte Kolonialzeit Unter niederländischer Kolonialherrschaft war Kepahiang die Hauptstadt des Regierungsbezirks Rejang Lebong, dem heutigen Nachbarbezirk von Kepahiang. Dies blieb auch unter der 3,5 Jahre währenden Kolonisierung durch Japan und nach der Unabhängigkeitserklärung Indonesiens am 17. August 1945 bis 1948 der Fall. Kepahiang wurde zum regionalen Zentrum der zivilen Verwaltung, aller dem Widerstand zugehörigen Organisationen und des Heeres. Während einer Militäroperation der niederländischen Kolonialregierung wurden daher sämtliche Stellen von organisatorischer Bedeutung in Kepahiang, einschließlich des Rathauses, der Verwaltungsgebäude, der Postämter, Telekommunikationszentren und Polizeistellen völlig zerstört. In: Tabloid Warta Kepahiang.Kepahiang, 2011, Edition 1, S. 6 f.
1949 war die Lokalregierung Kepahiang genötigt, sich während der militärischen Auseinandersetzungen mit Niederländern in den Wäldern zu stationieren. Die Lokalregierung war zu dieser Zeit nicht in der Lage, nach Kepahiang zurückzukehren, da die entsprechende Infrastruktur ausnahmslos zerstört worden war. Die Verwaltung wurde dann in die Stadt Curup verlegt, die über eine bessere Infrastruktur verfügte und Verwaltungsgebäude bieten konnte. 1956 wurde Curup schließlich zur offiziellen Hauptstadt des Regierungsbezirks Rejang Lebong ernannt. Kepahiang hatte seine langjährige Funktion als Hauptstadt eingebüßt. In: Tabloid Warta Kepahiang.Kepahiang, 2011, Edition 1, S. 7.
Reformation ab 1998 bis heute Im Zuge der im Jahr 1998 begonnenen Reformation schien der lang gehegte Wunsch Kepahiang wieder zu einem unabhängigen Regierungsbezirk werden zu lassen, in Reichweite zu rücken. In: Tabloid Warta Kepahiang.Kepahiang, 2011, Edition 1, S. 6. Im Jahr 1999 wurde offiziell vorgeschlagen, Kepahiang in einen von Reang Lebong unabhängigen eigenen Regierungsbezirk umzuwandeln. Dafür setzte sich die Bevölkerung Kepahiangs ein und es wurde die Organisation Panitia Kepersiapan Kabupaten Kepahiang (PPKK) gegründet, die dieses Vorhaben vorantrieb. Im Jahr 2002 übergab die PPKK ihren ausgearbeiteten Vorschlag den involvierten Stellen der Lokalregierungen und der Zentralregierung in Jakarta. Der Vorschlag wurde angenommen und trat am 7. Januar 2004 schließlich in Kraft, nachdem der Innenminister (General Hari Sabarno) die Bildung des neuen Regierungsbezirks Kepahiang ratifiziert hatte. Im Gesetzestext ist zu lesen, dass die vier Kecamatan Ujan Mas, Kepahiang, Tebat Karai und Bermani Ilir mit insgesamt 665 km² Fläche und einer Einwohnerzahl von 109.674 vom Bezirk Rejang Lebong abgetrennt werden. Durch Teilung dieser vier Kecamatan entstanden im Jahr 2005 vier weitere Kecamatan: Seberang Musi (aus Teilen von Bermani Ilir und Tebat Karai) Muara Kemumu (aus Teilen von Bermani Ilir) Merigi (aus Teilen von Ujan Mas) Kebawetan (aus Teilen von Tebat Karai und Kepahiang)
Seit 2004 wurde Kepahiang von vier Lokalregierungen mit drei verschiedenen Regierungspräsidenten verwaltet.
Kepahiang hat sich seit Bestehen als eine sich sozial und wirtschaftlich progressiv entwickelnde Region hervorgetan, wobei die Verwaltung hierfür mehrfach von der Zentralregierung in Jakarta ausgezeichnet wurde und forstwirtschaftliche Entwicklungsprogramme der Lokalregierung (Periode 4) auf nationaler Ebene teils übernommen wurden. In: Tabloid Warta Kepahiang.Kepahiang, 2011, Edition 1, S. 8 f.
Aktuelle Daten der Bevölkerungsfortschreibung Nachfolgende Tabelle gibt den Einwohnerstand nach Geschlecht vom Jahresende 2022 und 2023 wieder. Er resultiert aus den Ergebnissen der Fortschreibung durch die örtlichen Zivilregistrierungsbüros (Disdukcapil, ) und kann in einer interaktiven Karte abgerufen werden Kecamatan 31.12.2022 Flächekm² 31.12.2023 Insg. männl. weibl. Insg. männl. weibl. Dichte[Einw./km²] Sex Ratio[M*100/F] Bermani Ilir 15.565 8.101 7.464 93,95 15.439 8.049 7.390 164,3 108,92 Ujan Mas 24.423 12.579 11.844 101,69 24.772 12.774 11.998 243,6 106,47 Tebat Karai 15.241 7.878 7.363 63,77 15.409 7.983 7.426 241,6 107,50 Kepahiang 52.169 26.726 25.443 63,93 52.597 26.964 25.633 822,7 105,19 Merigi 11.765 6.041 5.724 12,69 11.886 6.097 5.789 936,6 105,32 Kebawetan 13.679 7.073 6.606 96,96 13.855 7.169 6.686 142,9 107,22 Seberang Musi 8.080 4.272 3.808 111,17 8.122 4.293 3.829 73,1 112,12 Muara Kemumu 12.626 6.543 6.083 164,38 12.536 6.495 6.041 76,3 107,52 Kab. Kepahiang 153.548 79.213 74.335 708,54 154.616 79.824 74.792 218,2 106,73
Verzeichnis der 12 Kelurahan Die nachfolgende Liste gibt den Einwohnerstand zum Jahresende 2022 (Semester II/2022) und genau ein Jahr später für die Kelurahan im Bezirk Kepahiang wieder. Innerhalb eines Jahres stieg deren Einwohnerzahl um 115.
Wie bei vorstehender Tabelle entstammen alle Daten der Fortschreibung von den örtlichen Zivilregistrierungsbüros (Disdukcapil).