Die Kathedrale von Concepción (spanisch: Catedral de la Santísima Concepción) ist die Kathedrale des römisch-katholischen Erzbistums Concepción in Concepción, Chile. Sie befindet sich an der Plaza de la Independencia im historischen Stadtzentrum von Concepción und zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der Region. Der heutige Bau entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts und prägt mit seiner monumentalen Architektur das Stadtbild von Concepción.
Architektur Der architektonische Komplex der Kathedrale besteht aus einem kirchlichen Museum, der Aula Magna und dem Kathedralgebäude. Vom Boden bis zur Spitze der bronzenen Statue der Virgen de la Santísima Concepción ist die Fassade 36 m hoch. Der Innenraum verbindet neoromanische Gestaltungselemente mit modernen künstlerischen Ausdrucksformen.
Die Krypta ist mit Marmorelementen gestaltet und beherbergt die Grabstätten von zwölf Erzbischöfen und Bischöfen von Concepción.
Die Pläne für die Kathedrale stammten von den Architekten Ramón Venegas, Carlos Casanueva Baluca und Fernando Urrejola Arrau. Die Fresken und Glasmalereien sind die Arbeit des Künstlers Alejandro Rubio Dalmati, der später auch die Bronzetüren mit Reliefdarstellungen aus dem Evangelium und dem Alten Testament sowie die Malereien an den darüber liegenden Rundbögen schuf. Auch die Bronzestatue der Jungfrau Maria, die das Dach der Kathedrale krönt, ist sein Werk. Die Orgel wurde von Oreste A. Carlini in der Fábrica Nacional de Órganos in Santiago gebaut.
Geschichte mini|200px|links|Abriss der Türme der alten Kathedrale nach dem ErdbebenDie ehemalige Kathedrale der Stadt befand sich am selben Ort wie die heutige Kathedrale und prägte über Jahrzehnte das Stadtbild von Concepción. Das Erdbeben von Concepción im Jahr 1835 zerstörte große Teile der Stadt und machte den Wiederaufbau zahlreicher Gebäude, darunter auch Kirchen, erforderlich. Durch das Erdbeben von Chillán im Jahr 1939 wurde sie so schwer beschädigt, dass sie aufgrund der Einsturzgefahr der beiden Türme abgerissen werden musste.
Nach dem Abriss wurde der Bau der neuen Kathedrale am 3. November 1940 begonnen und am 11. Juli 1964 offiziell eingeweiht.
mini|Kreuz und Namensschild in Erinnerung an Sebastián Acevedo Becerra|170x170px Am 11. November 1983, während der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet, protestierte der Arbeiter Sebastián Acevedo Becerra aus Coronel gegen die Verhaftung seiner Kinder, die von bewaffneten Zivilisten der CNI (Nachfolgeorganisation der DINA) festgenommen wurden. Nachdem seine Suche nach ihnen erfolglos geblieben war und ihm selbst eine Verhaftung drohte, zündete er sich auf der Plaza de la Independencia vor der Kathedrale selbst an. Infolgedessen gründete sich die Anti-Folter-Bewegung im Namen des Arbeiters (Movimiento Contra La Tortura Sebastián Acevedo). in Gedenken an dieses Ereignis wurde neben dem Eingang der Kathedrale ein rotes Kreuz mit einer Gedenktafel für Sebastián Acevedo Becerra in den Boden eingelassen.
Am 5. April 1987 besuchte Papst Johannes Paul II. die Kathedrale, wo er ein Gebet für die Kranken aussprach und anschließend eine Messe im Club Hípico in Talcahuano abhielt.
Nach der Gründung der Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC) im Jahr 1991 diente die Kathedrale zeitweise als Verwaltungs- und Repräsentationssitz der Universität.
Weblinks
Website des Erzbistums mit Informationen zur Kathedrale auf Spanisch Die Kathedrale in gcatholic.org auf Englisch
Einzelnachweise
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