Brachyrhaphis ist eine Gattung der lebendgebärenden Zahnkarpfen. Das Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf Costa Rica und den Westen Panamas. Brachyrhaphis hartwegi kommt im mexikanischen Bundesstaat Chiapas und in Guatemala vor. Der Name leitet sich vom griechischen brachy (für kurz) und rhaphis (für Nadel) ab und bezieht sich auf das Begattungsorgan der männlichen Tiere.
Merkmale Brachyrhaphis-Arten sind meist bunt gefärbt. Die Basis der Afterflosse ist häufig schwarz pigmentiert, bei manchen Arten dehnt sich die Schwarzfärbung in beiden Geschlechtern bis auf die Afterflosse aus. Die Tiere werden zwischen 3 und 8 cm groß, wobei Männchen deutlich kleiner als Weibchen bleiben. Im Aquarium neigen die Fische zu Kannibalismus gegenüber Jungfischen und verhalten sich gegenüber Artfremden meist ruppig.
Systematik Lange Zeit nahm man an, Brachyrhaphis sei eine alte Entwicklungslinie der lebendgebärenden Zahnkarpfen, aus der sich dann die modernen Gambusen (Gambusia) inklusive des Hechtkärpflings (Belonesox belizanus) entwickelt hätten, und fasste die drei Gattungen Brachyrhaphis, Gambusia und Belonesox in der Tribus Gambusiini zusammen.
Neuere Forschungen stellen Brachyrhaphis in eine eigene Tribus Brachyrhaphini mit einer relativ basalen Stellung innerhalb der lebendgebärenden Zahnkarpfen.
Arten Die Gattung Brachyrhaphis umfasst folgende zehn ArtenEschmeyer's Catalog of Fishes: https://researcharchive.calacademy.org/research/ichthyology/catalog/fishcatmain.asp Eschmeyer's Catalog of Fishes: Brachyrhaphis episcopi (, 1878) (Bischofskärpfling) Brachyrhaphis hartwegi , 1963 (Hartwegs Kärpfling) Brachyrhaphis hessfeldi , 2001 Brachyrhaphis holdridgei , 1967 Brachyrhaphis olomina (, 1914) Brachyrhaphis punctifer (, 1926) Brachyrhaphis rhabdophora (, 1908) (Bullenkärpfling) Brachyrhaphis roseni , 1988 Brachyrhaphis roswithae , 1998 Brachyrhaphis terrabensis (, 1907) (Térraba-Kärpfling)
Für zwei weitere, ursprünglich zur Gattung Brachyrhaphis gehörenden Arten (B. cascajalensis und B. parismina) wurde 2019 die Gattung Hiatirhaphis eingeführt.Huber, J.H. (2019): A nomenclatural and systematic Analysis of livebearing Cyprinodontiformes (Acanthopterygii: Anablepsinae, Goodeinae, Poeciliidae). Killi-Data Series 2019: 4-155
Einzelnachweise Paulo Henrique Franco Lucinda, Roberto E. Reis: Systematics of the subfamily Poeciliinae Bonaparte (Cyprinodontiformes: Poeciliidae), with an emphasis on the tribe Cnesterodontini Hubbs. Neotrop. ichthyol. vol.3 no.1 Porto Alegre Jan./Mar. 2005 Donn Eric Rosen, Reeve M. Bailey: The Poeciliid Fishes (Cyprinodontiformes), Their Structure, Zoogeography and Systematics. In: Bulletin of the American Museum of Natural History 126, New York, 1963, S. 77–83.
Literatur Manfred K. Meyer, Lothar Wischnath, Wolfgang Foerster: Lebendgebärende Zierfische: Arten der Welt. Mergus Verlag für Natur- und Heimtierkunde Baensch, Melle 1985, ISBN 3-88244-006-6
Weblinks
Kategorie:Lebendgebärende Zahnkarpfen Kategorie:Poeciliidae