Die Löcknitz ist ein rechter Nebenfluss der Spree im Land Brandenburg mit einer Länge von gut 33 km. Das Quellgebiet der Löcknitz liegt im Landkreis Märkisch-Oderland westlich von Müncheberg. Ihr Einzugsgebiet beträgt 378 km², der mittlere Abfluss 1,7 m³/s.
Verlauf Die Löcknitz entspringt mit einem kleinen Tümpel beim Forsthaus Bienenwerder zwischen Müncheberg und dessen Ortsteil Hoppegarten. Der Oberlauf bis zum Maxsee wird auch als Hoppegartener Fließ bezeichnet. Nach dem Ausfluss aus dem Maxsee mündet von rechts nach 1,5 km der Stöbberbach, einen halben Kilometer weiter bei Kienbaum das Lichtenower Mühlenfließ, das zuvor vier Seen durchströmt hat, zuletzt den Liebenberger See. Von Kienbaum bis zum Grünheider Ortsteil Fangschleuse fließt die Löcknitz frei mäandrierend und hat auf mehr als 20 Kilometern, insbesondere im Naturschutzgebiet Löcknitztal, natürliche Uferstrukturen behalten.Jörg Gelbrecht, Gerhard Ziebarth: (PDF; 104 kB) Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Interessengemeinschaft Löcknitztal e. V., ohne Datierung. Bei Fangschleuse vereinigt sich die Löcknitz mit dem Nebenfluss Neue Löcknitz. Ab hier besteht der heutige Flusslauf aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen Werlsee und Flakensee angelegten Löcknitzkanal. Das alte Flussbett ist hier nur noch in Resten erhalten. In den Flakensee mündet außerdem das Rüdersdorfer Mühlenfließ. Der unterste Teil der Löcknitz vom Flakensee bis zur Mündung in den Dämeritzsee der Spree wird auch Flakenfließ genannt. Über Spree, Havel und Elbe gelangt das Wasser aus der Löcknitz in die Nordsee.
Die drei Flusskilometer zwischen der Einmündung der Neuen Löcknitz, des Abflusses von Werlsee, Peetzsee und Möllensee bilden zusammen mit dieser die Bundeswasserstraße Löcknitz (Lö). WSA Berlin Flakensee, „Flakenfließ“ und der Dämeritzsee bis zur Abzweigung des Gosener Kanals bei km −0,50 gehören mit zur Bundeswasserstraße Rüdersdorfer Gewässer. WSA Berlin
Zahlen – Die Abflussmengen im Verlauf einerseits und die an der Mündung andererseits stammen aus verschiedenen Quellen und sind daher nicht vergleichbar. –
Gewässerlängen und Abflussmengen: Erster Zusammenfluss: Löcknitz, ab Bienenwerder 8,08 km; Abfluss am Pegel Neue Mühle (37,3 m Ü. NHN) 0,15 m³/s Stöbberbach, ab Bahnbrücke im Roten Luch 9,74 km; Abfluss am Pegel Heidekrug 0,17 m³/s; Zusammenfluss bei Kienbaum (36,6 m ü. NHN): Löcknitz, ab Bienenwerder 8,73 km; mit Wasser des Stöbberbaches 0,32 m³/s Lichtenower Mühlenfließ, ab Ruhlsdorfer See 22,865 km; Abfluss am Pegel Liebenberger See: 0,17 m³/s Zusammenfluss bei Fangschleuse (nicht bei der Fangschleuse!): Löcknitz, ab Bienenwerder 28,947 km, Abfluss 0,24 m³/s; Neue Löcknitz, einschließlich Möllensee 7,598 km, einschließlich dessen Zufluss 7,979 km Flakensee: Löcknitz, ab Bienenwerder 31,92 km, bis zum Ausfluss: 32,36 km Rüdersdorfer Mühlenfließ, ab Strausberg bis zu seiner Mündung 25,141 km, bis zum Ausfluss 26,49 km Dämeritzsee: Löcknitz, ab Bienenwerder:33,281 km; 1,7 m³/s; Mündung in die Spree
Zwischen Kienbaum und Fangschleuse gibt es keine weiteren oberirdischen Zuflüsse. Die Zunahme des Durchflusses bei Fangschleuse, die im langjährigen Mittel liegt, erfolgt daher ausschließlich durch den Zustrom von Grundwasser.Abflussmengen aus den Jahren 1979 bis 1994 nach Eva Driescher: Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet … S. 12.
+ Einzugsgebiete gesamt 379 km² Rüdersdorfer Mühlenfließ 142 km² Neue Löcknitz 48 km² Lichtenower Mühlenfließ 97 km² Stöbberbach 24 km²
Nutzung Auf dem untersten Flussabschnitt wurde schon in vorindustrieller Zeit Baumaterial von den Seen an der Neuen Löcknitz zur Spree und auf dieser nach Berlin transportiert. Um 1700 wurde bei Fangschleuse ein Wehr angelegt – nach dem die Siedlung heute heißt. Indem man das Wehr hin und wieder kurz öffnete, erzeugte man Flutwellen, die die Flößerei erleichterten. Später wurden auf Booten Ziegel befördert, gewonnen aus Tonlagern in der Buckower Rinne. Im Jahr 1902 richtete die Spree-Havel-Dampfschifffahrt-Gesellschaft Stern eine Personenschifffahrtslinie mit einem benzingetriebenen Motorboot ein.Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der SpHDG Stern, nach: Kurt Groggert: Personenschiffahrt auf Spree und Havel. Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 1988, ISBN 3-87584-253-7, S. 120 (Berliner Beiträge zur Technikgeschichte und Industriekultur, Schriftenreihe des Museums für Verkehr und Technik, Band 10). Die Anlage des Löcknitzkanals ermöglichte auch Verkehr mit größeren Kähnen, in dessen Folge heute die Bundeswasserstraße Löcknitz (Lö) unterhalten wird. Dass diese zum größeren Teil aus der Neuen Löcknitz besteht, wird von der Schifffahrtsverwaltung nicht begrifflich zur Kenntnis genommen.
Geomorphologie mini|Löcknitz im Naturschutzgebiet Löcknitztal westlich des Kienbaumer Dorfkerns Die Löcknitz durchfließt im Anschluss an den Stöbberbach den südwestlichen Teil einer glazialen Schmelzwasserrinne, der Buckower Rinne, auch Löcknitz/Stöbber-Rinne genannt.
Ersterwähnungen und Etymologie Die Fluss wurde, soweit bekannt, erstmals 1247 als Lokeniz erwähnt. Zwei Jahre später enthielt eine Urkunde die Bezeichnung Lecnici. Das Landbuch des Klosters Zinna verzeichnet das Gewässer 1471 als lokenitz. Mit dem Eintrag an der Löcknitz findet sich im Erbregister des Amtes Rüdersdorf 1652 erstmals die heutige Schreibweise. Der Name Löcknitz stammt aus der Slawischen Siedlungszeit. Er wird aus der altpolabischen Grundform Loknica zu lokno = Seerose abgeleitet.K. Gutschmidt, H. Schmidt, T. Witkowski (Hrsg.): Brandenburgisches Namenbuch. Teil 10: Die Gewässernamen Brandenburgs. Begründet von Gerhard Schlimpert, bearbeitet von Reinhard E. Fischer. Berliner Beiträge zur Namenforschung. Im Auftrag des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e. V. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996, ISBN 3-7400-1001-0, S. 171.
Die Löcknitz bei Fontane Theodor Fontane beschrieb die Löcknitz in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Band 4, Spreeland) 1882 wie folgt:
Literatur Michael Böhme: Sauerstoffhaushalt, Sestonrückhalt und die Bedeutung von Makrophyten in einem naturnahen Flachlandfluß (Löcknitz). (PDF; 622 kB) home.arcor.de Unveröffentlicht. Nach Angabe des Verfassers erschien der „Beitrag […] ähnlich in der Schriftenreihe Beiträge zur angewandten Gewässerökologie Norddeutschlands, Sonderheft Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet 3/1996, S. 60–68.“ Eva Driescher: Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet – Lage, Morphologie, Geo- und Hydrogeologie sowie Hydrologie des Flußgebietes. (PDF; 4,4 MB) In: Gewässerökologie Norddeutschlands, 1996, Heft 3, S. 7–14. Eva Driescher: Siedlungsgeschichte und anthropogene Veränderungen an den Gewässern im Einzugsgebiet der Löcknitz. (PDF; 4,5 MB) In: Gewässerökologie Norddeutschlands, 1996, Heft 3. Jörg Gelbrecht, Gerhard Ziebarth: Das NSG „Löcknitztal“. (PDF; 104 kB) Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Interessengemeinschaft Löcknitztal e. V., ohne Datierung.
Trivia Die Löcknitz-Grundschule in Berlin-Schöneberg trägt seit 1956 den Namen dieses Flusses. Damit sollte die emotionale Bindung zwischen (dem damaligen West-) Berlin und den umgebenden Brandenburgischen Landschaften aufgezeigt werden.
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