Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers ist der Name eines Gemäldes von Bartolomeo Veneto. Es befindet sich in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.
Bildbeschreibung
Dieser Eintrag in Karl Woermanns Galeriekatalog von 1887 beschreibt es als Gemälde der Schule Leonardo da Vincis, eine Zuordnung, die später geändert wurde.
Dargestellt ist Salome, die Tochter der Herodias, die in ihren Händen eine Schüssel mit dem Kopf Johannes des Täufers hält. Diese Figur aus einer Legende des Neuen Testaments ist in der damaligen bildenden Kunst oft verwendet worden. Salome wurde meist als hübsche junge Frau mit erotischer Ausstrahlung gezeigt, die triumphierend die Schüssel mit dem Haupt des Täufers wie eine Trophäe emporhält.Sabine Poeschel: Handbuch der Ikonographie. Sakrale und profane Themen der bildenden Kunst. Philipp von Zabern (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt 2009, S. 133. Als Beispiel sollen hierfür die Gemälde von Carlo Dolci, Tizian und Lucas Cranach dem Älteren dienen:
Die hier dargestellte Salome hingegen trägt keine triumphierende Geste zur Schau, die Haltung des Kopfes und die bleiche Haut Salomes implizieren eher den Typus einer Sünderin, die sich der Schändlichkeit ihrer Tat im Nachhinein bewusst wird und dadurch erbleicht und erstarrt. Dieser Eindruck wurde auch vom Kunsthistoriker und Mäzen Johann Gottlob von Quandt wiedergegeben:
Benennung, Zuschreibung und Provenienz miniatur|Rubens: Eine Wildschweinjagd miniatur|Tintoretto: Die Ehebrecherin vor Christus Das Bild wurde 1749 zusammen mit 68 weiteren Gemälden aus der kaiserlichen Galerie in Prag erworben. Für das ganze Konvolut, zu dem auch die Bilder „Eine Wildschweinjagd“ von Rubens (Gal.-Nr. 962) und Tintorettos „Ehebrecherin“ (Gal.-Nr. 270 A) gehörten, wurden 50.000 Taler bezahlt.Hans Posse: Meisterwerke der staatlichen Gemäldegalerie in Dresden. Franz Hanfstaengl, München 1924, S. 10.
Neben der Zuschreibung hat auch der Name des Gemäldes und damit der Dargestellten Änderungen erfahren. So wird das Gemälde als Herodias mit dem Haupt Johannis des Täufers von Leonardo da VinciJohann Anton Riedel: Verzeichniß der Gemälde in der Churfürstl. Gallerie in Dresden. Engelhart Benjamin Schwickert, Leipzig 1771, S. 158. oder der Schule des Leonardo da Vinci bezeichnet.z. B. Galerie-Katalog von 1843, S. 127.
Quandt bezeichnet in seinem Werk von 1856Johann Gottlob von Quandt: Der Begleiter durch die Gemälde-Säle des Königlichen Museums zu Dresden. Verlag der Königl. Hofbuchdruckerei von C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1856, S. 69. das Gemälde mit Die Tochter der Herodias vom Leonardo-Schüler Marco d’Oggiono.
Karl Woermann bezeichnet im Galeriekatalog von 1887Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden, Generaldirektion der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, S. 127. das Gemälde wiederum, wie bereits erwähnt, als: Die Tochter der Herodias von der Schule des Leonardo da Vinci.
Die heute gültige Zuschreibung des Gemäldes als Werk des Malers Bartolomeo Veneto erfolgte 1891 durch den italienischen Kunsthistoriker Giovanni Morelli, der die unter dem Pseudonym Ivan Lermolieff publizierte ErkenntnisIvan Lermolieff: Kunstkritische Studien über italienische Malerei. Die Galerien zu München und Dresden. F. A. Brockhaus, Leipzig 1891, S. 224. auf Basis von Vergleichen mit anderen Werken Bartolomeo Venetos fand. Dabei waren die Gemälde Idealbildnis einer Kurtisane als Flora aus dem Städel in Frankfurt am Main und die sogenannte Donna Ebrea aus der Sammlung des Herzogs von Melzi vor allem aufgrund der Lockenpracht der Frauenköpfe ausschlaggebend.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Gemälde (15. Jahrhundert) Kategorie:Historiengemälde (Neues Testament) Kategorie:Gemälde der Gemäldegalerie Alte Meister Kategorie:Werk über Johannes den Täufer Kategorie:Salome (Tochter der Herodias) Kategorie:Frauendarstellung (Gemälde) Kategorie:Italienische Renaissance (Malerei)