Auf Bischof- lautende Ortsnamen finden sich verbreitet.

Namenkunde mini|hochkant=1.2|Entwicklung des Bischofshuts vom 11. Jahrhundert bis heute Es gibt zwei Ableitungen der Namen: zum einen eine besitzanzeigende Herkunft, also konkrete Eigenbesitztümer eines Bischofs bei Siedlungs- und Flurnamen, Stiftungen, oder Grenzmarken der Bistümer und zum anderen nach der Form der Mitra, des Bischofshutes als Rangkrone, für Berge mit Doppelgipfel (in der Form auch für alle möglichen anderen Objekte, vergl. Bischofsmütze)

Formen: Bischof, Bischoffen, Bischof[f]er (Höfe)so etwa der Untere Bischofer, das Mondseer Rauchhaus, 1416 ersterwähnt Bischofberg, Bischofsberg, Bischberg; Bischofsburg; Bischofegg; Bischoffshausen; Bischofshof, Bischofshofen; Bischofsheim, Bischoffsheim; Bischofsmais; Bischofsmühle; Bischofsreut, Bischofrod, Bischofroda, Bischofrode, Bischofferode, Bischoperode; Bischofsried; Bischofstal; Bischofstein; Bischofswarth; Bischofswerda; Bischweiler, Bischweier, Bischwiller, Bischwihr; Bischofswiesen; Bischofszell Pischelsdorf

Beispiele Nach dem Besitz

Pischelsdorf am Engelbach, Oberösterreich, 803 dem Passauer Bistum vermacht Bischberg, Oberfranken – 1013 als Biscoffesberge urkundlich Bischwiller, dt. Bischweiler, Region Elsass, Département Bas-Rhin – Gründung der Bischöfe von Straßburg des 11. Jh. Bischofroda im Wartburgkreis, Thüringen – Rodungsstiftung des Mainzer Bischofs Ruthard, urkundlich 1104 Bischwihr, dt. Bischweier, Region Elsass, Département Haut-Rhin – im 12. Jh. Bischoveswilre zu Weiler Bischofsmais, Landkreis Regen – Rodung von Kloster Niederaltaich (ersterwähnt 1136, seinerzeit reichsunmittelbar) Bischofswiesen, Berchtesgadener Land – Besitz der Salzburger Bischöfe bis 1155, danach fürstpröpstlich berchtesgadnerisch Bischofshofen, Pongau, Land Salzburg – im 13. Jahrhundert Besitz der Bischöfe vom Chiemsee (1151 Hofen, 1215 Pongo) Bischofberg, in Radebeul-Zitzschewig, Sachsen, heute Gut Hohenhaus – im 15. Jahrhundert Sommerresidenz der Meißner Bischöfe Erweiterte Formen und andere Sprachen: Bischofteinitz (Horšovský Týn), Tschechien – Gründung des Bischofs von Prag

Als Grenzmarke Bischofberg, Niederösterreich – Grenze der Diözesen Linz und St. Pölten Analog: Pic des Trois Évêchés, 3116 m, Grandes Rousses, Hautes-Alpes – DreiländereckPic des Trois Evéchés Par le Vallon de Roche Noire (3116m), bivouak.net

Nach der Form

mini|Bischofsmütze (vor dem Bergsturz) Bischofsmütze, am Dachstein, Große 2458 m, Kleine 2430 m – charakteristisch von Süden; Form seit einem großen Bergsturz 1993 wenig bildhaft Bischof, 2127 m, in den Kitzbüheler Alpen, Tirol – charakteristisch von Norden Bischofberg, 801 und 796 m, bei Völkermarkt in den Lavanttaler Alpen, Kärnten Bischofsberg, 801 m, südöstlich Königswiesen im Mühlviertel, Oberösterreich Formen in anderen Sprachen: Monte Mitra, 868 m, bei Bitica, Äquatorialguinea

Einzelnachweise

Kategorie:Siedlungsname Kategorie:Flurname Kategorie:Oronym